Tweng ganz vorn, die Grenze zu den Top 250 bei 2,29
Das KDZ, das Zentrum für Verwaltungsforschung in Wien, hat am 22. Oktober 2026 sein fünfzehntes Bonitätsranking veröffentlicht. Bewertet sind die Finanzen der Jahre 2022 bis 2024, einzeln ausgewiesen die besten 250 Gemeinden. Vorn liegt Tweng mit 1,02, dahinter Parbasdorf in Niederösterreich mit 1,05 und Niederndorf in Tirol mit 1,11. Die eigentliche Nachricht steht aber am anderen Ende der Liste. Platz 250 erreichte Eichgraben im Wienerwald mit 2,29. Im Ranking 2025 lag die Grenze bei 2,00, im Ranking 2024 bei 1,89. Gerechnet wird wie in der Schule: Je niedriger die Note, desto besser.
Platz eins und vier teilen sich einen Skiort
Tweng zählt 242 Einwohner und liegt im Lungau, am Südfuß des Radstädter Tauernpasses. Platz vier ging an Untertauern mit 448 Einwohnern, auf der Pongauer Seite desselben Passes. Beide verbindet Obertauern. Ein großer Teil des Wintersportorts gehört zu Untertauern, ein Teil zu Tweng. Im Tourismusjahr 2024/25 zählte Tweng 413.981 Nächtigungen, 95 Prozent davon im Winter, das sind 1.683 je Einwohner. Untertauern kam auf 690.182. Wie viel das für die Gemeindekasse heißt, zeigt die Kommunalsteuer, die Betriebe auf ihre Lohnsumme zahlen: Tweng nahm 2025 daraus 841.000 Euro ein, rund 3.500 Euro je Einwohner und mehr als die 620.000 Euro an Ertragsanteilen aus den Bundesabgaben. Ende Oktober 2024 pendelten 168 Erwerbstätige nach Tweng zur Arbeit, nur 36 hinaus. Der Sprung von Platz 42 auf Platz eins hat trotzdem einen rechnerischen Grund. Im Ranking 2025 zählte noch das Jahr 2021 mit, für das Tweng nur die Note 2,21 bekam. Für 2022, 2023 und 2024 waren es jedes Mal 1,02, als einzige Gemeinde unter den 250 dreimal dieselbe Note. Bei Untertauern fiel eine 3,16 aus dem Jahr 2021 heraus. Die Gemeinde stieg von Platz 138 auf vier.
Parbasdorf, Niederndorf und der Fall des Vorjahressiegers
Parbasdorf im Marchfeld ist mit 175 Einwohnern die kleinste Gemeinde unter den 250. Für 2024 bekam sie die Bestnote 1,00. Im Ranking 2024 stand Parbasdorf noch auf Platz 90, ein Jahr später auf vier, jetzt auf zwei. Niederndorf im Bezirk Kufstein ist das Gegenstück, beständig statt sprunghaft: Platz zwei im Ranking 2024, Platz drei 2025 und wieder 2026. Hernstein im Bezirk Baden, Platz sechs, bringt etwas ins Spiel, das in keiner Kennzahl auftaucht. Bürgermeisterin Michaela Schneidhofer führt die gute Lage auf viel ehrenamtliche Arbeit zurück, Projekte setze die Gemeinde oft mit eigenen Kräften um statt mit Firmen. Zugleich spürt sie, dass Ertragsanteile und Zuschüsse weniger werden und die Kosten steigen. Elixhausen bei Salzburg, Sieger der Rankings 2024 und 2025, rutschte auf Platz 29. Dafür genügte eine einzige Jahresnote: 2,11 für 2024, nach 1,07 und 1,05 in den beiden Jahren davor.
| Platz | Gemeinde | Bezirk | Note 2024 | 2023 | 2022 | Bonitätswert | Platz 2025 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Tweng Sbg. | Bezirk Tamsweg | 1,02 | 1,02 | 1,02 | 1,02 | 42 |
| 2 | Parbasdorf NÖ | Bezirk Gänserndorf | 1,00 | 1,10 | 1,05 | 1,05 | 4 |
| 3 | Niederndorf Tirol | Bezirk Kufstein | 1,24 | 1,07 | 1,02 | 1,11 | 3 |
| 4 | Untertauern Sbg. | Bezirk St. Johann im Pongau | 1,15 | 1,07 | 1,15 | 1,12 | 138 |
| 5 | Reuthe Vbg. | Bezirk Bregenz | 1,19 | 1,05 | 1,24 | 1,16 | 48 |
| 6 | Hernstein NÖ | Bezirk Baden | 1,27 | 1,17 | 1,05 | 1,16 | 2 |
| 7 | Peggau Stmk. | Bezirk Graz-Umgebung | 1,24 | 1,22 | 1,27 | 1,24 | 26 |
| 8 | Wald im Pinzgau Sbg. | Bezirk Zell am See | 1,34 | 1,17 | 1,22 | 1,24 | 43 |
| 9 | Elsbethen Sbg. | Bezirk Salzburg-Umgebung | 1,10 | 1,29 | 1,36 | 1,25 | 24 |
| 10 | Göttlesbrunn-Arbesthal NÖ | Bezirk Bruck an der Leitha | 1,29 | 1,36 | 1,17 | 1,27 | 10 |
Quelle: KDZ Zentrum für Verwaltungsforschung, Offener Haushalt
Für die Top 250 reicht heute eine schwächere Note
Dass für Platz 250 heute 2,29 genügt, sagt mehr über die Lage der Gemeinden als jeder Spitzenplatz. Selbst unter den 250 Besten lässt sich der Rückgang Jahr für Jahr ablesen. Ihre Jahresnoten lagen 2022 im Schnitt bei 1,45, 2023 bei 2,03 und 2024 bei 2,17. Unter 1,5 blieben 2022 noch 166 dieser Gemeinden, 2024 nur mehr 45. Eine Jahresnote von 3 oder schlechter hatte 2022 keine von ihnen, 2024 waren es 26. Über alle Gemeinden ist der Befund noch deutlicher: 2019 schafften 456 Gemeinden die Note eins oder zwei, 2024 nur mehr 130. Die Zahl der Gemeinden mit einem Vierer oder Fünfer stieg im selben Zeitraum von 290 auf 692. Als Gründe sieht das KDZ vor allem die Inflation, die Transferzahlungen an die Länder und wachsende Aufgaben. Von 100 Euro an Ertragsanteilen blieben den Gemeinden 2019 noch 51 Euro, zuletzt 42. Geschäftsführer Thomas Prorok bringt es auf einen Satz: „Entscheidend ist, ob nach dem laufenden Betrieb noch genügend Mittel für Investitionen bleiben.“ Wo das nicht mehr der Fall ist, bleiben kürzere Öffnungszeiten, geschlossene Bäder, höhere Gebühren oder aufgeschobene Investitionen.
Salzburg vorn, die Steiermark fällt zurück
Fast jede dritte Salzburger Gemeinde steht unter den besten 250, 39 von 119. Kein anderes Land kommt auch nur auf die Hälfte dieses Anteils. Das KDZ erklärt den Vorsprung mit hohen Ertragsanteilen und kräftigen gemeindeeigenen Steuern, mit Transfers an das Land, die zuletzt langsamer gestiegen sind, und mit dem Bevölkerungszuwachs. Niederösterreich stellt mit 86 Gemeinden die meisten, hat aber auch 573. Seine Gemeinden liegen bei der Finanzkraft im Österreichschnitt, geben für Personal, Sachaufwand und laufende Transfers aber vergleichsweise wenig aus. Am schwächsten stehen Vorarlberg und die Steiermark da, in beiden Ländern liegt etwa ein Drittel der Gemeinden im untersten Fünftel. Vorarlbergs Gemeinden tragen hohe Sach- und Lohnkosten, zahlen etwa beim öffentlichen Verkehr mehr mit und haben viele Schulden. Die Steiermark hat noch 18 Gemeinden in den Top 250, nach 30 im Ranking 2024 und 25 im Jahr darauf, und keine einzige neue. Oberösterreich legte von 22 auf 34 zu, Kärnten von 5 auf 8. Wie unterschiedlich die Länder ihre Gemeinden belasten, zeigen die Umlagen für Krankenanstalten, Sozialhilfe und Land: 841 Euro je Einwohner in Oberösterreich, 792 in Kärnten, aber nur 485 im Burgenland und 474 in der Steiermark. Wien, Land und Gemeinde zugleich, fehlt im Bundesländervergleich.
| Bundesland | Gemeinden | Top 250 (2026) | Anteil | 2025 | 2024 | Beste Gemeinde |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Salzburg | 119 | 39 | 32,8 % | 33 | 30 | Tweng Platz 1 |
| Niederösterreich | 573 | 86 | 15,0 % | 102 | 91 | Parbasdorf Platz 2 |
| Tirol | 277 | 40 | 14,4 % | 39 | 42 | Niederndorf Platz 3 |
| Burgenland | 171 | 18 | 10,5 % | 17 | 23 | Badersdorf Platz 30 |
| Oberösterreich | 438 | 34 | 7,8 % | 22 | 25 | Reichersberg Platz 15 |
| Vorarlberg | 96 | 7 | 7,3 % | 7 | 7 | Reuthe Platz 5 |
| Steiermark | 285 | 18 | 6,3 % | 25 | 30 | Peggau Platz 7 |
| Kärnten | 132 | 8 | 6,1 % | 5 | 2 | Schiefling am Wörthersee Platz 36 |
| Österreich ohne Wien | 2 091 | 250 | 12,0 % | 250 | 250 |
Quelle: KDZ Zentrum für Verwaltungsforschung, Offener Haushalt; Gemeinden je Land: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026
Pongau, Flachgau und das Land an der Leitha
Im Bezirk St. Johann im Pongau stehen 11 der 25 Gemeinden unter den besten 250, neben Untertauern auch Filzmoos, Kleinarl, Bad Gastein und die Bezirkshauptstadt selbst. Das ist der höchste Anteil unter allen Landbezirken. Knapp dahinter folgt Bruck an der Leitha mit 14 von 33 Gemeinden, vom Weinort Göttlesbrunn-Arbesthal auf Platz zehn über Au am Leithaberge bis Ebergassing auf Platz 247. Dazu kommt Schwechat, mit 21.471 Einwohnern die zweitgrößte Gemeinde der Liste. Salzburg-Umgebung bringt es ebenfalls auf 14, allerdings von 37 Gemeinden, darunter Elsbethen auf Platz neun und Wals-Siezenheim auf 28. Leer gehen 16 der 79 Landbezirke aus: Freistadt, Rohrbach, Perg und Kirchdorf in Oberösterreich, Leoben, Murau und die Südoststeiermark, Wolfsberg, Hermagor, Feldkirchen und Villach Land in Kärnten, Gmünd und Horn im Waldviertel, Jennersdorf und Mattersburg im Burgenland sowie Dornbirn. Von den Bezirkshauptstädten haben es neben St. Johann im Pongau auf Platz 18 nur Seekirchen am Wallersee auf Platz 100 und Lilienfeld auf Platz 190 unter die besten 250 geschafft. Keine Landeshauptstadt ist dabei.
Quelle: KDZ Zentrum für Verwaltungsforschung, Offener Haushalt; Gemeinden je Bezirk: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026
Klein heißt nicht automatisch solide
Unter den 250 dominieren kleine und mittlere Gemeinden: 116 haben 1.001 bis 2.500 Einwohner, 60 weitere 2.501 bis 5.000. Das liegt vor allem daran, dass es von ihnen so viele gibt. Von allen Gemeinden mit 1.001 bis 5.000 Einwohnern landen rund zehn Prozent im besten Zehntel, also fast genau so viele, wie es dem Durchschnitt entspricht. Auffällig sind die ganz kleinen. Von den Gemeinden mit höchstens 500 Einwohnern liegen 14 Prozent im besten Zehntel, aber 23 Prozent im schlechtesten. Tweng und Parbasdorf stehen ganz oben, und doch findet sich ihre Größenklasse am unteren Ende viel häufiger. Gemeinden bis 1.000 Einwohner haben meist wenig Finanzkraft und wegen ihrer Strukturen hohe Ausgaben je Einwohner. Städte über 10.000 Einwohner sind finanzkräftiger, zahlen aber hohe Umlagen an die Länder und erfüllen Aufgaben für ihr Umland, die der Finanzausgleich nicht voll abgilt und die Nachbargemeinden nicht mitzahlen. Wels ist mit 65.764 Einwohnern die einzige Gemeinde über 50.000 in den Top 250, neu auf Platz 227. Insgesamt sind nur acht Städte dabei, 147 der 250 Gemeinden führen gar keinen Titel.
Ein Jahr fällt heraus, eines kommt dazu
Der Bonitätswert ist der Schnitt aus drei Jahresnoten, und mit jedem Ranking wandert dieses Fenster um ein Jahr weiter. Für 2026 fiel 2021 heraus, 2024 kam dazu. Daher stammen die großen Sprünge. Filzmoos kletterte von Platz 194 auf 41, weil eine 3,06 aus dem Jahr 2021 wegfiel. St. Veit im Innkreis gewann 143 Plätze, Reichersberg 141 und ist damit die bestplatzierte Gemeinde Oberösterreichs. Umgekehrt stürzte Ramsau am Dachstein von Platz 34 auf 212. Für 2024 erhielt die Gemeinde die Note 3,86, die schlechteste Jahresnote unter allen 250. Langschlag im Waldviertel verlor 151 Plätze, Maishofen im Pinzgau 144. Neu unter den besten 250 sind 69 Gemeinden, ebenso viele sind herausgefallen. Am weitesten oben stand davon Gallzein im Bezirk Schwaz, im Ranking 2025 noch auf Platz 29. Wer eine Gemeinde über die Jahre verfolgen will, schaut deshalb besser auf die einzelnen Jahresnoten als auf den Platz.
| Gemeinde | Platz 2025 | Platz 2026 | Plätze |
|---|---|---|---|
| Filzmoos Sbg. | 194 | 41 | +153 |
| St. Veit im Innkreis OÖ | 240 | 97 | +143 |
| Reichersberg OÖ | 156 | 15 | +141 |
| Untertauern Sbg. | 138 | 4 | +134 |
| Schiefling am Wörthersee Ktn. | 166 | 36 | +130 |
| St. Martin im Innkreis OÖ | 195 | 72 | +123 |
| Prottes NÖ | 214 | 93 | +121 |
| Brunn am Gebirge NÖ | 244 | 128 | +116 |
| Gemeinde | Platz 2025 | Platz 2026 | Plätze |
|---|---|---|---|
| Ramsau am Dachstein Stmk. | 34 | 212 | -178 |
| Langschlag NÖ | 80 | 231 | -151 |
| Maishofen Sbg. | 44 | 188 | -144 |
| Wildendürnbach NÖ | 99 | 241 | -142 |
| Heiligenkreuz NÖ | 65 | 204 | -139 |
| Inzersdorf-Getzersdorf NÖ | 39 | 176 | -137 |
| Sankt Margarethen im Burgenland Bgld. | 33 | 163 | -130 |
| Winzendorf-Muthmannsdorf NÖ | 113 | 240 | -127 |
Quelle: KDZ Zentrum für Verwaltungsforschung, Offener Haushalt
Aus den Top 250 gefallen: 69 Gemeinden mit ihrem Platz 2025
- Gallzein 2025: Platz 29
- Puch bei Weiz 2025: Platz 72
- Eckartsau 2025: Platz 96
- Pfarrkirchen bei Bad Hall 2025: Platz 106
- Orth an der Donau 2025: Platz 107
- Hengsberg 2025: Platz 108
- Annaberg-Lungötz 2025: Platz 117
- Frankenau-Unterpullendorf 2025: Platz 121
- Sistrans 2025: Platz 128
- Navis 2025: Platz 130
- Grafenegg 2025: Platz 132
- Oberlienz 2025: Platz 146
- Tattendorf 2025: Platz 148
- Enzesfeld-Lindabrunn 2025: Platz 150
- Pernersdorf 2025: Platz 152
- Teesdorf 2025: Platz 155
- Ried im Zillertal 2025: Platz 158
- Gaaden 2025: Platz 162
- Hausmannstätten 2025: Platz 174
- Neukirchen an der Enknach 2025: Platz 175
- Rosenburg-Mold 2025: Platz 176
- Eberstalzell 2025: Platz 178
- Gries am Brenner 2025: Platz 180
- Wiesen 2025: Platz 182
- Ampass 2025: Platz 183
- Sitzendorf an der Schmida 2025: Platz 184
- Kirchberg an der Pielach 2025: Platz 185
- Pians 2025: Platz 186
- Eggendorf 2025: Platz 187
- Hauskirchen 2025: Platz 188
- Hoheneich 2025: Platz 191
- Schollach 2025: Platz 192
- Lessach 2025: Platz 199
- Thiersee 2025: Platz 200
- Riedlingsdorf 2025: Platz 201
- Korneuburg 2025: Platz 202
- Uderns 2025: Platz 203
- Schönberg am Kamp 2025: Platz 204
- Mitterdorf an der Raab 2025: Platz 205
- Feistritz am Wechsel 2025: Platz 210
- Tobaj 2025: Platz 211
- Eben am Achensee 2025: Platz 212
- Eberndorf 2025: Platz 213
- Götzendorf an der Leitha 2025: Platz 215
- Atzenbrugg 2025: Platz 216
- Radfeld 2025: Platz 217
- Trumau 2025: Platz 218
- Ludweis-Aigen 2025: Platz 220
- Groß Gerungs 2025: Platz 221
- St. Bernhard-Frauenhofen 2025: Platz 223
- Kilb 2025: Platz 225
- Sinabelkirchen 2025: Platz 227
- Allhaming 2025: Platz 229
- Ertl 2025: Platz 230
- Wagrain 2025: Platz 231
- Rotenturm an der Pinka 2025: Platz 232
- Asparn an der Zaya 2025: Platz 233
- Hackerberg 2025: Platz 234
- Rohrbach an der Lafnitz 2025: Platz 235
- Kalsdorf bei Graz 2025: Platz 236
- Königsdorf 2025: Platz 237
- Kottingbrunn 2025: Platz 238
- Gschnitz 2025: Platz 239
- Neustift-Innermanzing 2025: Platz 242
- Hohe Wand 2025: Platz 243
- Zell am Ziller 2025: Platz 246
- Andelsbuch 2025: Platz 248
- Mannsdorf an der Donau 2025: Platz 249
- Böheimkirchen 2025: Platz 250
Fünf Kennzahlen und ein Dreijahresschnitt
Grundlage ist der KDZ-Quicktest, ein Kennzahlenset, mit dem das KDZ seit rund 20 Jahren Gemeindehaushalte analysiert. Er stützt sich auf den Finanzierungshaushalt und fragt im Kern, wie viel Geld aus dem laufenden Betrieb übrig bleibt. Die öffentliche Sparquote setzt den Überschuss der laufenden Gebarung ins Verhältnis zu den laufenden Auszahlungen. Die freie Finanzspitze zieht davon auch die Tilgungen ab und zeigt, was für neue Projekte bleibt. Die Eigenfinanzierungsquote gibt an, wie weit laufende und investive Auszahlungen ohne neue Schulden gedeckt sind. Zur Verschuldung gehören zwei Kennzahlen: die Verschuldungsdauer, also wie viele Jahre der laufende Überschuss bräuchte, um alle Schulden zu tilgen, und die Schuldendienstquote, der Anteil der Abgaben, der in Zinsen und Tilgungen fließt. Sparquote, Finanzspitze und Eigenfinanzierung bringen je bis zu 25 Punkte, die beiden Schuldenkennzahlen je 12,5. Aus höchstens 100 Punkten ergibt sich eine Jahresnote von 1 bis 5. Bedarfszuweisungen des Landes werden aus den Überschüssen herausgerechnet. Der Bonitätswert ist der Durchschnitt aus drei Jahren, für 2026 aus 2022, 2023 und 2024.
Was die Note nicht misst
Der Bonitätswert misst Spielraum, nicht Wohlstand. Eine Gemeinde mit hohen Einnahmen und ebenso hohen Ausgaben kann schlechter abschneiden als eine kleine mit sparsamem Haushalt. Er erfasst außerdem nur den Kernhaushalt. Viele Gemeinden haben Aufgaben in eigene Betriebe und Gesellschaften ausgelagert, deren Schulden fehlen in der Rechnung, weil sie nicht flächendeckend erfasst sind. Das kann den Vergleich mit Gemeinden verzerren, die dieselbe Leistung selbst erbringen. Und die Zahlen kommen mit Verzögerung: Das Ranking 2026 endet mit dem Jahr 2024, wie es den Gemeinden 2025 ergangen ist, steht darin noch nicht. Mit dem Rating einer Agentur hat der Wert nichts zu tun, er beruht auf den Gemeindefinanzdaten der Statistik Austria. Manfred Sampl, Präsident des Salzburger Gemeindeverbands und Bürgermeister von St. Michael im Lungau, warnt davor, Gemeinden allein nach wirtschaftlichen Maßstäben zu beurteilen. Selbst im Spitzenland Salzburg sind sieben der 119 Gemeinden auf einen Haushaltsausgleich angewiesen.