RASTENFELD KENNENLERNEN
Rastenfeld: Burgen, Markt und Stausee am Kamp
Die Marktgemeinde Rastenfeld liegt im Waldviertel im Bezirk Krems-Land. Sie zählt 1.583 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 47,62 km². Neun Ortschaften liegen in acht Katastralgemeinden; der Ottensteiner Stausee reicht bis in ihr Gemeindegebiet.
Vom Dorf zum Markt am Getreideweg
Die Besiedlung war in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts mit dem Burgendreieck Lichtenfels, Ottenstein und Rastenberg weitgehend abgeschlossen. 1251 bezeugte Otto von Rastenveld eine Schenkung an das Kloster Melk; es ist die älteste urkundliche Nennung des Ortes. Seit etwa 1300 setzte ein steinerner Metzen das örtliche Getreidemaß. Ein Wappenbrief von 1494 dokumentiert Jahr- und Wochenmärkte. 1535 bestätigte König Ferdinand I. das Marktrecht. Im Dreißigjährigen Krieg brannten Kirche und Pfarrhof 1619/20 teilweise nieder. Ein Großbrand zerstörte 1828 insgesamt 35 Häuser; der Wiederaufbau bewahrte die Form des inneren Marktplatzes.
Ottenstein und Rastenberg: zwei Burgen, zwei Wege
Schloss Ottenstein steht auf einem Granitfelsen über dem Kamp und wurde 1177/78 als Reichslehen erwähnt. Melchior von Lamberg erwarb Burg und Herrschaft 1536; seine Familie blieb rund vier Jahrhunderte Eigentümerin. 1945 wurde das Schloss besetzt und schwer beschädigt, 1959 ging es an die Windhag’sche Stipendienstiftung. Die Burg Rastenberg entstand ab 1193; als Bauherr gilt vermutlich Turse Hugo von Rastenberg. Ein Vorwerk des 13. Jahrhunderts wurde im 16. Jahrhundert zum Wohntrakt und im 18. Jahrhundert durch einen barocken Bastionsbau ergänzt. Die Burg ist heute bewohntes Privateigentum, Besichtigungen sind ausgeschlossen. Der Meierhof beherbergt den Seminarbetrieb „Die Lichtung“.
Pfarrkirche und Holzkirchlein in Rastenberg
Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt bewahrt Teile eines romanischen Vorgängerbaus aus dem 12. Jahrhundert. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde sie gotisch erweitert; der Umbau dürfte mit der Pfarrerhebung um 1330 zusammenhängen. Der romanische Turm blieb erhalten. 1757 kamen zwei Rokokobilder von Franz Anton Maulbertsch hinzu. Im Ortsteil Rastenberg steht eine hölzerne Wegkapelle zur Burg. Ihre Entstehung ist urkundlich nicht überliefert; die Dorfglocke wurde 1757 gegossen. Nach ihrer Einschmelzung im Ersten Weltkrieg kam 1923 eine neue Stahlglocke hinzu. Die Dorfgemeinschaft besitzt die Kapelle; sie wurde 1971 und jüngst mit Unterstützung der Gemeinde und des Bundesdenkmalamts restauriert.
Staumauer, Speicher und heutiger Freizeitbetrieb
Die ersten Maschinen des Pumpspeicherkraftwerks gingen 1956 in Betrieb; eröffnet wurde es im Juli 1957. Die Gewölbesperre ist 69 Meter hoch und bis zu 24 Meter dick, der Stausee fasst 73 Millionen Kubikmeter. EVN bietet Führungen durch Maschinenhalle, Turbinenraum und Kontrollgang in der Staumauer an; Einzelpersonen können laut aktueller Betreiberseite in den niederösterreichischen Sommerferien donnerstags teilnehmen. Am See gibt es Verleihboote und Rundfahrten. Das 2026 neu gestartete Naturresort betreibt Seerestaurant und Bootsverleih und nutzt Schloss Ottenstein als Veranstaltungsort; das Hotel liegt in Peygarten-Ottenstein. Die Mühlenrunde führt vom Marktplatz über die Ruessbucht zur verfallenen Steiningermühle und zur privaten Schöpfermühle.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Rastenfeld – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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- Schloss Ottenstein
- Burg Rastenberg
- Pfarrkirche Maria Himmelfahrt
- Restaurierung Holzkapelle Rastenberg
- Das Kraftwerk Ottenstein wird 60 Jahre
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- Hotel Ottenstein – Betriebe und Schloss Ottenstein
- Route 2 – Mühlenrunde
- Katastralgemeinden der Marktgemeinde Rastenfeld
Stand der Angaben: 08.10.2026
