GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Hauskirchen

Drei Ortschaften an der Zaya mit einer ungewöhnlichen Weinviertler Pioniergeschichte

GEMEINDEKENNZIFFER30826
Pfarrkirche in Hauskirchen.
Pfarrkirche in Hauskirchen. · Foto: Robert Heilinger · „Kirche 6532 in A-2184 Hauskirchen“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 272
01.01.2026
Fläche
22,03 km²
Bevölkerungsdichte
57,7
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2184
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

HAUSKIRCHEN KENNENLERNEN

Hauskirchen: Kirchen, Schloss und Erdäpfelgeschichte

Die Gemeinde Hauskirchen liegt im nordöstlichen Weinviertel im Bezirk Gänserndorf. Sie zählt 1.272 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 22,03 Quadratkilometer. Hauskirchen, Prinzendorf an der Zaya und Rannersdorf an der Zaya verbinden Kirchen- und Schlossgeschichte mit einem frühen Kapitel des Erdäpfelanbaus.

Hauskirchen und seine Erdställe

Die Gemeindechronik datiert den Beginn Hauskirchens in die Zeit um 1100 und verbindet ihn mit Hugo von Liechtenstein. Der überlieferte Ortsname Hugeschirichen verweist auf Kirche und Herrschaftssitz, die zunächst die einzigen Bauten gewesen sein sollen. 1550 ließ man aus Furcht vor Überfällen Erdställe anlegen. Während der ungarischen Einfälle von 1703 bis 1706 suchten Bewohner dort Schutz; Graf Forgács, Anführer der Aufständischen, hielt sich laut Ortsgeschichte im Pfarrhof auf. Hauskirchen blieb in dieser Episode unversehrt. 1848 endeten Zehent und Robot, 1866 zogen preußische Truppen durch den Ort. Der ehemalige Edelsitz wurde 1602 von Johann Reinhart von Ehrenreitter neu errichtet; die Gemeinde kaufte das Schloss 1960 und veräußerte es 1967.

Die Laurentiuskirche auf der Geländestufe

Die Pfarrkirche des heiligen Laurentius steht auf einer Geländestufe südöstlich des Ortszentrums. Ihr gotischer Bau besitzt ein Hauptschiff und ein linksseitiges Seitenschiff; Um- und Zubauten kamen im 18. Jahrhundert hinzu. Die heutige Erscheinung geht wesentlich auf die Arbeiten von 1897 bis 1899 zurück, die Dombaumeister Julius Hermann leitete. Der steinerne Hochaltar entstand 1899. Darüber befindet sich ein gotischer Altaraufbau aus Eichenholz mit Figuren der Heiligen Laurentius, Sebastian und Florian. Auch die Orgel hat eine eigene Baugeschichte: Josef Mauracher fertigte 1904 ein neues Instrument. Pfarrhof und Kirche liegen in unmittelbarer Nähe zueinander; der geschützte ehemalige Wehrkirchhof gehört ebenfalls zum Ensemble.

Prinzendorf: Schloss, Kirche und Jungblut

Prinzendorf ist 1120 als „Prunsindorf“ in einer Stiftung an das Stift Klosterneuburg belegt. 1319 wird eine Festung erwähnt. Nachdem Schweden 1645 und osmanische Truppen 1683 das Schloss zerstört hatten, wurde das Schloss zwischen 1731 und 1751 an einem neuen Standort errichtet. 1971 erwarb der Künstler Hermann Nitsch das Anwesen. Die Pfarrkirche St. Markus wurde 1734 errichtet und wird von 17 barocken Grabsteinen umgeben, die bei der Renovierung 1969 aufgestellt wurden. Hinter der Kirche steht das Jungblutdenkmal von 1834. Es erinnert an Pfarrer Johann Eberhard Jungblut, der von 1760 bis 1795 in Prinzendorf wirkte und 1761 Erdäpfel einführen ließ. Von hier verbreitete sich der Anbau laut Gemeindeangaben im Weinviertel.

Rannersdorf und das landwirtschaftliche Museum

Rannersdorf an der Zaya erscheint 1210 als „Reinoldesdorf“ in einer Urkunde; Besitzungen gehörten damals dem Stift Heiligenkreuz. Eine Mühle namens Grundtmüll ist im 16. Jahrhundert erwähnt. 1767 ließ man die Mariensäule mit den Figuren des heiligen Florian und des heiligen Bernhard errichten; sie wurde 2005 renoviert. In Prinzendorf zeigt das landwirtschaftliche Museum Geräte und Maschinen in Scheunen und auf einem Freigelände, außerdem eine alte Waschküche. Im Jungbluthaus, das zwischen 1761 und 1763 erbaut wurde, sind eine historische Rauchküche und Speisekammer erhalten. Bilder und Dokumente beleuchten Jungbluts Amtszeit.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Hauskirchen auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 230
31.10.2021 · Registerzählung1 293
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 272

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
773
NUTS-3-Region
Weinviertel (AT125)

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