MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Großharras

Dreifaltigkeitskirche, alte Siedlungsspuren und Salzbiotope

GEMEINDEKENNZIFFER31616
Pfarrhof in Großharras
Pfarrhof in Großharras · Foto: JonnyBrazil · „NOE Großharras Pfarrhof“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 at · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 071
01.01.2026
Fläche
42,66 km²
Bevölkerungsdichte
25,1
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2034
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

GROSSHARRAS KENNENLERNEN

Großharras: Dorf am trockenen Pulkautal

Die Marktgemeinde Großharras liegt im nordwestlichen Weinviertel am südwestlichen Rand des Laaer Beckens. Zum Jahresbeginn 2026 lebten hier 1.071 Menschen auf 42,66 Quadratkilometern. Die drei Katastralgemeinden Großharras, Diepolz und Zwingendorf reichen vom Hügelland bis ins Pulkautal.

Spuren früher Besiedlung

Funde aus der Bronzezeit belegen, dass Menschen den Raum lange vor den schriftlichen Ortsnennungen nutzten. An der Straße Richtung Kammersdorf wurde 1876 ein langobardisches Grab aus der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts entdeckt. Großharras selbst erscheint 1156 erstmals in einer Urkunde. Der Ortsname wird vom mittelhochdeutschen „har-roce“ hergeleitet, einem Ausdruck für Flachsröste. Die Kirche war zunächst dem heiligen Pankraz geweiht; heute gilt das Patrozinium der Allerheiligsten Dreifaltigkeit.

Eine Kirche des Malteserordens

1255 übertrugen die Seefelder die Pfarrkirche an die Johanniter in Mailberg. Damit gehört Großharras zu den historischen Malteserpfarren des Landes. In der Ortsmitte steht außerdem die restaurierte Dreifaltigkeitssäule mit neu bepflanzter Grünfläche. Die Pfarre lässt den Kirchenraum tagsüber offen.

Zwingendorf und seine Salzböden

Zwingendorf wurde 1207 erstmals urkundlich erwähnt. Der Mailbergbach teilte die Siedlung einst in Groß- und Kleinzwingendorf; beide Ortsteile besaßen eine Kirche, die Kirche von Großzwingendorf wurde 1539 abgetragen. Schwedische Truppen verwüsteten den Ort 1645. Am östlichen Ortsausgang erinnert das Weiße Kreuz an Pestwellen des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts. Nördlich des Zwingendorfer Dorfteichs liegen auf rund 29 Hektar Salzbiotope; etwa 5,5 Hektar davon stehen seit 1979 unter Naturschutz. Der hohe Anteil an Natriumsulfat und Magnesiumsulfat im Boden schränkt das Pflanzenwachstum ein und begünstigt eine seltene, an Salz angepasste Flora und Fauna. Mit jährlich etwa 400 bis 500 Millimetern Niederschlag zählt die Gegend zu den trockenen Landstrichen Österreichs. Bronzezeitliche Funde belegen auch in Zwingendorf eine frühe Besiedlung. Trockenlegungen haben die ehemals weiter ausgedehnten Salzböden des Pulkautals stark verkleinert. Die Pulkautalbahn stellte 1873 den Eisenbahnanschluss her. Nach niedrigen Grundwasserständen waren Salzflächen zeitweise kaum sichtbar; hohe Wasserstände im Spätwinter 2019/20 ließen im Frühling wieder großflächige Salzausblühungen entstehen. Die jährliche Mahd schützt unter anderem das Strand-Milchkraut.

Brände, Zusammenschlüsse und Dorfleben

1713 raffte die Pest nahezu die ganze Einwohnerschaft von Großharras hinweg. Mehrere Großbrände sind für das 19. Jahrhundert belegt; nach den Feuern von 1857, 1858, 1863, 1864 und 1871 gründeten Bürger 1885 eine Freiwillige Feuerwehr. Diepolz wurde 1970 mit Großharras vereint, Zwingendorf folgte 1971. 2006 feierte Großharras sein 850-jähriges Bestehen. In Diepolz steht eine Kapelle zu Maria. Das Gasthaus „Zur Traube“ ist seit 1675 belegt; die Familie Holzer übernahm den Betrieb 1927. In Zwingendorf ließ die Pfarre 2020 den Kircheninnenraum nach Vorgaben des Bundesdenkmalamtes neu ausmalen und den Sockel mit einem Aero-Dry-System gegen aufsteigende Feuchte erneuern. Die Entscheidung zur Renovierung war bereits 2019 gefallen. Gemeinde, Land Niederösterreich, Erzdiözese Wien und Bundesdenkmalamt unterstützten die Arbeiten; Freiwillige halfen beim Aus- und Einräumen der Kirche.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 09.10.2026

GEOGRAFIE

Großharras auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 138
31.10.2021 · Registerzählung1 098
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 071

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
716
NUTS-3-Region
Weinviertel (AT125)

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