BREITENWANG KENNENLERNEN
Breitenwang: Industrie zwischen Reutte und Plansee
Breitenwang verbindet zwei Landschaften, die auf den ersten Blick kaum zusammengehören: den dicht bebauten Talkessel von Reutte und die Ufer des Plansees. Die Gemeinde ist eng mit der Nachbarstadt verflochten, reicht aber mit den Weilern Mühl, Lähn und Neumühle bis an den See. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 1.402 Menschen; das Gemeindegebiet umfasst amtlich 19,00 Quadratkilometer.
Ein Dorf in der Nachbarschaft Reuttes
Im Tal bilden Breitenwang und Reutte einen gemeinsamen Siedlungs- und Alltagsraum. Viele Wege zu Geschäften, Schulen und öffentlichen Einrichtungen überschreiten die Gemeindegrenze, während Breitenwang eigene Ortsteile und Wohnlagen behält. Das Hauptdorf liegt im Talkessel; Mühl schließt östlich an und ist zugleich der Standort des großen Metallwerks. Weiter südlich führt die Straße hinauf zum Plansee, an dessen Ufer einzelne Häuser und touristische Betriebe liegen. Die Außerfernbahn bedient die Bahnhöfe Reutte und Schulzentrum. Im Dorf verdichtet sich die Bebauung zur Reuttener Grenze hin, während südlich des Hauptorts die Siedlungen kleiner werden.
Metallurgie als örtlicher Schwerpunkt
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist für Breitenwang 3.038 Beschäftigte am Arbeitsort aus; 77,9 Prozent dieser Beschäftigungsverhältnisse lagen im sekundären Sektor. Das passt zum Standort Mühl: Das Plansee-Werk verarbeitet Wolfram und Molybdän pulvermetallurgisch zu Halbzeugen und Bauteilen für technische Anwendungen. Die Geschichte begann 1921, als das Metallwerk hier gegründet wurde; aus dem Werk entwickelte sich ein international tätiger Industriekonzern. 2024 verteilten sich die Arbeitsplätze auf 98 örtliche Arbeitsstätten; die hohe Zahl Beschäftigter bei vergleichsweise wenigen Standorten zeigt das Gewicht der Industrie. Am Plansee ergänzen Camping, Gastronomie, Bootsverleih und Schifffahrt die örtliche Dienstleistungsarbeit. Ein Kraftwerk der Elektrizitätswerke steht ebenfalls in der Gemeinde.
Am Plansee beginnt eine andere Seite des Orts
Ein Teil des Plansees liegt auf Breitenwanger Gebiet; der See ist frei zugänglich und wird zum Schwimmen, Segeln, Tauchen und Angeln genutzt. Liegewiesen, Spielplätze und ein Kiosk ergänzen die Ufer. Die Schifffahrt verbindet mehrere Anlegestellen und fährt weiter zum Heiterwanger See. Am Camping Seespitze liegen eine kostenfreie Liegewiese und die Anlegestelle nebeneinander. Wer das Ufer zu Fuß erkundet, erreicht auf dem Weg Richtung Heiterwanger See auch ruhigere Abschnitte; weitere Wanderwege führen zu den Stuibenfällen. Der Archbach entspringt dem Plansee und durchquert anschließend das Gemeindegebiet.
Kirche und Erinnerung im Ortskern
Breitenwang ist bereits 1094 als „Breitinwanc“ belegt. Eine besondere Episode der Reichsgeschichte verbindet den Ort mit Kaiser Lothar III., der 1137 während einer Reise in einer Bauernhütte starb. Heute prägt die Dekanatskirche St. Peter und Paul den Ortskern. Sie entstand im 17. Jahrhundert; Johann Jakob Zeiller schuf 1755 das Chor-Deckenfresko. In der Auferstehungskapelle ist ein Totentanz aus Stuckmedaillons zu sehen, den Thomas Seitz in den 1720er-Jahren gestaltete. Im Hotel Forelle befand sich von 1944 bis 1945 ein Außenlager des Konzentrationslagers Dachau.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Breitenwang – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Breitenwang Gemeinde - Startseite
- Breitenwang Gemeinde - Startseite - Unser Dorf - Wissenswertes - Sehenswürdigkeiten
- Plansee Group – Produkte und Unternehmensprofil
- Tirol Werbung – Bademöglichkeiten am Plansee
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024
- Gemeinde Breitenwang – Camping Seespitze
Stand der Angaben: 15.10.2026
