MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Hernstein

Sieben Ortschaften zwischen Gutensteiner Alpen und Wiener Becken

GEMEINDEKENNZIFFER30614
Blick von Aigen auf Hernstein
Blick von Aigen auf Hernstein · Foto: Herzi Pinki · „Hernstein from Aigen“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 537
01.01.2026
Fläche
46,63 km²
Bevölkerungsdichte
33,0
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2561
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

HERNSTEIN KENNENLERNEN

Hernstein: Schlossbau und Pecherei

Die Marktgemeinde Hernstein liegt am Nordostrand der Gutensteiner Alpen im Bezirk Baden. Sie umfasst 46,63 Quadratkilometer und hat 1.537 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Sieben Ortschaften verteilen sich auf mehrere Becken und Höhenzüge; im Waldgebiet war die Harzgewinnung aus Schwarzföhren über Jahrhunderte ein bedeutender Erwerbszweig.

Vom Meierhof zum Schloss

Eine Herrschaft der bayerischen Grafen von Falkenstein und Neuburg bildete den historischen Ausgangspunkt von Hernstein. 1125 ist Reginold als „de Harrandistein“ urkundlich genannt. Nach dem Aussterben der Falkensteiner kam Hernstein Mitte des 13. Jahrhunderts an das Hochstift Freising. Das heutige Schloss ging aus einem Meierhof hervor. Erzherzog Leopold Ludwig ließ es zwischen 1856 und 1880 nach Plänen Theophil von Hansens zu einer bedeutenden Anlage des Historismus umbauen. 1965 wurde das Gebäude in ein Seminarhotel umgestaltet. Die Marktgemeinde Hernstein erhielt 1994 das Marktrecht. Der Name erscheint auch als Herrnstein oder Hörnstein; die Schreibweisen spiegeln historische Varianten wider.

Schwarzföhren und Harzgewinnung

Im südlichen Niederösterreich heißt die Harzgewinnung aus Schwarzföhren Pecherei. Hernstein und umliegende Orte bildeten ein Kerngebiet dieses Handwerks: Laut Gemeinde lebte hier fast 300 Jahre lang ein bedeutender Teil der Bevölkerung davon. Bei der Destillation des Harzes entstanden Terpentin und Kolophonium. Terpentin wurde vor allem als Lösungsmittel in Lacken und Farben eingesetzt; Kolophonium fand unter anderem in Papier- und Seifenherstellung Verwendung und wird bis heute für Geigenbögen genutzt. Kunstharz und billigere Importe ließen die gewerbliche Pecherei ab den 1960er Jahren stark zurückgehen. Das Pechermuseum zeigt Werkzeuge und Schaubäume auf natürlichem Waldboden. Die UNESCO nahm die Pecherei in Niederösterreich 2011 in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes auf.

Becken, Bäche und Höhen

Das Gemeindegebiet gliedert sich in drei Becken: Hernstein liegt in einer Mulde am Augraben, nordwestlich davon befindet sich das Grillenberger Becken, nordöstlich das Kleinfelder Becken. Eine Engstelle beim Buchriegel trennt die ersten beiden. Der Veitsauer Bach entwässert den größten Teil des Gebietes nach Norden und mündet in Berndorf in die Triesting. Aigen liegt auf einem Plateau, das nach Osten in Richtung Lindabrunn überleitet. Die westlichen Höhenzüge umfassen Großen und Kleinen Rosenkogel sowie Hammerlleiten. Die Hohe Mandling und der Gipfel des Waxenecks liegen bereits außerhalb der Gemeindegrenze; die Hallourhöhle befindet sich dagegen im Gemeindegebiet knapp unterhalb des Waxeneckgipfels.

Kirchen und Ortsteile

Die sieben Ortschaften heißen Aigen, Alkersdorf, Grillenberg, Hernstein, Kleinfeld, Neusiedl und Pöllau. In Grillenberg steht die Pfarrkirche zur heiligen Margareta, in Hernstein jene zum heiligen Laurenz. Das Pechermuseum und der Pecherlehrpfad liegen in Hernstein; die Gemeindeseite verweist zudem auf die Vinzenzkapelle auf dem Hart. Die Volksschule für Hernstein und Grillenberg steht in Grillenberg; der Landeskindergarten liegt im Hauptort. Der SV Grillenberg spielt Fußball, während in Hernstein Tennis und Stocksport angeboten werden.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Hernstein auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 495
31.10.2021 · Registerzählung1 558
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 537

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
751
NUTS-3-Region
Niederösterreich-Süd (AT122)

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