SEITENSTETTEN KENNENLERNEN
Seitenstetten: Klosterort mit Marktrecht
Seitenstetten ist geprägt vom Benediktinerstift und dem Markt, der sich neben der Klosteranlage entwickelte. Das Gemeindegebiet reicht von historischen Kirchen und dem Meierhof bis zu den Siedlungen im Trefflingtal.
Markt und Stift
Die Marktgemeinde zählt 3.389 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 30,47 Quadratkilometer. Sie besteht aus der einzigen Ortschaft Seitenstetten; die Katastralgemeinden Seitenstetten Markt und Seitenstetten Dorf unterscheiden dagegen zwei historische Verwaltungseinheiten. Der Marktname ist 1109 erstmals urkundlich belegt. Ein früher Hinweis auf eine Klosterschule stammt ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert. Das Benediktinerstift wurde 1112 von Udalschalk gegründet, der seinen Erbbesitz dem Kloster widmete. 1114 zogen Benediktiner aus Göttweig ein; Bischof Ulrich von Passau weihte 1116 die Stiftskirche. Kaiser Friedrich III. verlieh Seitenstetten 1480 das Marktrecht. Damit erhielt der Markt das Recht, regelmäßig einen Wochenmarkt abzuhalten und seine Bürger durch einen selbst gewählten Marktrichter verwalten zu lassen. Markt und Kloster entwickelten sich in enger Nachbarschaft, blieben aber unterschiedliche Körperschaften.
Klosteranlage und Kirchen
Die Stiftskirche ist eine frühgotische, dreischiffige Basilika mit Kreuzrippengewölbe aus der Zeit um 1300. Ihre Altäre, Kanzel, Deckengemälde und Stuckarbeiten wurden zwischen etwa 1670 und 1706 barock gestaltet. Das Kloster erhielt seine heutige barocke Form vor allem zwischen 1718 und 1747. Von der romanischen Bauzeit blieb die Ritterkapelle aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erhalten. Auch ein Portal mit farbigem Klosterwappen aus der Zeit um 1350 und ein Tympanonrelief über dem Kapitelsaal stammen aus älteren Bauphasen. Die Friedhofskirche St. Veit ist spätgotisch und entstand um 1500; ihr Turmhelm wurde 1882 neugotisch erneuert. Diese Gebäude machen mehrere Jahrhunderte Baugeschichte sichtbar.
Schule, Marktleben und Geschichte
Seitenstetten erhielt 1483 zusätzlich einen Jahrmarkt. Ein Großbrand zerstörte 1836 sechs Häuser und den Meierhof. 1848 endete die rechtliche Abhängigkeit des Marktes von der Stiftsherrschaft; der bisherige Marktrichter wurde erster Bürgermeister. 1850 eröffnete eine Postexpedition. Das Schulwesen ist eng mit dem Stift verbunden: 1878 wurde ein neues Schulhaus eröffnet, und das Stiftsgymnasium prägt den Bildungsort bis heute. 1988 zog die niederösterreichische Landesausstellung rund 250.000 Besucher an und zeigte erstmals einen Teil der Stiftskunstschätze öffentlich. Die begleitende Ausstellung im Meierhof widmete sich dem Most und der Region. Im Gemeindegebiet erinnert das Franzosenwaldkreuz an 176 österreichische Soldaten, die 1796 und 1800 im Militärspital des Stifts starben.
Wege und heutige Orte
Der Meierhof wurde 1775 als großer, dreigeteilter Vierkanthof errichtet und misst 132 mal 66 Meter. Die Treffling, die durch das Gebiet fließt, trat 1736 so stark über die Ufer, dass ein Schaden von 7.305 Gulden entstand. Hochwasserschutz und Umfahrung wurden 2018 begonnen und 2019 eröffnet. Ein Geh- und Radweg verbindet den Markt seit 1995 entlang der Bundesstraße mit St. Peter in der Au, einer Nachbargemeinde. Der eigene Bahnhof St. Peter-Seitenstetten liegt rund zweieinhalb Kilometer vom Ort entfernt an der Westbahn. Im Ortsteil Sankt Veit entstand 1991 ein Vereinszentrum; dort wurde später auch eine Sport- und Freizeithalle gebaut.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Seitenstetten – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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- Stift Seitenstetten – Geschichte
Stand der Angaben: 08.10.2026
