KORNEUBURG KENNENLERNEN
Korneuburg: Stadt am Strom mit gotischem Turm
Korneuburg liegt am linken Donauufer im niederösterreichischen Weinviertel. Die Stadtgemeinde zählt 13.790 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 9,77 Quadratkilometer. Ihre Altstadt erinnert an Handel, Wehrbau und das Selbstverständnis einer landesfürstlichen Stadt.
Vom Markt zur Stadt
Eine Urkunde von 1114 nennt den Handelsplatz „novum forum“; die Siedlung hieß Neuburg und lag beiderseits der Donau. Wegen wiederkehrender Überschwemmungen rückte der Markt um 1200 auf höheres Gelände, wo ein rechteckiger Platz mit Kirche entstand. Aus der Siedlung wurden zwei Städte: Korneuburg als „Neuburg markthalben“, Klosterneuburg als „Neuburg klosterhalben“. Das älteste erhaltene kodifizierte Stadtrecht stammt von 1311. Korneuburg erhielt 1399 einen Sommerjahrmarkt und 1429 einen Herbstmarkt. 1484 eroberten ungarische Truppen die Stadt nach monatelanger Belagerung.
Ein Turm mit vielen Aufgaben
Der Stadtturm erhob sich im 15. Jahrhundert über dem Chor der Nikolaikirche; seine Fertigstellung wird um 1445 angesetzt. Mit 47 Metern prägte er die Silhouette und diente als Aussichtspunkt über Stadt und Umgebung. Der Türmer meldete Brände und herannahende Truppen, rief die Nachtstunden aus und läutete Angelus- und Sperrstundenglocke. 1646 wurde der Turm während der Rückeroberung der schwedisch besetzten Stadt schwer beschädigt. Bei einer Restaurierung 1888 bis 1890 erhielt er sein heutiges Erscheinungsbild.
Neugotik am Hauptplatz
Max Kropf entwarf das Rathaus, das 1894 und 1895 in neugotischer Form errichtet wurde. Für den Neubau wich das Langhaus der profanierten Nikolaikirche; Turm und Rathaus wurden zu einem Baukörper verbunden. An der Fassade stehen Figuren König Albrechts I. und Kaiser Franz Josephs I. von Emanuel Pendl, dazu kommen Wappen der Habsburgerländer und niederösterreichischer Städte. Das große Stiegenhaus führt zu einem Sitzungssaal, in dem originale Holzvertäfelung, Kassettendecke und Leuchter erhalten sind. Im Innenhof blieb der Triumphbogen der älteren Kirche sichtbar.
Kirchenkunst aus mehreren Jahrhunderten
Die Pfarrkirche St. Ägyd entstand vermutlich gegen Ende des 13. Jahrhunderts und ist 1300 erstmals urkundlich belegt. Ihr gotischer Chor stammt aus dem 14. Jahrhundert; die Seitenschiffe erhielten im 15. Jahrhundert Kreuz- und Netzrippengewölbe. Nach dem Stadtbrand von 1842 wurde das Mittelschiff eingewölbt, Turm und Westwerk folgten 1899 bis 1903 neugotisch. In der Augustinerkirche verbindet sich eine andere Epoche: Der spätbarocke Neubau dauerte von 1745 bis 1763. Franz Anton Maulbertsch gestaltete den Hochaltar mit dem illusionistischen Fresko „Das letzte Abendmahl“.
Vom Badehaus zum Stadtmuseum
Ein Bau am Max-Burckhard-Ring erzählt jüngere Stadtgeschichte: Das 1908 errichtete städtische Dampf-, Wannen- und Brausebad blieb bis 1956 in Betrieb. Seit 1974 beherbergt es das Stadtmuseum. Im angrenzenden Museumspark stehen eine 1848 gegossene Mariensäule und ein Gedenkstein für den in Korneuburg geborenen Komponisten Nico Dostal. Das Museum wird vom Museumsverein getragen; dessen Veranstaltungsseite weist den regulären Sonntagsbesuch von 9 bis 12 Uhr aus. Stadtspaziergänge finden am ersten Sonntag im Monat nach Anmeldung statt.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Korneuburg – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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Stand der Angaben: 08.10.2026
