GEMEINDE · OBERÖSTERREICH

Munderfing

Ein ausgedehntes Waldgebiet, Pilgerwege und örtliche Technik prägen den Ort.

GEMEINDEKENNZIFFER40426
Luftaufnahme von Munderfing
Luftaufnahme von Munderfing · Foto: Woidfeeee · „Munderfing Ort, OÖ — Luftansicht von Nordwesten (2018)“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
3 113
01.01.2026
Fläche
31,09 km²
Bevölkerungsdichte
100,1
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
5222
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

MUNDERFING KENNENLERNEN

Munderfing zwischen Kobernaußerwald und Werkhalle

Munderfing liegt am Westrand des Kobernaußerwaldes im Bezirk Braunau. Die Gemeinde zählt 3.113 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 31,09 Quadratkilometer. Wald, Bahn und Bundesstraße ordnen den Raum; zugleich arbeiten hier Unternehmen der Fahrzeugtechnik und die Gemeinde betreibt einen Windpark.

Waldgemeinde mit Wegenetz

Der Kobernaußerwald nimmt viel Fläche ein und war über Jahrhunderte Holzquelle und Triftgebiet. Heute wird er auch zur Naherholung genutzt. Die Gemeinde beschreibt markierte Wanderwege und eine offizielle Mountainbikestrecke, die Besucher zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf die Windräder führen. Der Anlagenbereich selbst ist ein Kraftwerk und nicht ohne Weiteres zu besichtigen; Führungen werden nach Vereinbarung angeboten. Im Norden und Süden liegen zwei Katastralgemeinden mit insgesamt 23 Ortschaften. Die Mattigtalbahn durchquert das Gebiet, daneben verbinden B147 und die 2017 fertiggestellte Umfahrung die verstreuten Siedlungen. Ein Ziel im Wald ist der erhaltene Stamm der Riesentanne: Der Baum war abgestorben und wegen herabfallender Äste gefährlich, deshalb blieb ein 2,4 Meter hoher Stumpf mit Schutzdach stehen. Er liegt rund 3,9 Kilometer östlich der Pfarrkirche; die Gemeinde gibt den Fußweg vom Ort mit etwa einer Stunde an.

Fahrwerkskomponenten und Gemeindewindpark

Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist für Munderfing 259 Arbeitsstätten und 2.715 Beschäftigte in Arbeitsstätten aus; 51,5 Prozent dieser Beschäftigten arbeiteten im sekundären Sektor. Ein konkretes Beispiel ist KTM Components im Gewerbegebiet Nord: Das Unternehmen entwickelt und fertigt dort Fahrwerkskomponenten für Motorräder. Ein zweiter technischer Bereich ist die kommunale Windenergie. Sechs Anlagen mit zusammen 18,975 Megawatt installierter Leistung bilden den Windpark; 75,2 Prozent der Anlage gehören der Gemeinde. Die Gemeinde hatte bereits 2003 ein Energiekonzept beschlossen, aus dem die Windkraft als konkreter Schritt hervorging.

Kirchen aus verschiedenen Zeiten

Munderfing ist 777 erstmals urkundlich erwähnt. Im Zentrum steht die dem heiligen Martin geweihte Pfarrkirche mit mittelalterlichem Kern. Das gotische Kruzifix stammt aus dem Jahr 1460; die Barockisierung folgte 1722, der Zwiebelturm ist 44 Meter hoch. In Valentinhaft steht eine Filialkirche, die 1179 erstmals belegt ist. Auch die evangelische Reformations-Gedächtnis-Kirche verweist auf Veränderungen der Gemeinde im 20. Jahrhundert: Familien aus Siebenbürgen und dem Banat setzten sich für das eigene Gotteshaus ein, das 1970 geweiht wurde.

Schulzentrum, Generationenwald und Via Nova

Mit dem Schuljahr 2026/27 ging die erste Etappe des neuen Schulzentrums in Betrieb. Die Mittelschule übersiedelte dafür vorübergehend in den Neubau; im kommenden Jahr soll das bisherige Bestandsgebäude saniert werden. Der neue Sportcluster hat einen eigenen Eingang und ist auch für Vereine vorgesehen. Freiklassen erweitern den Unterricht künftig nach draußen. Die vollständige Fertigstellung ist für Herbst 2027 geplant. Im Kobernaußerwald pflanzt die Gemeinde außerdem jedes Jahr für jedes neugeborene Kind einen Baum im Generationenwald. Eine weitere Station im Freien liegt am Pilgerweg Via Nova: Schülerinnen und Lehrkräfte planten mit der Gemeinde ein Labyrinth nach dem Vorbild von Ravenna. Drei Steinkegel markieren den Eingang; am Sitzplatz hängen Naturvorhänge aus Materialien des Waldes. In der Mitte können Pilger Sprüche vom Pflückbaum mitnehmen und Steine mit religiösen Symbolen auf ihrem Weg weitertragen.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 12.10.2026

GEOGRAFIE

Munderfing auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 741
31.10.2021 · Registerzählung3 022
01.01.2026 · Bevölkerungsstand3 113

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 050
NUTS-3-Region
Innviertel (AT311)

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Nachbargemeinden von Munderfing

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.