LANNACH KENNENLERNEN
Lannach: Arzneimittel und weststeirisches Gemeindeleben
Lannach ist eine Marktgemeinde westlich von Graz, in der große Produktionsstandorte und kleinteilige Ortsteile eng beieinanderliegen. Hier leben 3.646 Menschen (Stand 1. Jänner 2026); das Gemeindegebiet umfasst 19,83 Quadratkilometer. Zwischen den Industrieflächen liegen Wohngebiete und die Teiche eines früheren Ziegeleigeländes.
Sieben Ortschaften rund um den Hauptort
Zur Gemeinde gehören die Katastralgemeinden Blumegg, Breitenbach, Lannach und Teipl sowie die sieben Ortschaften Blumegg, Breitenbach in der Weststeiermark, Heuholz, Hötschdorf, Lannach, Sajach und Teipl. Der Hauptort liegt auf etwa 349 Metern Seehöhe. Die Gemeindestraßen und die Verbindung Richtung Graz machen Lannach zu einem Wohnort mit kurzen Wegen in die Bezirkshauptstadt Deutschlandsberg und in den Grazer Raum. Zugleich bündelt sich ein Teil der Arbeitsplätze im Lannacher Industriegebiet. Die Pfarrkirche und Gemeindeeinrichtungen bilden den Ortskern; außerhalb davon wechseln Wohnsiedlungen, Gewerbeareale und landwirtschaftlich geprägte Flächen. Diese Mischung erklärt, warum Lannach sowohl als Marktgemeinde im Alltag als auch als Standort industrieller Produktion wahrgenommen wird.
Naturflächen zwischen Ortskern und Gewerbe
Die Kettischgründe zeigen, wie frühere Nutzung und heutiger Naherholungsraum ineinandergreifen. Auf dem Gelände einer ehemaligen Ziegelei entstanden Teiche und ein Feuchtgebiet, das das Land Steiermark als Naturschutzgebiet führt und als Naherholungsgebiet beschreibt. Am Rand des Schutzgebiets liegen gestaltete Uferbereiche mit Bänken und Rastplätzen. Auch der Name Lannach verweist auf die Wasserlandschaft: Der Ort ist 1172 als „Lunach“ belegt. Für die Herkunft des Namens gibt es verschiedene Deutungen; die Laan ist jedenfalls ein alter Name für einen Bachlauf bei Lannach. Wasserläufe und Feuchtflächen sind damit auch jenseits der Teiche Teil der Ortslandschaft.
Pharma und industrielle Fertigung am Arbeitsort
Die Arbeitsstättenzählung 2024 zählte in Lannach 418 Arbeitsstätten und 3.612 Beschäftigungsverhältnisse. 62,4 Prozent der Beschäftigten am Arbeitsort entfielen auf den produzierenden Sektor; 78,2 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort in Lannach pendelten aus. Ein örtliches Beispiel ist der Produktionsstandort von G.L. Pharma. Das Unternehmen stellt in Lannach feste Arzneiformen wie Filmtabletten und Hartgelatinekapseln her und setzt dafür unter anderem Feuchtgranulierung, Wirbelschichttrocknung und Filmcoating ein. Die Anlage hat laut Unternehmensangaben rund 30.000 Quadratmeter Fläche. Neben Pharmaunternehmen befinden sich weitere Industrie- und Dienstleistungsbetriebe im Gemeindegebiet. Die Zahlen machen Lannach zu einem bedeutenden Arbeitsort, zeigen aber zugleich, dass viele Einwohner zu Arbeitsplätzen in anderen Gemeinden fahren.
Vom Schloss und der Ziegelei zur Marktgemeinde
Das Schloss Lannach wurde Ende des 16. Jahrhunderts errichtet; heute ist es gemeinsam mit der Pfarrkirche ein prägender Bau des Hauptortes. Die Gemeinde erhielt ihre heutige Form 1969, als Blumegg, Teipl, Lannach und Breitenbach zusammengelegt wurden. Die Schließung der Dachziegel- und Tonwarenfabrik 1934 kostete laut Ortschronik rund 90 Menschen ihre Arbeit. Die Pfarrkirche zum heiligen Franz von Assisi wurde 1986/87 gebaut. Für das heutige Leben zählen außerdem Angebote für Familien und ältere Menschen: Die Gemeinde betreibt Kindergarten und Volksschule; im Ort gibt es ärztliche Versorgung und ein Pflegewohnhaus. Die Versorgungseinrichtungen liegen damit nahe bei einem Ort, in dem industrielle Arbeit und Wohnen zusammenkommen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Lannach – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Unsere Kompetenzen – G.L. Pharma
- NSG-c 51 Kettischgründe in Lannach – Land Steiermark
- Pfarrkirche Lannach – Steiermark Tourismus
- Arbeitsstättenzählung 2024 – Statistik Austria, Gemeindeergebnisse
Stand der Angaben: 14.10.2026
