GÖTZENDORF AN DER LEITHA KENNENLERNEN
Götzendorf an der Leitha: Burg, Markt und Flusslandschaft
Götzendorf an der Leitha liegt im Bezirk Bruck an der Leitha und zählt 2.217 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Die Marktgemeinde umfasst 25,40 Quadratkilometer.
Zwischen Fischa und Leitha
Die Gemeinde liegt in der Ebene des Wiener Beckens. Die Fischa begrenzt das Gebiet im Nordwesten, die Leitha im Südosten. Die Leitha bildete über Jahrhunderte eine Grenze nach Osten und war zugleich ein natürlicher Verkehrsweg. Die beiden Ortschaften Götzendorf an der Leitha und Pischelsdorf sind auch die gleichnamigen Katastralgemeinden. Rund 80 Prozent der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, etwa fünf Prozent sind bewaldet. Nördlich des Orts liegt südlich des Reisenbaches die Siedlung An der Weide mit drei Badeseen.
Markt und Rittergeschlechter
Götzendorf ist vor 1130 urkundlich belegt. Die Gemeinde leitet den Namen von „Gezo“ ab, einem Kosenamen für einen Mann mit Speer. Im 13. Jahrhundert hatte der Ort Marktrecht und Gerichtsbarkeit; dazu gehörten Pranger und Galgen. Zweimal jährlich fanden Märkte statt. Als Herrschaftsbesitzer werden unter anderem Herzog Heinrich von Mödling um 1180 und später mehrere Adelsfamilien genannt. 1341 schenkte Herzog Albrecht II. den Pfarrbezirk Unterwaltersdorf samt Götzendorf dem Wiener Klarissenkloster. 1406 und 1411 sind Georg Stuchs und Wolfhart von Pellendorf als Besitzer überliefert; 1491 erhielt Hanns Maroltinger die Herrschaft. 1679 erwarb Gottlieb Graf von Windischgrätz den Besitz; 1756 ging er an Karl Graf Batthyány über. Die Aufhebung der Grundherrschaft beendete 1848 diese Ordnung.
Die Wasserburg im Ortskern
Eine Wasserburg schützte Götzendorf als Teil einer Befestigungslinie entlang der Leitha. Diese Linie reichte von Bruck über Sarasdorf und Trautmannsdorf bis in Richtung Wiener Neustadt. Ihr Standort war lange nicht genau bekannt. 1977 und 1982 legten Grabungen die Grundfesten mitten im Ort frei und bestätigten die Lage. Eine Darstellung des Kartografen Georg Matthäus Vischer zeigt die Burg bereits 1672. Während der Zweiten Wiener Türkenbelagerung wurde sie am 2. August 1683 von osmanischen Truppen in Brand gesetzt; der Ort wurde fast vollständig zerstört. Ein Stück mittelalterlicher Wehrmauer mit sichtbaren Balkenlöchern des Wehrgangs ist im Garten eines Gasthauses erhalten. Auf demselben Areal stehen zwei romanische Grabsteine mit biblischen Ornamenten.
Funde und Kirchen im Gemeindegebiet
Funde in der Umgebung lassen auf Menschen in der Jungsteinzeit schließen. 1937 wurden am Sandberg bei Götzendorf Langobardengräber mit Waffen, Schmuck und weiteren Grabbeigaben freigelegt. Die Götzendorfer Kirche war historisch eine Filiale der Pfarre Pischelsdorf. Die Pfarrkirche St. Stephan in Pischelsdorf stammt aus dem 12. Jahrhundert und bewahrt Gedenksteine aus 1579 und 1665. Vor ihr steht eine Dreifaltigkeitssäule von 1893. Die Filialkirche im Ort Götzendorf ist der heiligen Rosalia geweiht und besitzt einen spätgotischen Chor. Pischelsdorf wird von der Erzdiözese Wien als eigene Pfarre geführt.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Götzendorf an der Leitha – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Götzendorf an der Leitha - GEM2GO WEB - Startseite - Lebensraum Götzendorf an der Leitha - Wissenswertes über den Ort - Ortschronik
- Erzdiözese Wien – Pfarre Pischelsdorf
Stand der Angaben: 08.10.2026
