MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Brunn am Gebirge

Jungsteinzeitliche Funde, Weinrechte und Industriebauten liegen im heutigen Gemeindegebiet dicht beieinander.

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Rathaus in Brunn am Gebirge
Rathaus in Brunn am Gebirge · Foto: Wikimedia Commons/KarlGruber (CC BY 3.0) · „Brunn am Gebirge 7001“ · Wikimedia Commons · CC BY 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
12 308
01.01.2026
Fläche
7,26 km²
Bevölkerungsdichte
1 694,7
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2345
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

BRUNN AM GEBIRGE KENNENLERNEN

Brunn zwischen Weingärten und Werkshallen

Brunn am Gebirge liegt an der Thermenlinie südlich von Wien, zwischen Wienerwald und Wiener Becken. Am 1. Jänner 2026 zählte die Marktgemeinde laut Statistik Austria 12.308 Einwohner; das Gemeindegebiet umfasst 7,26 Quadratkilometer.

Spuren der frühen Besiedlung

Funde aus der Jungsteinzeit belegen frühe bäuerliche Besiedlung im Gebiet südlich von Wien. Die Gemeinde datiert die Brunner Fundstücke auf etwa 6000 vor Christus. Das heutige Ortszentrum dürfte um das Jahr 1000 entstanden sein; damals entwickelte sich das Dorf „Brun“ oder „Prun“. Der Name leitet sich vom althochdeutschen „brunno“, Quelle oder Brunnen, ab. Eine Urkunde des 12. Jahrhunderts nennt zwei Höfe, die an das Stift Klosterneuburg geschenkt wurden, unter dem Namen „Prunni“. Schon 1370 gab es in Brunn eine Schule.

Weinbau und alte Rechte

Der Weinbau ist in Brunn seit 1338 urkundlich nachgewiesen. Der Freiheitsbrief Kaiser Friedrichs III. von 1459 sicherte den Brunnern das Weinschankrecht und die Gerichtsbarkeit. Im 15. und 17. Jahrhundert erlebte der Weinbau Hochphasen: Brunner Wein gelangte an den Wiener Hof und wurde 1575 von der Königin von Ungarn sowie 1587 von der Königin von Frankreich gekauft. Auch die Ratskeller in Linz und Salzburg bezogen Wein aus dem Ort. Nach den Verwüstungen von 1683 erholte sich der Anbau nur langsam; die Bauern wählten den heiligen Donatus zu ihrem Schutzpatron. Sein Bild krönt die Säule des Marktbrunnens. Im 19. Jahrhundert sank die Bedeutung des Weinbaus. Zu den heute genannten Rebsorten gehören Grüner Veltliner, Weißburgunder, Neuburger, Zweigelt und Blauer Portugieser. Zwischen den schmalen Rebreihen pflanzten Winzer Pfirsichbäume als zusätzliche Einnahmequelle; daher erhielten die Brunner den mundartlichen Spitznamen „Pfeascha“. Der Pfeaschawein ist kein Pfirsichwein, sondern ein reinsortiger, trocken ausgebauter Grüner Veltliner.

Ziegel und Industrie

Im 18. Jahrhundert bestanden in Brunn private Ziegeleien; im 19. Jahrhundert wuchs die Ziegelproduktion stark. Die Industrialisierung der zweiten Jahrhunderthälfte brachte mehrere Fabriken und einen deutlichen Bevölkerungszuwachs: Die Gemeinde nennt einen Anstieg von 1.100 auf 3.000 Einwohner. Zu den Betrieben gehörten eine Brauerei, eine Glasfabrik und die Verzinkerei der Brüder Bablik. 1938 wurde Brunn in Groß-Wien eingegliedert und Teil des 24. Bezirks. Bombenangriffe und Kriegshandlungen forderten Tote und verursachten schwere Schäden. 1954 wurde Brunn wieder eine selbständige niederösterreichische Marktgemeinde.

Am Rand des Biosphärenparks

Der Westen des Gemeindegebiets liegt im Biosphärenpark Wienerwald; seine Grenze verläuft westlich der Leopold-Gattringer-Straße beziehungsweise der Liechtensteinstraße. Der Naturraumbericht des Biosphärenparks beschreibt Brunn als Übergang vom Karbonat-Wienerwald zum pannonisch geprägten Wiener Becken. Die tieferen Lagen befinden sich im Osten bei der Heidesiedlung, der höchste Punkt am westlichen Brunner Berg. Ein Teil der Gemeinde liegt im Landschaftsschutzgebiet Wienerwald; kleinere Flächen gehören zum Naturpark Föhrenberge und zum Natura-2000-Vogelschutzgebiet Wienerwald-Thermenregion. Der Vogelschutzgebietsanteil umfasst 5,6 Hektar. Für das Gemeindegebiet erfasste die Kartierung 2009 insgesamt 26 Hektar Weingärten an Brunner Berg, Sieghartsberg und Barmhartstal. Der Bericht nennt 58 Heurigen in den 1960er-Jahren und elf Weinbaubetriebe zum Erhebungsstand. Die Gemeinde nennt außerdem Naherholungsgebiete wie Wällischhof, Lerchenhöhe und Wienerbergerareal.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 09.10.2026

GEOGRAFIE

Brunn am Gebirge auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung11 308
31.10.2021 · Registerzählung12 078
01.01.2026 · Bevölkerungsstand12 308

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
3 423
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Südteil (AT127)

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