GEMEINDE · TIROL

Langkampfen

Langkampfen im Tiroler Unterinntal

GEMEINDEKENNZIFFER70515
Filialkirche Sankt Georg in Oberlangkampfen
Filialkirche Sankt Georg in Oberlangkampfen · Foto: Rufus46 · „Oberlangkampfen St.Georg-1“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
4 365
01.01.2026
Fläche
26,48 km²
Bevölkerungsdichte
164,9
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
6336
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

LANGKAMPFEN KENNENLERNEN

Langkampfen: vom Schifferdorf zum Industriestandort

Langkampfen liegt am Inn gegenüber von Kufstein. Die Gemeinde im Bezirk Kufstein zählt 4.365 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 26,48 km². Ihre Geschichte erzählt vom Wandel einer Inn-Schifffahrtsgemeinde zu einem Ort mit bedeutenden Arbeitsstätten in Schaftenau.

Siedlungen beiderseits des Talraums

Oberlangkampfen, Unterlangkampfen und Niederbreitenbach liegen verteilt im Inntal; Schaftenau ist ein wichtiger Gewerbestandort. Der Inn und die Verkehrswege im Tal verbinden die Ortsteile mit Kufstein und den Nachbargemeinden. Die Siedlungen bilden daher keinen einzigen geschlossenen Ortskern. Die Gemeindechronik nennt eine Römerstraße im Gebiet und die erste urkundliche Erwähnung als Langchompa im Jahr 799. Diese frühen Wege zeigen, dass der Talraum schon lange als Verbindung genutzt wurde. Heute prägen die verstreuten Ortsteile und der Wechsel zwischen Wohngebieten, Fluss und Gewerbeflächen das Erscheinungsbild. Wer den Ort durchquert, erlebt Langkampfen eher als Folge verschiedener Siedlungsteile denn als kompaktes Dorf.

Industrie in Schaftenau

In Langkampfen zählte die Arbeitsstättenzählung 2024 300 Arbeitsstätten mit 4.416 Beschäftigten. Rund 81 Prozent der dort Beschäftigten arbeiteten im produzierenden Bereich. Ein Schwerpunkt ist Schaftenau: Dort wurde 2024 eine Zellkulturanlage von Novartis in Betrieb genommen, in der Wirkstoffe für biopharmazeutische Arzneimittel hergestellt werden. Am Standort bestehen außerdem Entwicklungslabore für biologische Wirkstoffe. Die Industriegeschichte reicht weiter zurück; 1919 entstand hier eine chemisch-technische Fabrik in Schaftenau. Heute verbinden die Betriebe dort Produktion und Forschung, während 71,9 Prozent der erwerbstätigen Einwohner Langkampfens zur Arbeit auspendelten. Der hohe Auspendleranteil steht somit neben einer ebenfalls großen Zahl an Arbeitsplätzen im Gemeindegebiet.

Inn-Schifffahrt und Wandel

Das Innschiff im Gemeindewappen verweist auf einen früheren Erwerbszweig. In Langkampfen arbeiteten Schopper, die Schiffe bauten und reparierten, ebenso Schiffer und Schiffsknechte. Flussaufwärts mussten Pferde die Fahrzeuge am Ufer ziehen. Als im 19. Jahrhundert die Eisenbahn kam, verlor diese Form des Transports an wirtschaftlicher Bedeutung. Die alten Berufe verschwanden aus dem Alltag, doch die Erinnerung an Werft und Schiffsverkehr blieb im Wappen erhalten. Der Inn ist damit mehr als eine landschaftliche Grenze: Er erklärt, warum bestimmte Handwerke hier einst ihren Platz hatten. Die industrielle Entwicklung des 20. Jahrhunderts verlagerte den Schwerpunkt der örtlichen Arbeit nach Schaftenau.

Kirchen und Wege

Die Pfarrkirche in Unterlangkampfen wurde von 1720 bis 1723 neu gebaut und nach einem Brand 1725 wiederhergestellt. Sie ist ein historischer Bezugspunkt im Ortsteil. Zwischen Unterlangkampfen und Niederbreitenbach steht an der Straße nach Mariastein eine Pestsäule. Beide Orte lassen sich bei einem Weg durch die verschiedenen Siedlungsteile aufsuchen und zeigen zwei unterschiedliche Formen lokaler Erinnerung: den gemeinsam genutzten Kirchenraum und ein Denkmal am früheren Verkehrsweg. Der Inn und die Talwege verbinden diese Ortsteile miteinander. Langkampfen lässt sich daher am besten über mehrere Stationen erkunden; ein einzelner Platz kann die räumliche Ausdehnung der Gemeinde nur schwer zeigen.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 15.10.2026

GEOGRAFIE

Langkampfen auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung3 705
31.10.2021 · Registerzählung4 194
01.01.2026 · Bevölkerungsstand4 365

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 268
NUTS-3-Region
Tiroler Unterland (AT335)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Langkampfen

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.