STEINHAUS KENNENLERNEN
Steinhaus: Marktgemeinde mit Industrie und Flusskraft
Steinhaus wurde 2024 zur Marktgemeinde erhoben. Der Ort im Bezirk Wels-Land zählt 2.840 Einwohnerinnen und Einwohner (1. Jänner 2026) und umfasst 25,14 Quadratkilometer. Zwischen Aiterbach, Feldern und der Traun treffen hier bäuerliche Nutzung und bedeutende Technikbetriebe aufeinander.
Ackerland und Aiterbach
Steinhaus liegt auf etwa 378 Metern Seehöhe im Traunviertel. Durch das Gemeindegebiet fließt der Aiterbach; die Traun bildet im Süden eine natürliche Grenze. Rund 81 Prozent der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, der Waldanteil liegt bei gut neun Prozent. Sechs Ortschaften verteilen sich auf die Katastralgemeinden Oberschauersberg und Steinhaus. Ein Teil des Gemeindegebiets gehört zum Natura-2000-Schutzgebiet Untere Traun. Die Landschaft ist damit stark von offener Feldflur geprägt, zugleich reicht der Schutzraum an die Flusslandschaft heran. Der zentrale Ort ist klein, doch das Gemeindegebiet verbindet mehrere Siedlungsbereiche mit dem wirtschaftlich geprägten Traunraum.
Anlagenbau und Strom aus der Traun
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste 253 Arbeitsstätten in Steinhaus mit 2.173 Beschäftigungsverhältnissen. 41,4 Prozent dieser Beschäftigung entfielen auf den sekundären Sektor. Ein prägendes Unternehmen ist Kremsmüller, dessen Firmensitz in Steinhaus liegt und das im Industrieanlagenbau tätig ist. Dazu kommt das Kraftwerk Traunleiten von Wels Strom an der Traun: Die Anlage nutzt ein Wehr und einen Ausleitungskanal zur Stromerzeugung. Die Statistik zählt Beschäftigungsverhältnisse in örtlichen Arbeitsstätten; sie erlaubt keine Zuschreibung der gesamten Konzernbelegschaft an den Standort. 81,8 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Steinhaus pendelten 2024 aus. Die lokale industrielle Basis steht daher neben einer starken Pendlerverflechtung.
Kirchen und Marktgemeinde
Die Pfarrkirche Steinhaus wurde 1683 in ihre heutige Form umgebaut; ihr barocker Hochaltar ist zehn Jahre jünger. Die Nikolauskirche am Taxlberg ist laut Pfarrgemeinde 1315 als Filialkirche von Thalheim erwähnt. Sie ist dem heiligen Nikolaus geweiht und besitzt spätgotische Bauteile. Schloss Steinhaus reicht ebenfalls in das Mittelalter zurück, befindet sich jedoch in Privatbesitz. Die Erhebung zur Marktgemeinde im Jahr 2024 ist ein jüngerer Einschnitt in dieser Ortsgeschichte. Zwischen Pfarrkirche im Hauptort und der Filialkirche am Taxlberg wird sichtbar, wie sich die Gemeinde über mehrere Siedlungskerne entwickelte. Der Westturm der Pfarrkirche mit seinem Zwiebelhelm wurde 1793 vollendet; die Taxlberger Kirche besitzt einen offenen hölzernen Vorbau.
Kirchen und Wege durch die Gemeinde
Die Pfarrgemeinde führt die Kirche zu allen Heiligen Aposteln im Hauptort und die Nikolauskirche am Taxlberg als zwei Kirchenorte. Die Pfarrkirche steht an der Schlossstraße 10; für einen Besuch im Inneren kann man bei der Pfarre nach Gottesdienst- oder Besuchszeiten fragen. Am Taxlberg ist schon der spätgotische Bau mit seinem offenen hölzernen Vorbau ein Ziel. Der Aiterbach und die Feldflur geben Wegen zwischen den Siedlungen einen anderen Charakter als der industriell geprägte Traunraum. Das Kraftwerk Traunleiten gehört zur heutigen Nutzung des Flusses, ist aber kein ausgewiesenes öffentliches Besichtigungsziel. Wer die Gemeinde erkundet, kann so zwei historische Kirchorte und offene Landschaft erleben, ohne Zugang zu privaten oder betrieblichen Innenräumen vorauszusetzen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Steinhaus (Oberösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024
- Pfarrgemeinde Steinhaus – Filialkirche Taxlberg
- Kremsmüller – Unternehmen
- Wels Strom – Kraftwerk Traunleiten
- Gemeinde Steinhaus – Startseite
- Pfarrgemeinde Steinhaus – Pfarrkirche zu allen Heiligen Aposteln
Stand der Angaben: 13.10.2026
