HASLAU-MARIA ELLEND KENNENLERNEN
Haslau-Maria Ellend: Auen, Wallfahrt und Donauufer
Haslau-Maria Ellend liegt im Bezirk Bruck an der Leitha am Südufer der Donau. Die Gemeinde zählt 2.043 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 24,85 Quadratkilometer. Ihre beiden Orte vereinen Wallfahrtsgeschichte und Auenlandschaft.
Spuren am Fluss
Ein Depotfund aus der Bronzezeit im Haslauer Unterfeld wird auf etwa 800 vor Christus datiert; aus dem 4. Jahrhundert vor Christus sind keltische Gräber im Haslauer Ostried verzeichnet. Römische Wehr- und Siedlungsreste sind für die Zeit von etwa 100 bis 395 nach Christus auf dem Gebiet beider Orte belegt. Haslau erscheint 1083 unter der Schreibweise „Haselawa“ in einer Urkunde. Das Dorf Gernstain, die erste schriftlich belegte Siedlung auf dem Boden des heutigen Maria Ellend, wird für 1200 genannt. Um 1250 entstand die Veste Haßlaw als Sitz der Herren von Haslau und zum Schutz der Donauüberfuhr zwischen Orth und Haslau. Das Dorf Gernstain ging später durch die Donau verloren.
Maria Ellend als Wallfahrtsort
Der Überlieferung nach fanden Kinder Mitte des 15. Jahrhunderts eine Marienfigur an der Donau; aus „Maria Anlandt“ entwickelte sich der Name Ellend. Schon die ältere Kirche in Gernstain war ein Wallfahrtsziel: Kroaten verehrten dort den heiligen Markus. 1584 ließ die Herrschaft eine neue Markuskirche errichten, 1659 wurde Maria Ellend zur Pfarre erhoben. Die heutige Wallfahrtskirche zur Mutter Gottes im Rosenkranz entstand 1770 bis 1772 unter Franz Josef Gabriel von Abensperg und Traun an der neu angelegten Reichsstraße. Sie gab der Marienwallfahrt einen neuen kirchlichen Mittelpunkt. Zwischen 1906 und 1914 wurde die Wallfahrtsanlage erweitert: Ein Prozessionsweg, Kreuzwegstationen, Kalvarienberg, Kapellen und eine Lourdesgrotte ordnen sich um die Kirche. 1910 wurde das Gotteshaus renoviert und teilweise umgebaut. Seit 1929 betreuen die Missionare von der Heiligen Familie die Wallfahrtsstätte und Pfarrseelsorge.
Neubesiedlung und Wiederaufbau
Im 15. Jahrhundert verödete Haslau; die Wiener Bürgerwehr schleifte die Burg. Nach den Zerstörungen des ersten Türkensturms wurde das Dorf 1540 mit kroatischen Bewohnern wiederbesiedelt. Maria Ellend wurde 1579 anstelle des untergegangenen Gernstain gegründet und ebenfalls mit Kroaten besiedelt. Haslau wurde der Pfarre Maria Ellend zugeordnet. 1683 und während der Kuruzzeneinfälle 1704 und 1706 wurden beide Orte schwer beschädigt. Eine Volksschule in Haslau ist ab 1884 belegt. 1960 entstand dort die Fischerkirche; 1969 wurden die beiden Dörfer zur heutigen Gemeinde vereinigt.
Augewässer und Fischerei
Entlang der Donau stehen Fischerhütten mit Daubelnetzen. Bei dieser Technik hängt ein waagrecht gespanntes Netz an einem Ausleger über dem Wasser; es wird in ruhige Strömungsbereiche gesenkt und später samt Fang wieder gehoben. Die Berufsfischerei an der österreichischen Donau verschwand in den 1950er Jahren; heute fischen hier lizenzierte Hobbyangler. Maria Ellend liegt auf einer Schotterterrasse über dem Fluss, die natürlichen Hochwasserschutz bietet. Ein Hangwald begleitet den Abstieg zu einem Altarm, an dem Biber und Eisvögel vorkommen. Haslau war der erste Standort für ein Gewässervernetzungsprojekt in den Donau-Auen östlich von Wien. Eine abgesenkte Treppelwegtrasse und ein Durchlass führen Wasser in die Au. Ein Uferweg verbindet die beiden Orte.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Haslau-Maria Ellend – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Haslau-Maria Ellend - GEM2GO WEB - Startseite - Aktuelles & Informationen - Informationen - Geschichte
- Gedächtnis des Landes – Haslau an der Donau
- Nationalpark Donau-Auen – Route Maria Ellend–Haslau–Regelsbrunn
- Missionare von der Heiligen Familie – 90 Jahre MSF in Österreich
- Erzdiözese Wien – Pfarre Maria Ellend
Stand der Angaben: 08.10.2026
