TEXINGTAL KENNENLERNEN
Texingtal: Burgen über dem Manktal
Texingtal liegt im Bezirk Melk und umfasst 32,45 Quadratkilometer. Am 1. Jänner 2026 hatte die Gemeinde 1.678 Einwohner. Drei Pfarrkirchen stehen in Texing, St. Gotthard und Plankenstein.
Tal, Gemeinden und frühe Besiedlung
Das rund zehn Kilometer lange Tal verläuft in West-Ost-Richtung; die Gemeinde ist etwa drei Kilometer breit. Im Norden begrenzen Schweinz- und Texingerberg das Gebiet, im Süden liegen Osangkogel, Walzberg, Grüntalkogel und Bichlberg, deren Höhen an 900 Meter heranreichen. Durch das Tal fließen die Mank und ihre Nebenbäche. Römische Funde belegen die frühe Besiedlung des Tales. Die Gemeinde entstand 1971. Im Mai 1974 verlieh ihr die niederösterreichische Landesregierung ein Wappen. Heute umfasst Texingtal 22 Ortschaften in sieben Katastralgemeinden.
Burg Plankenstein
Auf einem Höhenrücken steht Burg Plankenstein, deren Anfänge die Gemeinde ins 12. Jahrhundert setzt. Die Anlage verbindet mittelalterliche und Renaissance-Elemente. In den Türkenkriegen suchten Bewohner des Tales in der Burg Schutz; eine dreiwöchige Belagerung blieb erfolglos. Eine zurückgelassene Kanone soll später zum Böllerschießen verwendet und nach dem Ersten Weltkrieg verkauft worden sein. Zum Rundgang gehören der verwinkelte Arkadenhof, die Burgkapelle und eine Spindeltreppe. 1976 erwarb der Architekt Peter Trimbacher die Burg und ließ sie über Jahre restaurieren. Heute beherbergt sie ein Hotel mit Taverne und Veranstaltungsräumen; Führungen finden täglich um 10:30 und 13:30 Uhr statt.
Kirchen in Plankenstein und St. Gotthard
Die Pfarre Plankenstein hielt ihre Gottesdienste bis 1952 in der Burgkapelle. Nachdem die Zustände im Schloss untragbar geworden waren, beschloss man 1948 den Bau einer neuen Kirche und eines Pfarrhofs. Am 25. Mai 1952 wurde die Pfarrkirche Maria Schnee geweiht; 1953 folgte die Orgelweihe. In St. Gotthard missionierten laut Pfarrchronik Mönche aus Niederaltaich im 10. Jahrhundert und errichteten eine Kirche. Die Pfarre entstand um 1200; die Kirche wurde im 15. Jahrhundert vergrößert und steht auf einem Berghang über dem Texingtal. Nach einem Brand 1648 erhielt sie barocke Altäre mit einer Statue des heiligen Godehard im Hochaltar. Von 1995 bis 2005 wurde das Gotteshaus innen und außen renoviert. Unterhalb der Kirche fasst eine Brunnenkapelle die Quelle, die als „Heiliger Brunnen“ bekannt ist. Vom 13. bis zum 17. Jahrhundert war St. Gotthard ein viel besuchter Wallfahrtsort; heute kommen weiterhin Pilger und Reisegruppen.
Kapellen, Kriege und Erinnerungsorte
Unterirdische Gänge der Burg Plankenstein dienten während der Türkenkriege als Fluchtwege; ihre Eingänge seien noch bis in die Generation der Ururgroßeltern bekannt gewesen. In Steingrub steht eine Kapelle, unter der nach örtlicher Überlieferung französische Soldaten bestattet sein sollen. Funde von Kanonenkugeln bei einem Bauernhaus in St. Gotthard erinnern an frühere Kämpfe. Der Schweinzberg wurde im Zweiten Weltkrieg bombardiert, weil dort die Trasse der Zweiten Wiener Hochquellenwasserleitung verläuft. Im Opferstock der Kirche in Texing befindet sich ein Türkensäbel, den die Gemeinde mit der Belagerung von Plankenstein verbindet.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Texingtal – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Geschichtliches – Gemeinde Texingtal
- Burg Plankenstein – Gemeinde Texingtal
- Pfarrkirche Plankenstein – Gemeinde Texingtal
- Zahlen & Fakten – Gemeinde Texingtal
- Das Dollfuß-Museum in Texing – Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften
- Pfarrkirche St. Gotthard – Gemeinde Texingtal
- Burg Plankenstein – offizielle Betreiberseite
- Texingtal – Ortsgeschichte, Gedächtnis des Landes
Stand der Angaben: 08.10.2026
