KAINACH BEI VOITSBERG KENNENLERNEN
Vom Kainachtal bis zur Brendlalm
Kainach bei Voitsberg steigt vom oberen Kainachtal zu bewaldeten Höhen und Almen an. Die Gemeinde im Bezirk Voitsberg zählt 1.504 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 83,26 Quadratkilometer. Neben dem Hauptort gehören sechs weitere Ortschaften dazu, darunter Gallmannsegg und Oswaldgraben.
Talorte und Almen
Das Gelände verändert sich innerhalb der Gemeinde deutlich: Im Süden liegt der tiefste Punkt bei etwa 500 Metern Seehöhe, während die nördlichen Almen bis rund 1.800 Meter reichen. Mehr als drei Viertel der Fläche sind bewaldet; Landwirtschaft und Almflächen prägen weitere Teile. Diese Höhenstufen erklären, warum Kainach zugleich Talort und Ausgangspunkt für Ausflüge in die Berglandschaft ist. Sieben Ortschaften und vier Katastralgemeinden verteilen sich über das Gebiet. Seit 2015 gehören auch die früheren Gemeinden Gallmannsegg und Kohlschwarz zur Gemeinde Kainach bei Voitsberg. Die Brendlalm liegt in Gallmannsegg und verbindet die Gemeinde mit der sommerlichen Weidewirtschaft des Bundesgestüts Piber. Wer die Gemeinde besucht, trifft daher auf eine Kulturlandschaft, in der Almflächen nicht bloß Aussichtspunkte sind, sondern weiterhin genutzt werden. Die Höhenlage prägt zugleich das Wetter und die saisonale Erreichbarkeit einzelner Wege.
Arbeiten und Pendeln
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Kainach bei Voitsberg 150 Arbeitsstätten. 48,0 Prozent davon gehörten zum primären Sektor, 16,7 Prozent zum produzierenden Gewerbe; insgesamt waren den Arbeitsstätten 232 Beschäftigungsverhältnisse zugeordnet. Zum örtlichen Gewerbe gehört die Gewinnung und Verarbeitung von weißem Marmor. Die Gemeinde beschreibt diesen Abbau als lange Tradition und nennt daneben die frühere Schleifsteinherstellung in der Sunfixlhöhle. Das verbindet heutige Arbeit mit einem anschaulichen Zeugnis der Bergbaugeschichte. Der Auspendleranteil der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort lag 2024 bei 83,5 Prozent. Die Arbeitsstättenwerte beschreiben Tätigkeiten im Gemeindegebiet, die Pendlerzahl dagegen die erwerbstätigen Einwohner.
Naturziele mit Geschichte
Die Gemeinde nennt Sunfixlhöhle, Wallfahrtskirche zum Heiligen Wasser und Burg Hauenstein als Ausflugsziele. In der Sunfixlhöhle am Hemmerberg erinnern ehemalige Stollen und ein montanhistorischer Weg an die Herstellung von Schleifsteinen; Führungen werden von Mai bis November nach telefonischer Voranmeldung angeboten. Die Burg Hauenstein wurde im 13. Jahrhundert erstmals schriftlich erwähnt und nach einem Brand am Ende des 16. Jahrhunderts aufgegeben. Ein Weg führt zur Ruine, deren Zugang im Gelände liegt. Am Heiligen Wasser ergänzt die Wallfahrtskirche die Ziele in den Höhenlagen. Diese Orte machen verschiedene Abschnitte der örtlichen Geschichte sichtbar, ohne dass ein einziges Museum sie zusammenfasst.
Pferde auf der Sommerweide
Auf der Brendlalm in Gallmannsegg liegt die Sommerweide der Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule. Die Tiere verbringen dort die warme Jahreszeit auf Almflächen; ihr Almabtrieb ist ein wiederkehrendes Ereignis, das Gemeinde und Region mit der Pferdezucht verbindet. Für Kainach ist das eine Besonderheit, die über den Ort hinaus bekannt ist und zugleich in die lokale Almwirtschaft eingebettet bleibt. Auch die Verkehrsverbindungen spiegeln die Lage wider: Das Tal ist mit Voitsberg verbunden, während die Höhenorte und Almen über Gemeindestraßen erreichbar sind. Die Gemeinde vereint damit Wohnorte im Tal und weit verstreute Berglagen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Kainach bei Voitsberg – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetab_(Gebietsstand_2024)
- https://www.kainach.at/
- https://www.kainach.at/images/Kainacher-Nachrichten/Rueckblick_2021.pdf
- Gemeinde Kainach – Sunfixlhöhle und Sunfixlheuriger
- Gemeinde Kainach – Wirtschaft
- Gemeinde Kainach – Tourismus Info
Stand der Angaben: 14.10.2026
