SCHARNDORF KENNENLERNEN
Scharndorf: Zwischen Wehrkirche und Donau-Auen
Scharndorf liegt im Bezirk Bruck an der Leitha am Übergang vom Arbesthaler Hügelland zur Donau. Die Gemeinde zählt 1.234 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 25,84 Quadratkilometer. Regelsbrunn und Wildungsmauer liegen am Stromufer, der Hauptort weiter südlich.
Die Regelsbrunner Au im Flusswandel
Regelsbrunn und Wildungsmauer gehören zum Donauraum; Teile der Katastralgemeinden Regelsbrunn und Wildungsmauer liegen im Nationalpark Donau-Auen. In der Regelsbrunner Au wachsen größere Bestände von Hybridpappeln. Seit dem Ende der forstwirtschaftlichen Nutzung sterben ältere Bäume allmählich ab; Lücken im Kronendach geben standorttypischen Pflanzen wieder Licht. Inseln, Schotterflächen und Seitenarme prägen den Uferbereich. Biber fällen Bäume und schaffen damit Sitzplätze für Eisvögel sowie trockene Stellen, an denen Kormorane ihr Gefieder ausbreiten. Im Unterwuchs breitet sich das invasive Drüsige Springkraut aus. Für das Haslau-Regelsbrunner Nebenarmsystem ist eine Wiederanbindung an den Hauptstrom in Planung.
Wehrkirche und Ortsgeschichte in Scharndorf
Im Ortskern steht die Pfarrkirche zur heiligen Margareta. Ihr zinnengekrönter Westturm hebt sich als Wehrturm vom Langhaus ab. Eine frühe Festungsmauer wird auf 1043 datiert; der Kirchenbau entstand wahrscheinlich einheitlich im frühen 14. Jahrhundert. Das Salbuch des Stifts Göttweig nennt den Ort 1072/91 als Scoriondorf. Bei der Belagerung 1529 wurde Scharndorf zerstört; 1536 ließen sich erste kroatische Siedler nieder. Pestwellen folgten 1659 und 1739; nach der erneuten Zerstörung von 1683 musste der Ort wiederbesiedelt werden. 1687 lieferte Caspar Wolf aus Pressburg eine Glocke, 1703 stiftete Graf Harrach einen Taufstein. Ein barocker Umbau prägte den Chor mit Fünfachtelschluss; das Langhaus erhielt 1931 eine Flachdecke.
Kirchen und historische Höfe an der Donau
In Regelsbrunn ist die Pfarrkirche dem heiligen Jakobus dem Älteren geweiht. Das Gebäude entstand Ende des 17. Jahrhunderts in einem ehemaligen Getreidespeicher und erhielt später einen schlanken Eckturm. Die Hainburger Straße bewahrt weitere Schichten des alten Dorfes: Ein Gasthof geht ins 16. Jahrhundert zurück, eine Poststation wurde um 1770 bis 1780 ausgebaut. Zu ihrem Wirtschaftshof gehören Scheunen- und Stalltrakte aus dem Jahr 1655. Ältere Urkunden nennen 1182 ein Herrengeschlecht in Wildungsmauer; 1287 schenkte Otto von Haslau in Regelsbrunn dem Stift Heiligenkreuz eine Hube. In Wildungsmauer steht die Filialkirche St. Nikolaus. Sie war ursprünglich eine Burgkapelle und wurde um 1200 zu einer romanischen Saalkirche umgebaut. Ihre Fundamente liegen auf denen eines römischen Kastells; bei der Kirche befand sich außerdem der Sitz der Herren von Wildungsmauer.
Drei Gemeinden werden eine
Eine Gemeindevertretung wurde 1848/49 nach kaiserlichem Patent eingesetzt. Ein Großbrand zerstörte 1866 die Westseite Scharndorfs. 1882 wurde eine Freiwillige Feuerwehr gegründet, die 1978 den Landesbewerb gewann. Der Zusammenschluss von Regelsbrunn, Scharndorf und Wildungsmauer wurde 1966 zunächst abgelehnt und trat zum 1. Jänner 1972 in Kraft. 1989 und 1994 wurde die Gemeinde beim Wettbewerb „Niederösterreich im Blumenschmuck“ ausgezeichnet. Seit 2000 darf sie ein eigenes Wappen führen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Scharndorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Regelsbrunn-Scharndorf-Wildungsmauer – Gemeinde Scharndorf
- Chronik – Gemeinde Scharndorf
- Wehr- und Pfarrkirche St. Margaretha Scharndorf – Niederösterreich
- Maria Ellend–Haslau–Regelsbrunn – Nationalpark Donau-Auen
- Flussbauprojekte – Nationalpark Donau-Auen
- Verordnung über den Nationalpark Donau-Auen – RIS
Stand der Angaben: 08.10.2026
