MÖNCHHOF KENNENLERNEN
Mönchhof, Zisterziensergeschichte und Weinland
Mönchhof ist eine Gemeinde im Bezirk Neusiedl am See mit 2.176 Einwohnerinnen und Einwohnern und 33,56 Quadratkilometern (Stand 1. Jänner 2026). Zur Gemeinde gehören neben dem Hauptort die Abtei Marienkron und der Edmundshof. Die Lage zwischen dem Neusiedler See und der offenen Ebene des Seewinkels prägt die landwirtschaftliche Umgebung. Weingärten und Höfe gehören zum Ortsbild; zugleich zeigen die historischen Kelleranlagen, wie tief Weinbau und Vorratshaltung in der lokalen Bau- und Wirtschaftsgeschichte verankert sind. Der Name Mönchhof verweist auf die Zisterzienser, die hier im Mittelalter eine Niederlassung und einen Wirtschaftshof unterhielten.
Vom Gut Leginthov zum Weinbauort
1217 überließ König Andreas II. von Ungarn dem Stift Heiligenkreuz das Gut Leginthov. Diese Schenkung gilt als erste urkundliche Erwähnung des Ortes. Die Zisterzienser machten das zuvor teilweise sumpfige Land urbar und organisierten die Bewirtschaftung in einem Wirtschaftshof. Weinbau, Ackerbau und Viehhaltung waren Bestandteile dieser klösterlichen Ökonomie. Nach der Zerstörung im Zusammenhang mit den Türkenkriegen wurde die Siedlung wieder aufgebaut; im 16. Jahrhundert wechselten Besitz und Pfandverhältnisse, bevor das Stift seine Rechte zurückerhielt. Von 1553 bis 1652 befand sich hier ein kaiserliches Gestüt. Diese Abfolge – Klosterwirtschaft, landwirtschaftlicher Großbetrieb und später eigenständige Gemeinde – erklärt, warum die Geschichte des Ortes eng mit Grundbesitz und Nutzung der umliegenden Flächen verknüpft ist.
Dorfmuseum und Pfarrkirche
Die Pfarrkirche, das Dorfmuseum und das Kellerviertel Sandhöhe bilden unterschiedliche Zugänge zur Ortsgeschichte. Das Dorfmuseum bewahrt bäuerliche Geräte, Werkstätten und Wohnräume und macht damit Arbeitsweisen sichtbar, die in der modernen Landwirtschaft verschwunden sind.
Kellerviertel Sandhöhe und Jakobsweg
In der Kellergasse stehen Presshäuser und Weinkeller, die früher der Verarbeitung und Lagerung der Ernte dienten. Die Gebäude zeigen den funktionalen Zusammenhang von Weingarten, Presshaus und Keller: Trauben wurden vor Ort gepresst und der Wein in kühlen, in den Hang gesetzten Räumen gelagert. Die Pfarrkirche steht im Zentrum des gewachsenen Dorfes. Der Jakobsweg Burgenland führt durch Mönchhof und verbindet den Ort mit weiteren Gemeinden am See. So treffen im Ortsraum religiöse Bauwerke, bäuerliche Alltagsgeschichte und Wege des heutigen Wandertourismus aufeinander.
Abtei Marienkron
Mit der Abtei Marienkron erhielt Mönchhof eine jüngere religiöse Institution. 1955 kamen sechs Zisterzienserinnen aus dem bayerischen Kloster Seligenthal in den Ort, zunächst in den Pfarrhof. Das neue Kloster wurde 1957/58 errichtet; 1991 wurde es zur Abtei erhoben. Die Gemeinschaft lebt nach der Benediktsregel. Das Kloster entstand als Gebetsstätte nahe dem damaligen Eisernen Vorhang und beschreibt seinen Auftrag heute als Einsatz für Frieden und für Menschen, die Verfolgung und Gewalt erfahren. Zur Anlage gehört eine Kirche, die 1958 eingeweiht und später umgestaltet wurde. 1979 wurde die Klosterkirche erweitert; ein halbkreisförmiger Schwesternchor verbindet sich seither mit zwei Gästeflügeln, der Altar bildet das Zentrum des Kirchenraums.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
