GEMEINDE · BURGENLAND

Mönchhof

Mönchhof verbindet mittelalterliche Klosterwirtschaft mit einem gewachsenen Weinbauort und der jüngeren Abtei Marienkron.

GEMEINDEKENNZIFFER10712
Dorfplatz im Dorfmuseum Mönchhof
Dorfplatz im Dorfmuseum Mönchhof · Foto: Corradox · „Mönchhof Dorfmuseum 2“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
2 176
01.01.2026
Fläche
33,56 km²
Bevölkerungsdichte
64,8
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7123
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

MÖNCHHOF KENNENLERNEN

Mönchhof, Zisterziensergeschichte und Weinland

Mönchhof ist eine Gemeinde im Bezirk Neusiedl am See mit 2.176 Einwohnerinnen und Einwohnern und 33,56 Quadratkilometern (Stand 1. Jänner 2026). Zur Gemeinde gehören neben dem Hauptort die Abtei Marienkron und der Edmundshof. Die Lage zwischen dem Neusiedler See und der offenen Ebene des Seewinkels prägt die landwirtschaftliche Umgebung. Weingärten und Höfe gehören zum Ortsbild; zugleich zeigen die historischen Kelleranlagen, wie tief Weinbau und Vorratshaltung in der lokalen Bau- und Wirtschaftsgeschichte verankert sind. Der Name Mönchhof verweist auf die Zisterzienser, die hier im Mittelalter eine Niederlassung und einen Wirtschaftshof unterhielten.

Vom Gut Leginthov zum Weinbauort

1217 überließ König Andreas II. von Ungarn dem Stift Heiligenkreuz das Gut Leginthov. Diese Schenkung gilt als erste urkundliche Erwähnung des Ortes. Die Zisterzienser machten das zuvor teilweise sumpfige Land urbar und organisierten die Bewirtschaftung in einem Wirtschaftshof. Weinbau, Ackerbau und Viehhaltung waren Bestandteile dieser klösterlichen Ökonomie. Nach der Zerstörung im Zusammenhang mit den Türkenkriegen wurde die Siedlung wieder aufgebaut; im 16. Jahrhundert wechselten Besitz und Pfandverhältnisse, bevor das Stift seine Rechte zurückerhielt. Von 1553 bis 1652 befand sich hier ein kaiserliches Gestüt. Diese Abfolge – Klosterwirtschaft, landwirtschaftlicher Großbetrieb und später eigenständige Gemeinde – erklärt, warum die Geschichte des Ortes eng mit Grundbesitz und Nutzung der umliegenden Flächen verknüpft ist.

Dorfmuseum und Pfarrkirche

Die Pfarrkirche, das Dorfmuseum und das Kellerviertel Sandhöhe bilden unterschiedliche Zugänge zur Ortsgeschichte. Das Dorfmuseum bewahrt bäuerliche Geräte, Werkstätten und Wohnräume und macht damit Arbeitsweisen sichtbar, die in der modernen Landwirtschaft verschwunden sind.

Kellerviertel Sandhöhe und Jakobsweg

In der Kellergasse stehen Presshäuser und Weinkeller, die früher der Verarbeitung und Lagerung der Ernte dienten. Die Gebäude zeigen den funktionalen Zusammenhang von Weingarten, Presshaus und Keller: Trauben wurden vor Ort gepresst und der Wein in kühlen, in den Hang gesetzten Räumen gelagert. Die Pfarrkirche steht im Zentrum des gewachsenen Dorfes. Der Jakobsweg Burgenland führt durch Mönchhof und verbindet den Ort mit weiteren Gemeinden am See. So treffen im Ortsraum religiöse Bauwerke, bäuerliche Alltagsgeschichte und Wege des heutigen Wandertourismus aufeinander.

Abtei Marienkron

Mit der Abtei Marienkron erhielt Mönchhof eine jüngere religiöse Institution. 1955 kamen sechs Zisterzienserinnen aus dem bayerischen Kloster Seligenthal in den Ort, zunächst in den Pfarrhof. Das neue Kloster wurde 1957/58 errichtet; 1991 wurde es zur Abtei erhoben. Die Gemeinschaft lebt nach der Benediktsregel. Das Kloster entstand als Gebetsstätte nahe dem damaligen Eisernen Vorhang und beschreibt seinen Auftrag heute als Einsatz für Frieden und für Menschen, die Verfolgung und Gewalt erfahren. Zur Anlage gehört eine Kirche, die 1958 eingeweiht und später umgestaltet wurde. 1979 wurde die Klosterkirche erweitert; ein halbkreisförmiger Schwesternchor verbindet sich seither mit zwei Gästeflügeln, der Altar bildet das Zentrum des Kirchenraums.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Mönchhof auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 280
31.10.2021 · Registerzählung2 197
01.01.2026 · Bevölkerungsstand2 176

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
977
NUTS-3-Region
Nordburgenland (AT112)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Mönchhof

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.