AU AM LEITHABERGE KENNENLERNEN
Au am Leithaberge: Wege zwischen Dorfanger und Waldhang
Au am Leithaberge liegt am Hang des Leithagebirges an der burgenländischen Grenze im Bezirk Bruck an der Leitha. Die Marktgemeinde umfasst 16,74 Quadratkilometer und zählt 964 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026).
Am Hang des Leithagebirges
Das Ortsgebiet zieht sich vom Siedlungsraum in die Kulturlandschaft und hinauf zu den Wäldern des Leithagebirges. Die Gemeinde beschreibt Au als kleinbäuerlich geprägt: Höfe werden teils im Haupt-, teils im Nebenerwerb geführt, und Erzeugnisse gelangen über Ab-Hof-Verkauf direkt zu den Kundinnen und Kunden. Der Hauptplatz bildet den Mittelpunkt des Dorfes; von hier aus liegen Pfarrhof, Gemeindeamt und Volksschule nahe beieinander. Am Ortsrand wechseln die Wege in offene Feldfluren und bewaldete Hänge. Die Grenzlage zeigt sich auch in den Routen: Über Waldstraßen erreicht man den Hotter, also die Grenze zum Burgenland, und kann dort auf den markierten Weitwanderweg 02 wechseln.
Spuren aus keltischer Zeit
Archäologische Funde reichen in Au bis in die Jungsteinzeit zurück. Besonders anschaulich sind zwei Gräberfelder der Latènezeit: Auf der Kleinen Hutweide wurden 28 Bestattungen freigelegt, auf den Mühlbachäckern weitere 17. Die Universität Wien verzeichnet Keramikgefäße und Metallobjekte wie Fibeln, Armreifen und Waffen; ein Teil der Funde ging im Zweiten Weltkrieg verloren. Zu den bekanntesten Grabbeigaben aus der Kleinen Hutweide zählen Werkzeuge aus dem Grab eines Schmieds, darunter Eisenmeißel und ein Hammerkopf. Die Nekropolen gelten als wichtige Zeugnisse der Ausbreitung der Latènekultur in Niederösterreich. Später ließen sich vermutlich zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert bayrische Siedler am Gebirgsrand nieder.
Anger, Kirche und Marktzeichen
Eine Urkunde von 1250 nennt einen Zeugen namens Scheuhone von Owe; 1465 erscheint der Ort als Dorf „zu der Aw“. Nach dem osmanischen Einfall von 1529 wurden kroatische Flüchtlinge angesiedelt. Ihre Höfe lagen im südöstlichen Teil des Angers und bildeten eine bis heute erkennbare, dicht verschachtelte Hofgruppe, die Gradina genannt wird. Die Pfarrkirche hl. Nikolaus steht am nördlichen Anger. Ihr heutiger Bau entstand 1876 und 1877 nach Plänen Ludwig Wächtlers; dabei bezog man Mauerteile des mittelalterlichen Vorgängerbaus ein. Reste der Kirchhofmauer sind erhalten. Au war zunächst Tochterpfarre von Leitha-Brodersdorf und wurde im 14. Jahrhundert selbständig.
Erinnerungsorte am Hauptplatz und im Wald
Thomas und Barbara Wesdin ließen 1829 auf dem Hauptplatz eine Dreifaltigkeitssäule errichten, aus Dank dafür, dass die Bewohner von der Cholera verschont blieben. Vier Reliefs am Sockel zeigen unter anderem den Barmherzigen Samariter und die Emmausjünger; auf den Ecken stehen Figuren der Heiligen Sebastian, Rochus, Nikolaus und Florian. Die Gemeinde ließ die verwitterten Skulpturen im Jahr 2000 sanieren. Die Florianikapelle in der Eiskellersiedlung wurde 1988 zum hundertjährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr errichtet. Im Zerrerwald führt ein Weg an der Hubertuskapelle vorbei. Weiter oben begleiten Wald- und Wiesenwege den Übergang zur Grenze; am Tronig stehen die „Hiatahütt’n“ und der Bildstock zum Guten Hirten.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Au am Leithaberge – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Au am Leithaberge – Ortsgeschichte, Gedächtnis des Landes
- Ortsbeschreibung, Marktgemeinde Au am Leithaberge
- Au am Leithagebirge (Projekt Nr. 10), Studiensammlung des Instituts für Urgeschichte und Historische Archäologie, Universität Wien
- Dreifaltigkeitssäule (Hauptplatz), Marktgemeinde Au am Leithaberge
- Florianikapelle (Eiskellersiedlung), Marktgemeinde Au am Leithaberge
Stand der Angaben: 08.10.2026
