NEIDLING KENNENLERNEN
Neidling zwischen Kremnitzbach und Dunkelsteinerwald
Neidling liegt am östlichen Rand des Dunkelsteinerwaldes im Bezirk St. Pölten-Land. Die Marktgemeinde zählt 1.524 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 18,58 Quadratkilometer. Zum Gemeindegebiet gehören elf Ortschaften und elf gleichnamige Katastralgemeinden. Der Hauptort liegt auf 312 Metern Seehöhe; der Kremnitzbach durchzieht die Landschaft, die von landwirtschaftlichen Flächen und Wald geprägt ist. Die Nähe zur Landeshauptstadt und die Wege in den Dunkelsteinerwald verbinden hier Alltag und Ausflugsziel.
Bachlauf, Wald und Wege
Rund 36,93 Prozent der Katasterfläche sind Wald; die übrigen Flächen werden überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Die zehn Ortschaften neben Neidling selbst heißen Afing, Dietersberg, Enikelberg, Flinsbach, Gabersdorf, Goldegg, Griechenberg, Pultendorf, Watzelsdorf und Wernersdorf. Damit ist Neidling zugleich Name der Gemeinde, einer Ortschaft und einer Katastralgemeinde. Für Spaziergänge führt eine rund sieben Kilometer lange Route vom Hauptort zum Dunkelstein. Auch eine Etappe der Dunkelsteinerwald-Runde verbindet Neidling mit den Nachbargemeinden.
Goldegg als Herrschaftssitz
Die Geschichte des Schlosses Goldegg reicht bis ins Mittelalter zurück: 1293 ist ein Wézil von Goldegg belegt, 1326 wurde der landesfürstliche Besitz an die Familie Goldegg verliehen. Aus einer Burg mit Bergfried, Palas und Kapelle entwickelte sich zwischen 1589 und 1639 unter den Enenkel eine dreiflügelige Spätrenaissanceanlage. Ein Schlossgarten liegt nördlich der Gebäude. Nach mehreren Besitzerwechseln kam die Herrschaft 1782 an die Familie Auersperg. Die Grundherrschaft prägte die Gegend bis zu ihrer Aufhebung 1848; 1850 entstand die heutige Gemeinde. Das Schloss wurde 1683 belagert, aber nicht eingenommen. Im Zweiten Weltkrieg erlitt es Schäden, die später behoben wurden. Schloss und Hauptort Goldegg sind räumlich verschiedene Teile der Gemeinde.
Kirche und Ortsgeschichte
Auch der Name Neidling reicht weit zurück. In einem Göttweiger Urbar erscheint „Nuli(n)gen“ erstmals 1180. Die Kirche der Heiligen Petrus und Paulus soll auf eine frühere Holzkirche zurückgehen; zunächst war sie Filiale von St. Pölten, später von Karlstetten. 1822 wurde sie selbständige Pfarre. Die Pfarrkirche steht erhöht südlich des Ortskerns. In Schloss Goldegg blieb eine eigene Kapelle erhalten, die dem gekreuzigten Heiland geweiht ist. Ihr Gewölbe und Stuck stammen aus dem späten 17. Jahrhundert; mehrere Gemälde werden Martin Johann Schmidt zugeschrieben. Ein anderes Bauzeugnis liegt in Afing: Die Ortskapelle Zur unbefleckten Empfängnis wurde 1766 errichtet. Diese Beispiele zeigen, dass die Sehenswürdigkeiten auf verschiedene Ortsteile verteilt sind.
Vom Dorfverband zur Marktgemeinde
1869 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet; die Gemeinde bezeichnet sie als älteste im Bezirk St. Pölten-Land. Das Gemeindewappen erhielt Neidling 1978. Der niederösterreichische Landtag erhob die Gemeinde 2006 zur Marktgemeinde. Wer den Ort besucht, kann deshalb sowohl die kompakte Siedlung Neidling als auch die verstreuten Dörfer und Weiler erkunden. Schloss Goldegg, die Pfarrkirche und kleinere Kapellen erzählen jeweils eigene Teile der Ortsgeschichte, während Wanderwege den Übergang vom bebauten Tal zu den bewaldeten Höhen erschließen.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
