FEISTRITZ AM WECHSEL KENNENLERNEN
Feistritz am Wechsel: Wehrkirche und Burg
Feistritz am Wechsel liegt im Bezirk Neunkirchen am östlichen Rand des Wechselgebiets. Am 1. Jänner 2026 zählte die Gemeinde 1.022 Einwohner auf 23,79 Quadratkilometern. Der Ort verbindet einen gewachsenen Dorfkern mit einem Höhengebiet, das zu Wanderungen und Wintersport einlädt.
Eine Pfarre seit dem Mittelalter
Die Pfarrchronik setzt den Beginn der Kirche St. Ulrich vermutlich in das Jahr 1098: Anstelle eines älteren Holzkirchleins soll eine romanische Steinkirche mit flacher Decke entstanden sein. 1270 ist erstmals ein Pfarrer Ulrich von Feistritz urkundlich belegt. Das spätgotische Langschiff wurde 1497 gebaut. Türkische Angriffe auf den Ort scheiterten 1529 und 1532. Unter der Herrschaft der Rottaler erhielt die Kirche um 1550 Wehrbauten. Ein weiterer türkischer Angriff scheiterte 1576. Die Pfarrmatriken beginnen 1673; auch der Angriff von 1683 blieb erfolglos. 1713 wurde am Kirchenplatz eine Mariensäule errichtet, nachdem die Pest erloschen war. 1785 wurde die Pfarre dem Erzbistum Wien zugeordnet. Französische Truppen plünderten den Ort 1805 und nochmals 1809. Nach Unwettern 1831 und 1833 ließ Joseph Dietrich von Dietrichsberg die Kirche 1835 restaurieren und veränderte dabei den Turmhelm. 1840 wurde der Friedhof an einen neuen Standort verlegt.
St. Ulrich: Fresko, Orgel und Rottal-Grabplatten
Die Pfarrkirche ist ein spätgotischer, einschiffiger Bau mit einem kleinen Glockenturm im Westen. Das dreijochige Langhaus überspannt ein Kreuzrippengewölbe. An der Südseite der Apsis liegt ein Fresko mit Szenen aus dem Leben Bernhards von Clairvaux, entstanden vor 1350. Zur Sakristei führt eine spätgotisch gearbeitete Tür. Die Kanzel mit Symbolen der Evangelisten stammt aus der Renaissancezeit. Die Orgel von Franz Switil und Sohn kam 1863 hinzu; sechs Fenster gehen auf den Biedermeier-Glasmaler Anton Kothgasser zurück. An den Außenwänden erinnern zwölf Grabplatten an die Familie Rottal.
Vom Wehrbau zum Seminarort
Die Burg Feistritz wurde vermutlich im 12. Jahrhundert errichtet. Über Jahrhunderte änderten Umbauten und Ergänzungen die Ritterfeste zum Schloss. Die Pottendorfer besaßen die Anlage bis 1488, danach folgten die Zinzendorfer; 1547 kaufte sie die Familie Rottal. Nach dem Kauf durch Carl von Pergen 1681 begannen großzügige Umbauten. 1900 setzte ein langsamer Verfall ein. Maximilian Mautner erwarb die Burg 1922 und ließ sie umfassend renovieren; seit 1965 gehört sie der Familie Reichhold. Heute beherbergt sie Gästezimmer und Seminarräume. In den Sommermonaten finden dort Musik- und Kunstkurse sowie Konzerte und Festivals statt.
Sommerfrische und Wege ins Bergland
Feistritz liegt auf rund 400 bis 900 Metern Seehöhe. Der Tourismusverein hebt die Lage abseits von Industrie und Schwerverkehr hervor und beschreibt Wege, die von den Siedlungen zu Höhen mit Blick auf Rax, Schneeberg und Hohe Wand führen. In der Gemeinde gibt es markierte Wander- und Rundwege sowie Mountainbike-Strecken, die als Wechsel-Trails angeboten werden. Für den Sommer weist die Gemeinde ein solarbeheiztes Freibad mit Spielplatz unmittelbar neben der Badeanlage aus. Für den Winter nennt die Gemeinde einen Natureislaufplatz und Eisstockschießen; die Nutzung hängt von geeigneten Wetter- und Eisverhältnissen ab. Größere Skigebiete liegen in der Umgebung.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Feistritz am Wechsel – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Pfarre Feistritz am Wechsel – Geschichte
- Gemeinde Feistritz am Wechsel – Pfarrkirche
- Gemeinde Feistritz am Wechsel – Burg Feistritz am Wechsel
- Tourismus- und Dorferneuerungsverein Feistritz – Willkommen
- Gemeinde Feistritz am Wechsel – Allgemeine Information
- Gemeinde Feistritz am Wechsel – Freibad
Stand der Angaben: 09.10.2026
