BLINDENMARKT KENNENLERNEN
Blindenmarkt: Markt, Schloss und Herbsttage
Blindenmarkt liegt auf dem Ybbsfeld, acht Kilometer östlich von Amstetten. Die Marktgemeinde zählt 2.731 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 17,04 Quadratkilometern. Marktgeschichte, Schloss Hubertendorf und die Herbsttage prägen verschiedene Abschnitte des Ortes.
Urkunde und Marktprivileg
Bronzezeitliche Hockergräber und keltische Gefäßscherben belegen frühe Besiedlung. Ein Passauer Urbar nennt den Ort 1220 als „plintenmarct“. 1522 erhob Ferdinand I. Blindenmarkt zum Markt. Der erste Wappenbrief ging während der Türkenbelagerung verloren; Maximilian II. erneuerte ihn 1569. Ab 1688 diente Schloss Auhof als Amtssitz der Herrschaften Freienstein, Karlsbach und Freidegg; auch Verwaltungen von Waasen, Hubertendorf und Zeillern saßen dort. 1838 verzeichnet die Ortschronik elf Gasthäuser. Eine Brauerei bestand von 1835 bis 1898. Der Bahnhof wurde zwischen 1856 und 1858 errichtet und band Blindenmarkt an die Westbahn an. Zum 50. Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs pflanzte man 1898 Lindenbäume im Ortszentrum; viele stehen noch heute an der Hauptstraße. 1903 begann Franz Lechner mit der Elektrifizierung des Ortes.
Von der Betkirche zur Pfarre St. Anna
Eine der heiligen Hedwig geweihte Betkirche bildete den frühen Mittelpunkt des religiösen Lebens im Ort. Begräbnisse und große Kirchenfeste fanden in der Pfarre St. Georgen am Ybbsfeld statt. Die heutige Kirche wurde 1772 erbaut; 1785 wurde Blindenmarkt zur selbständigen Pfarre. Eine Hedwigskapelle erinnert an die Betkirche. Am 7. April 1875 brach im Markt ein Großbrand aus. Der Turm stürzte ein und die Glocken schmolzen; Feuerwehrleute aus St. Pölten retteten jedoch Orgel und Altäre. Die an der Westbahn gelegenen Wehren wurden mit einem Hilfszug zum Brandort gebracht.
Schloss Hubertendorf
Schloss Hubertendorf entstand zu Beginn des 17. Jahrhunderts aus einer Mühle. Der dreigeschossige Dreiflügelbau öffnet sich mit seinem Ehrenhof nach Süden. Im 19. Jahrhundert gelangte das Gebäude in den Besitz der Familie Starhemberg; 1897 beschädigte ein Blitzschlag das Wirtschaftsgebäude durch Feuer. Von 1929 bis 1938 war hier ein bäuerliches Volksbildungsheim untergebracht, das als erstes staatliches Heim dieser Art galt. Bundespräsident Wilhelm Miklas nahm an der Eröffnung teil. Nach dem Anschluss an das Deutsche Reich nutzte das NS-Regime das Schloss als nationalpolitische Erziehungsanstalt für Mädchen. Heute finden in den Räumen Galerieausstellungen statt; Besuche sind nach Voranmeldung möglich.
Herbsttage und Ausee
Die Herbsttage begannen 1990 mit einer Produktion von Lehárs „Die lustige Witwe“. Die Festivalwebsite kündigt für den 2. bis 26. Oktober 2026 die 37. Ausgabe mit Lehárs „Der Zarewitsch“ an. Mini-Herbsttage richten sich an Kinder ab fünf Jahren; das „Konzert für alle“ findet zum siebten Mal statt. Das Programm umfasst außerdem eine Matinee. Seit 1996 unterstützt ein eigener Freundesverein das Festival. Ein zweiter Besuchsort ist das Ausee-Erholungszentrum, dessen Entwicklung die Gemeindechronik zwischen 1958 und 1970 ansetzt. Dort entstand 1997 ein Kinderplanschbecken; zugleich wurden Spiel- und Liegewiese erweitert. Ein Feuchtbiotop der Musikmittelschule wurde ebenfalls 1997 eröffnet.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Blindenmarkt – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gedächtnis des Landes – Blindenmarkt
- Pfarre St. Anna Blindenmarkt – Geschichte der Pfarre
- Herbsttage Blindenmarkt – Verein und Festival
- Herbsttage Blindenmarkt – Startseite
- NÖ Museumsmanagement – Schloss Hubertendorf
- Freiwillige Feuerwehr Blindenmarkt – Chronik
- Marktgemeinde Blindenmarkt – Geschichte (CITIES)
Stand der Angaben: 08.10.2026
