ST. BERNHARD-FRAUENHOFEN KENNENLERNEN
St. Bernhard-Frauenhofen: Kloster und Taffatal
St. Bernhard-Frauenhofen liegt im Tal der Großen Taffa, nordwestlich von Horn. Die Gemeinde zählt 1.263 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und erstreckt sich über 29,48 Quadratkilometer. Ihre Geschichte verbindet ein ehemaliges Kloster mit Dörfern an den Taffabächen.
Vom Frauenkloster zur Pfarrkirche
Stephan von Maissau stiftete 1277 in Krug am Taffabach ein Zisterzienserinnenkloster. 1284 zogen Nonnen aus Alt- und Neumelon ein; der Ort erhielt den Namen St. Bernhard. Schenkungen Adeliger trugen zur Blüte des Konvents bei. Um 1340 entstanden der gotische Kapitelsaal und ein Teil des Kreuzgangs. Hussitische Truppen plünderten das Kloster 1425, böhmische Kräfte besetzten es 1468. Nach dem Niedergang des Konvents in der Reformationszeit starb 1582 die letzte Klosterfrau. 1586 übernahmen Jesuiten den Komplex und bauten die beschädigte Kirche frühbarock um. Nach Auflösung des Ordens 1773 verwaltete der Niederösterreichische Studienfonds den Besitz. Die ehemalige Klosterkirche ist heute Pfarrkirche.
Gebäude und Besitzwechsel
1807 besuchte Franz Grillparzer in St. Bernhard den Hofrichter Franz Xaver Pundschuh. Zwei Jahre später ließ ein Verwalter aus Furcht vor einem französischen Militärspital Kreuzgang und Kapitelsaal abdecken; danach verfielen die Räume. 1818 brannten Wirtschaftsgebäude, Beamtenwohnungen und ein großer Teil des Orts ab. Karl Freiherr von Ehrenfels erwarb das Kloster 1824, seit 1852 gehört es dem Stift Klosterneuburg. Als die Taffa 1853 über die Ufer trat, stand das Wasser in der Kirche 1,68 Meter hoch. Auch 1864 und 1867 zerstörten Brände jeweils mehrere Häuser. Teile des Komplexes wurden 1961 abgetragen und in Klosterneuburg wieder aufgebaut.
Frauenhofen an zwei Taffabächen
Frauenhofen liegt am Zusammenfluss von Kleiner und Großer Taffa. Das Straßendorf gruppiert sich um diesen Gewässerknoten; Kirche und Schule stehen auf einer Anhöhe am Ortsende. In Urkunden des 13. Jahrhunderts begegnen Schreibformen wie Vronhoven und Frunowe. Für 1265 ist eine Schenkung eines Lehens an die Kirche in Strögen belegt; die Urkunde bezeugt die alte Verbindung zwischen den beiden Orten. Die Filialkirche zum heiligen Wolfgang wurde um 1680 erneuert, hatte 1712 zwei Glocken und erhielt ungefähr 1750 ihren Turm. Ein Brand zerstörte 1865 Kirchenschiff und Turm; 1869 wurde die Kirche wieder aufgebaut. Der Hochaltar stammt aus der Altöttinger Kapelle in Horn, die Fresken entstanden 1947.
Ortsgeschichte entlang der Taffa
St. Bernhard ist als Mehrstraßendorf an der Großen Taffa angelegt. Zur Gemeinde gehören außerdem Frauenhofen, Groß Burgstall, Grünberg, Poigen und Strögen; die Namen bezeichnen eigenständige Ortschaften und Katastralgemeinden. Groß Burgstall, früher Purgstall genannt, bestand laut Gemeindeseite bereits 1144. Das Dorf übernahm den Namen des Schlosses, von dem heute keine Spur erhalten ist. Strögens Pfarrkirche zu den Aposteln Petrus und Paulus ist in einem Stiftsbrief von 1076 erwähnt.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- St. Bernhard-Frauenhofen – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde St. Bernhard-Frauenhofen – Katastralgemeinde St. Bernhard
- Gemeinde St. Bernhard-Frauenhofen – Ehemaliges Stift St. Bernhard
- Gemeinde St. Bernhard-Frauenhofen – Katastralgemeinde Frauenhofen
- Gemeinde St. Bernhard-Frauenhofen – Katastralgemeinden
Stand der Angaben: 08.10.2026
