GROSSEBERSDORF KENNENLERNEN
Großebersdorf: Lössland, Pfarrgeschichte und Dorfkerne
Großebersdorf liegt rund 15 Kilometer nördlich von Wien am Übergang vom Marchfeld ins Weinviertler Hügelland. Die Marktgemeinde umfasst vier Ortschaften. Zum 1. Jänner 2026 hatte sie 2.336 Einwohner; das Gemeindegebiet misst 18,03 Quadratkilometer.
Löss, Wartberg und vier Ortschaften
Fruchtbarer Löss bedeckt den Großteil des Gemeindegebiets; rund um den 242 Meter hohen Wartberg westlich von Putzing ist der Boden sandiger. 68 Prozent entfallen auf landwirtschaftliche Flächen, 6 auf Gärten, 7 auf Weingärten und 9 Prozent auf Wald. Die Gemeinde besteht aus Großebersdorf, Eibesbrunn, Manhartsbrunn und Putzing. Beim Wartberg gefundene Keramiken weisen auf eine Besiedlung in der Bronzezeit; 1168 wurde der Ort als „Eberhartisdorf“ erstmals urkundlich genannt. Putzing am See ist eine Wochenendhaussiedlung um einen Badesee; laut Gemeinde verwaltet ein Verein die gemeinsamen Anlagen, und baden dürfen Mitglieder sowie deren Angehörige. Flurnamen wie oberes, mittleres und unteres Feld erinnern an die frühere Dreifelderwirtschaft.
Manhartsbrunn am Südosthang
Manhartsbrunn liegt auf einem nach Südosten geneigten Hang, von dem sich der Wiener Raum überblicken lässt. Der Ortsname war im Volksmund auch als „Matzbrunn“ bekannt; seine Herkunft ist nicht eindeutig. Erstmals genannt wird das Dorf 1411. 1718 entstand eine Kapelle, 1723 erhielt sie die Erlaubnis für Messfeiern. 1784 wurde eine Lokalkaplanei eingerichtet, drei Jahre später folgten Kirche und Pfarrhof. Französische Truppen besetzten und plünderten den Ort 1810. In den Jahren 1836 und 1855 brachen Choleraepidemien aus. Waldwege und die Hügellage prägen die Landschaft um den Ort, der früher auch Wein, Getreide und Spargel nach Wien lieferte. Zwischen dem 15. und 18. April 1945 wurde Manhartsbrunn beschossen; zwei Zivilisten starben, drei Objekte brannten nieder.
Pfarrgeschichte zwischen Putzing und Eibesbrunn
Großebersdorf war um 1250 ein Pfarrvikariat unter dem Domdechant von Passau. Putzing und Münichsthal werden 1649 als Filialen genannt, Eibesbrunn kam 1783 hinzu. Kaiser Joseph II. erhob den Ort 1789 zur Pfarre und wies sie der Erzdiözese Wien zu. In Putzing bestand bereits seit 1761 eine Kapelle zu Ehren Mariä Vermählung; 1779 wurde dort die Messfeier bewilligt. Eibesbrunn, früher auch „Heudörfl“ genannt, war eine Station für Heufuhren. Seine Kapelle entstand 1814 zur Verehrung der Erscheinung des Herrn und wurde im folgenden Jahr für Messfeiern geweiht. Münichsthal wurde 1949 zu einer eigenständigen Pfarre erhoben.
Eingemeindungen und Verkehr
Bei der Einnahme des Hauptorts am 12. April 1945 starben drei Zivilisten; 14 Gebäude brannten nieder. Eibesbrunn und Putzing wurden mit Jahresbeginn 1971 nach Großebersdorf eingemeindet; Manhartsbrunn folgte 1972. In Eibesbrunn kreuzt die Landesstraße L 12 die ehemalige Brünner Straße. Im Februar 2007 erfolgte dort der Spatenstich für die Nord Autobahn; der Knoten bindet A 5, S 1 und B 7 aneinander. Seit 10. November 2011 trägt die Gemeinde den Status einer Marktgemeinde.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Großebersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Marktgemeinde Großebersdorf – Unsere Region
- Marktgemeinde Großebersdorf – Manhartsbrunn
- Erzdiözese Wien – Geschichte der Pfarre Großebersdorf
- Marktgemeinde Großebersdorf – Putzing am See
Stand der Angaben: 08.10.2026
