ASPARN AN DER ZAYA KENNENLERNEN
Asparn an der Zaya: Schloss, Museum und Schulbank
Asparn an der Zaya liegt im Weinviertel, rund sieben Kilometer von Mistelbach entfernt. Die Marktgemeinde zählt 1.964 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 40,48 Quadratkilometer. Zum Gemeindegebiet zählen fünf Ortschaften.
Marktort im Zayatal
Am 29. September 1108 erscheint Asparn erstmals in einer Urkunde. Im Spätmittelalter entwickelte sich der Ort zum Markt; im 14. Jahrhundert erhielt er eine Ringmauer, 1512 wurde ein Wappen bewilligt. Das Zentrum lag rund um Schloss, Kirche und Minoritenkloster – das „Stättl“. 1610 kaufte Graf Seyfried Christoph von Breuner die Herrschaft, baute das Schloss zur Hauptresidenz aus und gründete das Kloster. 1645 verwüsteten schwedische Truppen den Ort; gegen Ende des 17. Jahrhunderts folgten Einfälle der Kuruzen. Die Marktgemeinde entstand 1972 durch die Vereinigung von Asparn, Michelstetten und Olgersdorf.
Schloss und Sammlungen
Das Schloss geht auf einen Bau aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück. Heute beherbergt es MAMUZ Schloss Asparn/Zaya mit der archäologischen Sammlung des Landes Niederösterreich. Die Ausstellung „Von der Urgeschichte bis ins Mittelalter“ verteilt sich auf drei Stockwerke und rund 1.100 Quadratmeter. Funde zeigen kulturelle Entwicklung und Alltagsleben von der Eiszeit bis ins Mittelalter; interaktive Stationen ergänzen die Objekte. Im angrenzenden Freigelände stehen lebensgroße, funktionstüchtige Modelle prähistorischer Wohn- und Wirtschaftsgebäude.
Vom Langhaus bis zur keltischen Schmiede
Das Freigelände gliedert sich in Siedlungskomplexe der Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit und des frühen Mittelalters. Nachbauten aus Lehm und Holz beruhen auf archäologischen Befunden; gezeigt werden Wohn- und Arbeitsbereiche mit Acker- und Gartenflächen. Ein jungsteinzeitliches Langhaus steht neben Brotbackhütte, Brunnen und Getreidefeld. Im Bronzezeitbereich gehören eine Bronzegießerei und ein Schwellenbau zu den Modellen. Die eisenzeitliche Siedlung umfasst unter anderem Schmiede und Töpferei sowie ein keltisches Heiligtum, das auf Befunden aus Roseldorf und Vergleichsfunden aus Frankreich basiert. Ein Versammlungshaus beruht auf einem Befund aus Michelstetten; Archäologen vermuten, dass dort Waffen, Pferdegeschirr und Kriegstrophäen bei Treffen gezeigt wurden. Auf den Feldern wachsen außerdem Emmer und Dinkel, Erbsen, Bohnen und Färberpflanzen. Eine frühmittelalterliche Kirche am Rundgang wurde nach einem Befund aus Pohansko aus dem 9. Jahrhundert errichtet.
Kirche und Schule in Michelstetten
Michelstetten liegt im Westen der Gemeinde in den Leiser Bergen auf 309 Metern Seehöhe. Die spätromanische Wehrkirche ist dem heiligen Veit geweiht; die Pfarre besteht seit 1128. Östlich der Kirche liegen die Reste eines Renaissance-Wasserschlosses. Gleich daneben steht die ehemalige Schule von 1889. Eine eigene Quelle oberhalb der Kirche wurde Ende der 1920er-Jahre gefasst; über einen Hochbehälter versorgt sie den ganzen Ort. Nachdem der Unterricht in der Schule in den 1970er-Jahren endete, richtete man dort 1980 das Niederösterreichische Schulmuseum ein. Nach einem Umbau öffnete 2007 die Michelstettner Schule: In fünf historischen Klassenzimmern werden Lernformen früherer Jahrhunderte von Lesen und Schreiben bis zu Naturgeschichte und Physik erlebbar. Die Sammlung umfasst rund 3.000 ausgestellte Schulobjekte aus etwa 55.000 Exponaten.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Asparn an der Zaya – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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- Michelstetten
- Archäologisches Freigelände
Stand der Angaben: 08.10.2026
