FORSTAU KENNENLERNEN
Forstau: Ein Hochtal zwischen Pongau und Ennstal
Forstau liegt in einem abgeschlossenen Hochtal zwischen Radstadt und Schladming. Die Gemeinde im Bezirk St. Johann umfasst 59,47 Quadratkilometer, zählt aber nur 558 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Zwischen Forstaubach, bewaldeten Hängen und Almflächen liegen der Dorfkern und einzelne Höfe; die Wege führen aus dem Tal vor allem in die Nachbarorte.
Ein Tal zwischen zwei Regionen
Der Forstaubach entwässert das Tal in Richtung Enns. Vom Bachlauf steigen bewaldete Hänge zu Almen und Gipfeln auf; der Rosskogel erreicht 2.254 Meter. Rund die Hälfte der Gemeindefläche ist bewaldet, etwa 40 Prozent sind Almflächen. Die Siedlung liegt damit in einem langgestreckten Talraum, dessen landwirtschaftlich genutzte Flächen und Bergwälder viel mehr Raum einnehmen als der kleine Dorfkern. Diese Lage prägt auch die Orientierung: Radstadt liegt westlich, Schladming östlich, und die Gemeinde ist über die Talstraße an beide Seiten angeschlossen. Forstau gehört verwaltungsmäßig zum Pongau, teilt seine Alltagsbeziehungen aber mit dem angrenzenden Ennstal.
Dorfleben und Wegmarken
Die Pfarrkirche St. Leonhard steht im Ortszentrum; am Pilgerweg Leonhardsweg liegt auch die Lourdeskapelle. Laut Tourismusverband können Wandernde an der Kapelle beim Leonhardsbründl frisches Quellwasser auffüllen. Das sind kleine Orte mit klarer Funktion: Die Kirche ist ein Mittelpunkt des Dorfes, Kapelle und Brunnen liegen an einer Route, die über die Gemeinde hinausführt. Forstau wurde 1299 erstmals urkundlich erwähnt. Eine kompakte Siedlung und weitläufige Almgebiete prägen so gemeinsam den Ort, in dem Naturraum, religiöse Wegtradition und tägliche Wege eng beieinanderliegen.
Technische Arbeit im Tal
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist in Forstau 89 Arbeitsstätten und 216 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort aus. Der sekundäre Sektor stellte 47,2 Prozent dieser Beschäftigungsverhältnisse; 64,7 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnsitz in der Gemeinde pendelten aus. Ein konkreter technischer Betrieb ist Alba Industries am Standort Winkl: Hier werden Werkzeuge, Maschinen und Anlagen für die Kunststoffverarbeitung entwickelt und gefertigt. Auch Forschung, Konstruktion und die Leitung der Unternehmensgruppe sitzen in Forstau. Daneben unterhält Alba Werke in Radstadt und der Slowakei, die statistisch nicht Forstau zugerechnet werden dürfen. So steht die industrielle Tätigkeit im Tal neben Landwirtschaft, Handwerk, Gastronomie und Beschäftigung im Tourismus.
Arbeiten mit Landschaft und Saison
Im Westen des Orts liegt der Einstieg in die Fageralm, die im Winter den Skibetrieb in den Bergen erschließt. Die tourismusbezogene Arbeit reicht über die Liftanlagen hinaus: Unterkünfte, Gastronomie, Sportangebote und die Pflege von Wegen bedienen unterschiedliche Jahreszeiten. Die Arbeitsstättenzählung erfasst nur die lokale Struktur zum Stichtag Ende Oktober 2024 und sagt nichts über die saisonale Zahl der Gäste aus. Der Ort bleibt zugleich eine Wohngemeinde mit Volksschule und Kindergarten. Die Höfe und saisonalen Dienste prägen neben der industriellen Arbeit das kleine Hochtal; zugleich führen Arbeitswege viele Bewohner aus der Gemeinde hinaus. Die Wege erschließen auch die Almen oberhalb des Talbodens.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 13.10.2026
