WEINGRABEN KENNENLERNEN
Weingraben zwischen Rabnitz und Mitteraubach
Weingraben liegt im Mittelburgenland an den Ausläufern der Buckligen Welt. Die Gemeinde umfasst den gleichnamigen Ort und Teile des Naturparks Landseer Berge. Auf 9,22 Quadratkilometern leben 343 Menschen (Stand 1. Jänner 2026); die burgenlandkroatische Volksgruppe prägt den Ort.
Bäche und Höhenlagen
Weingraben liegt zwischen der Rabnitz im Westen und dem Mitteraubach im Osten. Der Dorfkern befindet sich im Süden des Gemeindegebiets auf rund 415 Metern Seehöhe; nach Norden steigt das Gelände bewaldet bis ungefähr 600 Meter an. Wälder bedecken etwa 61 Prozent der Fläche, rund 31 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt. Das Gemeindegebiet umfasst nur eine Ortschaft und ist mit 9,22 Quadratkilometern klein. Der Naturpark Landseer Berge reicht in Teile des Gebiets hinein. Die Nähe zu den bewaldeten Höhen und die offenen Flächen im Süden formen den Übergang vom Dorf zu den Bachläufen und Hängen.
Mehrsprachige Ortsgeschichte
Weingraben wurde 1588 urkundlich genannt; die regionale Denkmaldokumentation führt den Ort als kroatische Neubesiedlung. Burgenland-Kroatisch ist bis heute Teil des örtlichen Sprachlebens. Bis 1920/21 gehörte Weingraben zu Ungarn. Ab 1898 war Borosd als ungarische Namensform vorgeschrieben. Seit 1921 gehört der Ort zum Burgenland. 1976 war Weingraben Teil der Gemeinde Kaisersdorf; heute bildet der Ort wieder eine eigene Gemeinde. Diese Stationen gehören zur Geschichte der kommunalen Zugehörigkeit, während Mehrsprachigkeit im Alltag fortbesteht.
Kirche und musikalische Ausstattung
Die Filialkirche St. Maria Magdalena steht am nördlichen Ende des Dorfes beim alten Friedhof und gehört zur Pfarre Kaisersdorf. Die Kirche wurde laut regionaler Denkmaldokumentation 1611 als Sieben-Linden-Kapelle errichtet, 1663 erweitert und 1860 umgebaut. Ein Altar aus dem aufgelösten Kamaldulenserkloster Landsee kam 1782 nach Weingraben. Die heutige Orgel stammt von Rieger aus dem Jahr 1996; ihr Gehäuse wurde 1912 gebaut. Sie besitzt acht Register und ein Manual und ist als mechanische Schleifladenorgel ausgeführt. Die Kombination aus älterem Orgelgehäuse und neuem Instrument macht die jüngere Musikgeschichte der Kirche nachvollziehbar. Zur Disposition gehören außerdem Principal, Flöte, Quinte, Schwiegel und Mixtur; das Pedal umfasst Subbass und Gedecktbass. Die Orgelverzeichnung nennt auch Gedackt und Salicional im Manual.
Schule und Ortsmitte
Der Schulunterricht ist im Ort seit 1854/55 belegt, als ein Schulgehilfe vermutlich während der Wintermonate unterrichtete. Zuvor mussten Kinder die Schule in Kaisersdorf besuchen. 1857 wurde ein Schulgebäude errichtet. 1924 gab es 80 Schülerinnen und Schüler; ein zusätzliches Klassenzimmer entstand in der früheren Lehrerwohnung. Wegen Baufälligkeit schloss die Schule 1942, der Unterricht wurde vorübergehend im leerstehenden Gemeindewirtshaus fortgeführt. 1952 entstand ein neues Schulgebäude, in dem später auch der Kindergarten untergebracht war. Eine Mariensäule am Hauptplatz bildet einen weiteren markanten Ort im Dorf. Kirche, Schule und Hauptplatz strukturieren den kompakten Siedlungskern.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
