WEIKENDORF KENNENLERNEN
Weikendorf: Kirche, Kunst und Stationen im Gemeindegebiet
Weikendorf liegt am Rand des Marchfelds zum Weinviertel, rund 25 Kilometer nordöstlich von Wien. Die Marktgemeinde zählt am 1. Jänner 2026 2.057 Einwohnerinnen und Einwohner und umfasst 46,30 Quadratkilometer. Ihr Gebiet reicht über vier Ortschaften und fünf Katastralgemeinden.
Am Gänsbach
Ein früher Siedlungskern lag an einem Bach, der in älteren Quellen Gänsbach und heute Weidenbach heißt. Die Häuserzeile am Bach umfasste anfangs 18 Bauernlehen mit je einem etwa zehn Joch großen Hofacker. Die Kirche St. Koloman ist 1115 belegt. Im späten 12. Jahrhundert wurde vom Bach ein Mühlbach abgeleitet; neue Bauernlehen erweiterten den Ort zu einem Angerdorf. Das Melker Urbar aus dem späten 13. Jahrhundert zählt 38 bäuerliche Lehen. 1411 erhielt Weikendorf Marktcharakter; 1462 durfte das Stift Melk in seinem Amtssitz ein Kastell errichten. Seine Grundherrschaft bestand bis 1848. Ein Bereitungsbuch von 1590 verzeichnet 53 Häuser; bis 1795 wuchs der Bestand auf 94. Historische Pfarrgrenzen reichten zeitweise weiter: Schönkirchen gehörte bis 1673 dazu, Reyersdorf bis 1767, Unter-Gänserndorf bis 1783 und Prottes bis 1784.
Kirche, Pfarrschloss und Säule
Die Pfarrkirche zum heiligen Koloman bildet mit dem Pfarrschloss ein Ensemble im älteren Ortskern. Vor der Kirche steht eine Statue der heiligen Elisabeth, der Marktpatronin; die Figur ist mit 1757 bezeichnet. Ihr Sockel besteht aus dem Torso eines älteren Heuerkreuzes aus dem 16. Jahrhundert. Marktrichter und Stiftsverwalter Matthias Schuller stiftete 1765 die Dreifaltigkeitssäule. Auf der Wolkensäule stehen Heilige rund um Maria, die Darstellung der Dreifaltigkeit bildet den Abschluss. Das Patrozinium wird am 13. Oktober begangen. Nach dem Brand von 1683 wurde das Pfarrzentrum barock ausgebaut; der Wiederaufbau der Anlage dauerte bis 1721.
Kunst mit Blick zum Platz
Am Rathausplatz wurde 2007 das frühere Feuerwehrhaus zum Kunstraum Weikendorf umgestaltet. Michael Kienzer öffnete das Gebäude mit einer großen Glasfront zum öffentlichen Raum. Von außen lässt sich die jeweilige Ausstellung betrachten; der Hauptraum ist bei Eröffnungen und nach Vereinbarung zugänglich. Eine örtliche Jury begleitet die Auswahl und Vermittlung der Kunst. Sie wurde 2013 gegründet und ermöglicht jährlich zwei künstlerische Positionen. Die Arbeiten greifen häufig Architektur, Ortsstruktur und regionale Themen auf. Kienzer betreute den Raum über zehn Jahre künstlerisch. Zu den dort gezeigten Künstlern zählen Bruno Gironcoli, Hans Schabus und Gerwald Rockenschaub.
Ortsteile und Verbindungen
Zur Pfarre gehören neben der Pfarrkirche die Filialkirchen in Stripfing und Tallesbrunn sowie die Kapelle in Dörfles. Die Ortsteile besitzen damit jeweils eigene kirchliche Anlaufstellen. Zwei Bahnhöfe liegen im Gemeindegebiet: Weikendorf-Dörfles und Tallesbrunn. Am Bahnhof Weikendorf-Dörfles nennt die ÖBB einen Fahrkartenautomaten, kostenlose Parkplätze und eine Fahrradgarage. Die Bahnstationen liegen bei den Ortschaften Dörfles und Tallesbrunn. Der Pfarrbereich gehört zum Verband der Melker Pfarren im Marchfeld.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Weikendorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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Stand der Angaben: 08.10.2026
