PRINZERSDORF KENNENLERNEN
Prinzersdorf an der Pielach
Prinzersdorf liegt westlich von St. Pölten im Tal der Pielach, am Südrand des Dunkelsteinerwaldes. Die Marktgemeinde ist mit 4,06 Quadratkilometern flächenmäßig klein; am 1. Jänner 2026 zählte sie 1.750 Einwohnerinnen und Einwohner. Zur Gemeinde gehören zwei gleichnamige Ortschaften und Katastralgemeinden: Prinzersdorf und Uttendorf. Die Pielach, die Bahnlinie und die Straße verbinden den Ort mit der Umgebung, während sich das Gemeindeleben an Einrichtungen im Zentrum und am Fluss abspielt.
Ein Name aus dem Mittelalter
Die Ortsgeschichte führt den Namen Prinzersdorf auf den slawischen Führer Brumeslaw zurück. Die Gründung des Ortes wird ungefähr um 800 angesetzt; urkundlich erscheint er 1058 als „Brvmeslawesdorf“. Eine ältere Verkehrsverbindung querte nahe Uttendorf die Pielach: In der Römerzeit verlief eine Straße von St. Pölten über Gerersdorf und Weitendorf zu einer Furt und weiter nach Westen. Südlich der Trasse wurden Tonscherben aus dem 8. Jahrhundert gefunden. Diese Angaben bezeichnen unterschiedliche historische Spuren und lassen sich nicht zu einer einzelnen, lückenlosen Siedlungserzählung zusammenziehen. 1625 erhielt Prinzersdorf eine Pferdewechselstation an der Postkutschenverbindung zwischen Melk und St. Pölten. 1731 ließ Kaiser Karl VI. den Poststeig zu einer Militärstraße durch das Alpenvorland ausbauen.
Zwei Ortsteile, ein Markt
Die Flächenangaben beruhen auf dem Stand Ende 2023: 2,94 Quadratkilometer entfallen auf Prinzersdorf, 1,12 auf Uttendorf. 1115 wurde Udalram von Ottendorf als erster Lehensträger urkundlich genannt. 1369 verkauften die Uttendorfer ihren Edelsitz an das Kloster St. Pölten.
Pielach-Flusspark und Flusshaus
Der Flusspark ist als Naherholungs- und Freizeitbereich an der Pielach angelegt. Die Gemeinde beschreibt das Flusshaus als offenes Bürger- und Vereinshaus, das kulturelle Veranstaltungen, Gruppenaktivitäten, private Anlässe und Bildungsangebote aufnehmen soll. Der Baubeginn erfolgte im Oktober 2023. Im Frühjahr desselben Jahres war eine Beachvolleyballanlage fertiggestellt worden. Auf der Baufortschrittsseite von 2023 war auch eine öffentliche WC-Anlage für den Platz vorgesehen. Am 9. Juni 2024 wurden das Flusshaus und die Gösnbar eröffnet; das Haus wurde als offenes Bürger- und Vereinshaus übergeben. Die Gösnbar liegt auf dem alten Geländeniveau. Vor dem Haus befindet sich der Leopold-Bauer-Platz mit Sitzstufen am Wasser. Er ist nach Leopold Bauer benannt, der die Baumpflanzung am früheren Treffpunkt angeregt hatte. Die Gemeinde nennt zudem Bildungsangebote und Kurse am Flusshaus. Als Nutzergruppen führt sie den Pielachtaler Musikverein, die Dorferneuerung, den Männergesangsverein, den Eltern-Kind-Treff, die Yoga-Gruppe und Wildkräuter-Workshops an.
Bahn, Straße und Kirche
Die ÖBB führt Prinzersdorf als Bahnhof an der Bahnstraße 2. Für 2011 nennt die Statistik knapp 800 Erwerbstätige mit Wohnsitz in Prinzersdorf; mehr als 80 Prozent pendelten aus. Rund 400 Beschäftigte kamen damals aus umliegenden Gemeinden. Die Filialkirche „Zur Heiligen Familie“ besteht seit 1966 und gehört zum Pfarrverband Heiliger Johannes Nepomuk im Pielachbogen. Sie steht auf einem weiträumigen Platz nördlich der Durchzugsstraße und ist denkmalgeschützt.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
