TRAUTMANNSDORF AN DER LEITHA KENNENLERNEN
Trautmannsdorf an der Leitha: Markt, Herrschaft und Dorfkirchen
Trautmannsdorf an der Leitha ist eine Marktgemeinde im Bezirk Bruck an der Leitha. Zum Gemeindegebiet gehören neben dem namensgebenden Hauptort Gallbrunn, Sarasdorf und Stixneusiedl. 2.905 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) leben auf 35,44 Quadratkilometern.
Marktort an der Leitha
Die Leitha durchquert den südlichen Teil des Hauptortes parallel zur Hauptstraße. Entlang ihres Ufers und rund um eine Burg entwickelte sich die Siedlung; ihr ursprünglicher Grundriss blieb trotz jüngerer Bautätigkeit erhalten. Um 1400 erhielt Trautmannsdorf das Marktrecht. Das barocke Markttor an der westlichen Ausfahrt bildet einen markanten Abschluss des alten Marktes: Die Straße führt unter seinem Bogen hindurch. Die Gemeinde liegt in einer überwiegend landwirtschaftlich genutzten Ebene; 77 Prozent ihrer Fläche entfallen auf Felder und Wiesen, zehn Prozent auf Wald. Der frühere Wehrbau war mit sieben Bollwerken, zwei Wassergräben, drei Zwingern und einem Turm ausgestattet.
Eine Herrschaft wächst zusammen
Der Name Trautmannsdorf geht vermutlich auf einen Ministerialen namens Trutmann zurück, der um 1100 ein Gut mit dem Kloster Göttweig tauschte. Aus dem Burgort wurde ein Markt; Sarasdorf und Stixneusiedl waren über Jahrhunderte an die Herrschaft Trautmannsdorf gebunden. Gallbrunn gehörte zunächst zur Herrschaft Petronell und kam 1767 durch einen Tausch zu Trautmannsdorf. Auf dem oberen Feld liegt die Wüstung Parz; als Flur Parz erscheint sie bereits 1144, 1335 wird dort ein Burggraf genannt. Die Gemeindezusammenlegung erfolgte in mehreren Schritten: 1968 verbanden sich Trautmannsdorf und Sarasdorf. Am 18. Jänner trat erstmals ein gemeinsamer Gemeinderat zusammen. Ein Landesgesetz führte 1972 Gallbrunn und Stixneusiedl hinzu.
Gotische Spuren in der Barockkirche
Die Pfarrkirche ist der heiligen Katharina von Alexandrien geweiht. Die heutige Gestalt entstand um 1719 in der Barockzeit unter Einbeziehung älterer Bauteile: Eine gotische Kapelle und der Chorraum blieben erhalten. Das Presbyterium der Vorgängerkirche dient als Seitenkapelle und Begräbnisstätte der Familie Windisch-Graetz. Zu den älteren Ausstattungsstücken zählen Grab- und Wappensteine sowie ein Ölbergrelief aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Im 18. Jahrhundert erhielt das Gotteshaus eine neue Fassade mit Nischenstatuen und einen Turm. Bis zur Pfarrregulierung unter Joseph II. bildeten Trautmannsdorf, Sarasdorf und Stixneusiedl eine gemeinsame Pfarre. Das Patrozinium der heiligen Katharina wird am 25. November begangen.
Dorfgeschichten und ein Fürstentreffen
Gallbrunn ist 1192 erstmals urkundlich erwähnt und blieb bis 1783 als Filiale der Pfarre Margarethen am Moos kirchlich angebunden. Die Pfarrkirche St. Florian entstand Anfang des 18. Jahrhunderts und wurde 1773 erweitert; ihr steinerner Turm stammt aus dieser Bauphase. Gallbrunn ist ein Straßendorf, dessen Zentrum die Hauptstraße bildet. In Sarasdorf erinnert das Denkmal „Zu den drei Rusten“ an ein Treffen vom Juli 1515: Maximilian I., Ladislaus II. von Böhmen und Ungarn sowie Sigismund I. von Polen kamen hier zu Verhandlungen über Bündnis- und Eheverträge zusammen. Stixneusiedls Pfarrkirche stammt aus dem Jahr 1786 und ist den Aposteln Petrus und Paulus geweiht; ihr Patrozinium fällt auf den 29. Juni.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Trautmannsdorf an der Leitha – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Marktgemeinde Trautmannsdorf – KG Trautmannsdorf an der Leitha
- Marktgemeinde Trautmannsdorf – Geschichte
- Marktgemeinde Trautmannsdorf – KG Gallbrunn
- Marktgemeinde Trautmannsdorf – KG Sarasdorf
- Erzdiözese Wien – Pfarre Trautmannsdorf an der Leitha
- Erzdiözese Wien – Pfarre Stixneusiedl
- Bundesdenkmalamt – Denkmalliste Niederösterreich 2026
- Niederösterreich – Orte und Gemeinden: Trautmannsdorf an der Leitha
Stand der Angaben: 08.10.2026
