LICHTENAU IM WALDVIERTEL KENNENLERNEN
Lichtenau im Waldviertel – Gestein, Schlösser und Dorfmuseen
Lichtenau im Waldviertel liegt im südlichen Waldviertel zwischen Krems und Zwettl. Die Marktgemeinde zählt 2.010 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 58,38 Quadratkilometer. Ihr Gebiet reicht über 18 Orte im hügeligen Hochland.
Gneis, Marmor und Graphit
Das Gemeindegebiet liegt im kristallinen Grundgebirge der Böhmischen Masse, im Moldanubikum. Im Westen bei Jeitendorf und Gloden tritt die Ostrong-Einheit auf; weiter östlich folgen Dobragneis und die Bunte Serie, die unter anderem Scheutz, Lichtenau und Brunn am Wald umfasst. Paragneise und Glimmerschiefer liegen dort neben Quarzit, Marmor, Amphibolit und Graphitschiefer. Ein mächtiger Marmorzug zieht durch die Katastralgemeinde Brunn am Wald.
Ein Wappen aus zwei Ortsgeschichten
1991 erhielt die Marktgemeinde ein Wappen mit goldenem Schrägbalken und drei roten Jakobsmuscheln auf rotem Schild unter blauem Schildhaupt; die Gemeindefarben sind Rot, Gelb und Blau. Die Gestaltung verbindet den Balken aus dem Wappen der Lichtenauer mit den Muscheln des früheren Loiweiner Wappens. Die Ritter von Lichtenau waren Ministerialen im Gefolge der Kuenringer und frühe Besitzer des heutigen Gemeindegebiets. Die Muscheln verweisen auf die Familie Neidegg, die im 15. und 16. Jahrhundert Schlösser und Güter in Lichtenau und Brunn am Wald innehatte. Loiwein erhielt sein Marktwappen bereits 1954.
Wasserschloss Brunn am Wald
Das Wasserschloss Brunn am Wald wird 1172 in der Zwettler Chronik als eine der Waldviertler Burgen genannt. Im 13. Jahrhundert gehörte es den Kuenringern, wahrscheinlich bis 1355; danach wechselten die Besitzer häufig. Johann Hartmann von Trauttmannsdorff ließ 1584 den von einem breiten Wassergraben umgebenen Bau errichten. Ein Rundbogenportal, kräftige Eckquader und der schlichte Kastenbau zeigen seine Renaissanceformen. Barocke Veränderungen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts ergänzten die ältere Anlage. Der Graben liegt mitten im Ort.
Museum „Der Bauer als Selbstversorger“
Das Museum in Lichtenau stellt frühere Arbeiten auf Hof, Feld und im Wald in 14 Ensembles dar. Über 3.000 Ausstellungsstücke zeigen Geräte, Werkzeuge und Arbeitsplätze; rund 30 Berufe reichen vom Schmied und Zimmermann bis zur Wäscherin und Köchin. Einige Werkzeuge waren noch bis in die 1960er-Jahre in Gebrauch. Der Museumsverein ergänzt die Dauerausstellung jährlich durch ein Sonderthema; 2026 widmet sie sich Bienenhaltung und Honigverarbeitung. Laut aktuellen Vereinsangaben ist das Museum von Anfang April bis Ende Oktober an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet, Gruppen können außerhalb dieser Zeit Besuche anmelden.
Karikaturengarten in Brunn am Wald
Der Karikaturengarten liegt im ehemaligen Schlosspark von Brunn am Wald. Holz, Stein, Keramik und Eisen werden zu Karikaturen und Figuren; in der Anlage befindet sich auch eine Freiluftgalerie. Robert Colnagos „Unter dem Schutz unseres Bundesadlers“ entstand aus landwirtschaftlichem Altmetall aus Lichtenau; andere Werke verwenden Waldviertler Marmor. Der Bildhauer Leonhard Tipotsch entwickelte „Der Donaufürst und seine Frau“ nach einer Zeichnung des Volksschülers Johannes Baumgartner. Die Gemeindechronik datiert die Errichtung des Gartens auf 2010 und 2011. Aktuell ist er vom 1. April bis 15. November täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Lichtenau im Waldviertel – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Marktgemeinde Lichtenau – Von einst bis jetzt
- Marktgemeinde Lichtenau – Karikaturengarten
- Marktgemeinde Lichtenau – Künstler im Karikaturengarten
- Marktgemeinde Lichtenau – Geologischer Aufbau
- Marktgemeinde Lichtenau – Das Gemeindewappen
- Marktgemeinde Lichtenau – Wasserschloss Brunn am Wald
- Marktgemeinde Lichtenau – Museum Der Bauer als Selbstversorger
- Marktgemeinde Lichtenau – Unsere Gemeinde
- Museumsverein Lichtenau – Der Bauer als Selbstversorger
Stand der Angaben: 08.10.2026
