MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

St. Peter in der Au

Ein Marktplatz, eine befestigte Kirche und ein Ort an alten Verkehrswegen

GEMEINDEKENNZIFFER30530
Schloss Sankt Peter in der Au
Schloss Sankt Peter in der Au · Foto: Anton-kurt · „SchlossStPeterInDerAu05“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 at · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
5 101
01.01.2026
Fläche
59,94 km²
Bevölkerungsdichte
85,1
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3352
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

ST. PETER IN DER AU KENNENLERNEN

St. Peter in der Au: Wehrkirche und Schloss

St. Peter in der Au verbindet Marktgeschichte mit einer ungewöhnlich wehrhaften Pfarrkirche. Schloss, Kirche und Ortskern erinnern an die Zeit, als der Ort an wichtigen Straßenkreuzungen lag und zugleich Herrschaftssitz war.

Markt und Gemeinde

Die Marktgemeinde zählt 5.101 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 59,94 Quadratkilometer. Das Gemeindegebiet liegt im Mostviertel und gliedert sich in sechs Katastralgemeinden und sechs Ortschaften. Die Katastralgemeinden heißen Hohenreith, Kirnberg, St. Johann in Engstetten, St. Michael am Bruckbach, St. Peter in der Au-Dorf und St. Peter in der Au-Markt. Die Ortschaften tragen dieselben Namen; lediglich Kürnberg wird im Ortsverzeichnis anders geschrieben als die Katastralgemeinde Kirnberg. Der Name Au ist bereits 1120 als „Augea“ belegt; St. Peter erscheint 1210 in einer Urkunde des Stifts Seitenstetten. Der Ortskern entwickelte sich am Zusammentreffen alter Wege zwischen Steyr, Aschbach, Wallsee und Weyer. Die Lage erklärt die Bedeutung des Marktes als regionaler Treffpunkt.

Kirche als Zuflucht

Die Pfarrkirche ist den Aposteln Petrus und Paulus geweiht. Ihr spätgotisches Langhaus entstand etwa in der Mitte des 15. Jahrhunderts; eine barocke Vorhalle kam 1769 hinzu. Kirche und Schloss wurden als gemeinsame Wehranlage angelegt. Noch heute umgibt die Kirche eine Wehrmauer, die ursprünglich sechs Meter hoch war und Schießscharten besaß. Ein gedeckter Gang verband den Kirchenraum mit dem Schloss über den Graben. Im Dachraum der Kirche liegen Schützenstände und schmale Wurfspalten zwischen den Mauern. Bei einer Renovierung 1954 wurde unter der Orgelempore ein zwölf Meter tiefer Brunnen entdeckt, der die Wasserversorgung bei einer Belagerung sicherte.

Geschichte des Marktes

Die Herrschaft St. Peter befand sich im Mittelalter in wechselndem Besitz. 1294 wird Chunrad als erster namentlich bekannter Pfarrer genannt. Kaiser Maximilian II. verlieh dem Markt 1574 ein Wappen mit silbernem Schlüssel auf rotem Schild. Im Bauernaufstand 1597 stürmten Bauern das Schloss und hielten den Schlossherrn drei Wochen gefangen. Nach dem Scheitern des Aufstands wurden Anführer hingerichtet; die jährliche Abbitte vor dem Schloss endete erst 1848 mit der Bauernbefreiung. Während der Reformationszeit war die Bevölkerung überwiegend protestantisch. Katholische Gottesdienste fanden zeitweise in einer Notkirche im Haus der Schulschwestern statt. Ein Silberpokal aus jener Epoche befindet sich laut Pfarre heute im Besitz der Marktgemeinde und wird bei Wahlgängen verwendet.

Gebäude und Ortsleben

Das Schloss beherbergt auch das Carl-Zeller-Museum. Der 1842 in St. Peter geborene Komponist war hauptberuflich Jurist und Ministerialrat im Unterrichtsministerium; seine Operette „Der Vogelhändler“ wurde 1891 uraufgeführt. Die Sammlung zeigt unter anderem Originalhandschriften, Skizzenbücher, Briefe, Widmungen und Uraufführungsplakate. Schloss und Kirche bilden zusammen mit dem Markt einen historischen Ortskern. Die Pfarrkirche feiert ihr Patrozinium am 29. Juni; zu den traditionellen Markttagen zählen außerdem Aschermittwoch, Mittfasten und der Katharini-Tag. Das Peterlfeuer wird am Wochenende des Patroziniums von Landjugend, Feuerwehr und Gemeinde organisiert.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

St. Peter in der Au auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung5 023
31.10.2021 · Registerzählung5 189
01.01.2026 · Bevölkerungsstand5 101

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 476
NUTS-3-Region
Mostviertel-Eisenwurzen (AT121)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von St. Peter in der Au

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