FUSCH AN DER GROSSGLOCKNERSTRASSE KENNENLERNEN
Fusch an der Großglocknerstraße: vom Talschluss auf den Alpenpass
Fusch liegt im engen Tal der Fuscher Ache, das nordwärts zur Salzach führt und sich südlich bis zum Alpenhauptkamm öffnet. Die Gemeinde zählt 752 Einwohner (1. Jänner 2026) auf 158,14 Quadratkilometern. Der besiedelte Talboden nimmt davon nur einen kleinen Teil ein.
Ein langes Tal mit wenigen Siedlungsflächen
Das Fuscher Tal verläuft zwischen Kapruner Tal und Raurisertal und wird von der Fuscher Ache durchzogen. Im Süden weitet es sich zum Käfertal und nach Ferleiten; dort führt die Großglockner-Hochalpenstraße über den Alpenhauptkamm. Weite Bereiche gehören zum Nationalpark Hohe Tauern. Die amtliche Gemeindestatistik weist für Fusch 158,1 Quadratkilometer Katasterfläche, aber nur 7,8 Quadratkilometer Dauersiedlungsraum aus. Diese Gegenüberstellung erklärt, warum die Gemeinde trotz ihrer großen Fläche dünn besiedelt ist und sich Wohnen und Höfe auf enge Talräume konzentrieren. Das Wiesbachhorn ist mit 3.564 Metern die höchste Erhebung der Gemeinde.
Alte Übergänge und ein aufgegebener Kurort
Das Tal war ein Zugang über die Hohen Tauern, lange bevor der heutige Straßenverkehr einsetzte. Ein bronzezeitlicher Dolchfund am Brennkogel und ein mittelalterlicher Saumweg belegen frühe Verbindungen über die Tauern. Bergbau auf Gold und Silber gehörte ebenfalls zur Geschichte; die hoch gelegenen Stollen wurden um 1600 aufgegeben, als Gletscher vorrückten. Später zog Bad Fusch Kurgäste an. Der Höhenkurort erlebte seine Blüte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und verlor nach dem Ersten Weltkrieg an Bedeutung. Die Fürstenquelle trägt den Namen seines Förderers, des Salzburger Erzbischofs Friedrich Schwarzenberg. Heute sind die alten Kuranlagen verfallen, doch der Ort bleibt ein Ausflugsziel in der Berglandschaft.
Kleine Arbeitsbasis, starke Pendelbeziehung
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist in Fusch 92 Arbeitsstätten und 379 Beschäftigte am Arbeitsort aus; 60,2 Prozent der Beschäftigten arbeiteten im sekundären Sektor. Zugleich pendelten 69,9 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnsitz in Fusch aus. Die örtliche Produktion lässt sich an zwei Standorten greifen: Das Sägewerk Mühlauer verarbeitet Holz und betreibt daneben die Erlebniswelt Holz; das Bärenwerk der Salzburg AG nutzt die Fuscher Ache zur Stromerzeugung. Bei Ferleiten und entlang der Hochalpenstraße arbeiten außerdem Beherbergung, Gastronomie und Ausflugsangebote für Gäste. Die Statistik beschreibt Beschäftigung am Arbeitsort, der Pendleranteil dagegen die Erwerbstätigen am Wohnort.
Wasser, Holz und erfahrbare Ortsgeschichte
Im Ort führt „Nepomuks Weg der Sinne“ am Hirzbach entlang. Eine Brücke überspannt den Wasserfall; weitere Stationen greifen Wasser, Kneipp-Anwendungen und Holz auf. Ein Wassertretbecken im Bach und ein Barfußweg gehören zu den Stationen. Der rund 1,5 Kilometer lange Steig endet bei der Mühlauersäge und verbindet damit einen kurzen Naturweg mit einem Museum, das Wald und Holz vom Samen bis zum fertigen Produkt erklärt. In Ferleiten beginnt zudem die Salzburger Auffahrt zur Hochalpenstraße; erste Erlebnisstationen des Betreibers liegen an der Straße durch das Fuscher Gemeindegebiet. Das Wegmacherhaus an der Fuscher Lacke vermittelt die Baugeschichte der Straße. Am Weg lassen sich Wasser und Holz als Ressourcen des Tals unmittelbar erleben; das Museum erklärt, wie daraus handwerkliche Arbeit wurde.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Fusch an der Großglocknerstraße – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Fusch an der Großglocknerstraße – feste Artikelversion
- Gemeindestatistik Fusch, Land Salzburg
- Geschichte, Gemeinde Fusch
- Lage und Geschichte von Bad Fusch, Gemeinde Fusch
- Wirtschaft, Gemeinde Fusch
- Nepomuks Weg der Sinne, Gemeinde Fusch
- Öffnungszeiten Erlebniswelt Holz – Mühlauersäge
- Erlebniswelten am Großglockner
- Arbeitsstättenzählung 2024, Statistik Austria
- Wasserkraftwerk Bärenwerk – Salzburg AG
- Chronik Mühlauersäge
Stand der Angaben: 14.10.2026
