HAUSLEITEN KENNENLERNEN
Hausleiten: Mutterkirche am Wagram
Hausleiten liegt am südwestlichen Rand des Bezirks Korneuburg zwischen Stockerau und Tulln. Die Marktgemeinde umfasst 61,04 Quadratkilometer und zählte am 1. Jänner 2026 3.842 Einwohner. Neun Ortschaften und zehn Katastralgemeinden liegen zwischen der Wagramkante und dem Tullnerfeld.
Eine Mutterkirche am Wagram
Die Pfarrkirche St. Agatha liegt auf der Hochterrasse des Wagrams über dem Tullnerfeld. Die Gemeindeseite führt ihre Grundfesten ins 11. Jahrhundert zurück. Um 1100 war sie Mutterkirche des Gebiets zwischen Schmida und Göllersbach; von ihr lösten sich über die folgenden Jahrhunderte zahlreiche eigenständige Pfarren. Der Ortsname Hausleiten ist erst 1304 als „Huslythen bey St. Agatha“ belegt. Das älteste pfarrliche Grundbuch von 1324 nennt 38 Untertanen des Passauer Bischofs sowie 28 Häuser und eine Mühle im Besitz der Pfarre. 1350 wird erstmals eine Pfarrschule erwähnt.
Romanische Reste und Kremser Schmidt
Die dreischiffige Basilika bewahrt Bauteile aus mehreren Jahrhunderten. Romanische Reste und Rundbogenfenster belegen den frühen Kern der Kirche. Im 13. Jahrhundert kamen Mittel- und Nordseitenschiff mit Holzdecke und frühgotischen Fenstern hinzu. Nach 1500 erhielt die Kirche ein spätgotisches Tonnengewölbe, einen Turm und ein spätgotisches Presbyterium. Ein Brand 1779 führte zur Neugestaltung des Altarraums in frühklassizistischer Form. Martin Johann Schmidt, der Kremser Schmidt, schuf das Hochaltarbild sowie die Deckenfresken, die 1785 vollendet wurden.
Vom Wochenmarkt zu zwei Jahrmärkten
Vor der Kirche wurde über Jahrhunderte an Sonn- und Feiertagen Wochenmarkt gehalten. Das Marktrecht mit zwei Jahrmärkten erhielt Hausleiten 1832. Ein weiterer historischer Weg verläuft unter dem Pfarrhof: Der „Stirbweg“ war ein alter Hohlweg und verkürzte Kirchgängern und Begräbniszügen den Weg zur Kirche. Unter Dechant Gschellhammer wurde er um 1774 überwölbt; darüber entstand der Westtrakt des Pfarrhofs. Der Agathaplatz wurde 1910 neu gestaltet und erhielt eine Säule der Kirchenpatronin, geschaffen vom Bildhauer Bredeweg. 1969 baute die Gemeinde dort eine Aufbahrungshalle.
Gemeindebildung zwischen Wagram und Au
Die heutige Großgemeinde wurde 1971 gebildet und umfasst die Katastralgemeinden Gaisruck, Goldgeben, Hausleithen, Perzendorf, Pettendorf, Schmida, Seitzersdorf-Wolfpassing, Zaina, Zissersdorf und den Auanteil Trübenseer Au. Die politische Gemeinde deckt sich damit weitgehend mit dem historischen Pfarrgebiet. Die Wagramkante fällt ungefähr 30 Meter gegen die Donauebene ab; südlich davon liegt das Tullnerfeld mit den Auen. In Goldgeben erinnert die ehemalige Mühle am Brunnberg an die frühere Getreideverarbeitung; die Anlage wurde 1974 als Wohnhaus übernommen und umfassend renoviert.
Kulturweg und S-Bahn-Halt
Der Erlebnisweg „Kultur verbindet“ führt als Rundwanderweg durch die Gemeinde und passiert unter anderem den Tumulus von Gaisruck. Die Gemeindeseite beschreibt ihn als leichten Themenweg. Auch der Jakobsweg Weinviertel verläuft durch das Gemeindegebiet. Am Bahnhof Hausleiten hält die S-Bahn; ÖBB weist Fahrradgarage und Parkplätze aus. Der Mittelbahnsteig wurde 2008 barrierefrei neu errichtet und mit taktilem Blindenleitsystem ausgestattet.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Hausleiten – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Hausleiten: Geschichte – Marktgemeinde Hausleiten
- Pfarrkirche St. Agatha – Marktgemeinde Hausleiten
- Agathaplatz – Marktgemeinde Hausleiten
- Goldgeben: Die Mühle – Marktgemeinde Hausleiten
- Erlebnisweg Kultur verbindet – Marktgemeinde Hausleiten
- Bahnhof Hausleiten – ÖBB
Stand der Angaben: 08.10.2026
