MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Ardagger

Vier historische Ortsteile zwischen Flussauen und Mostviertler Hügelland

GEMEINDEKENNZIFFER30503
Gemeindeamt in Ardagger Markt
Gemeindeamt in Ardagger Markt · Foto: Grubernst · „2012.11.14 - Ardagger Markt - Gemeindeamt - 01“ · Wikimedia Commons · CC0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
3 563
01.01.2026
Fläche
47,15 km²
Bevölkerungsdichte
75,6
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3321
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

ARDAGGER KENNENLERNEN

Ardagger: Stiftskirche über der Donau

Die Marktgemeinde Ardagger liegt zwischen Donau und Mostviertler Hügelland. Am 1. Jänner 2026 zählte sie 3.563 Einwohner auf 47,15 Quadratkilometern. Das frühere Kollegiatstift und die Uferlandschaft geben dem Gemeindegebiet markante Bezugspunkte.

Das Kollegiatstift und sein Margaretenfenster

Kaiser Heinrich III. stiftete 1049 auf Anregung seiner Gemahlin Agnes von Poitou ein Kollegiatstift zu Ehren der heiligen Margareta. Die Kirche wurde 1063 geweiht. Der heutige Bau bewahrt eine Krypta und einen mittelalterlichen Kreuzgang; besonders bekannt ist das Margaretenfenster, das um 1238 entstanden sein soll und Szenen aus dem Leben der Heiligen zeigt. Kaiser Joseph II. hob die Institution in der josephinischen Zeit auf; die ehemalige Stiftskirche wurde zur Pfarrkirche. Zwölf Chorherren bildeten das Kapitel und verrichteten neben dem Chorgebet auch seelsorgliche Aufgaben in den umliegenden Pfarren.

Markt am Strom

Der heutige Ort Ardagger Markt wird 823 in einer Urkunde Ludwigs des Frommen genannt. Der Name wird mit dem Ausdruck ad artagrum, „bebaubarer Acker“, verbunden. 1256 erhielt der Ort das Recht, einen Wochenmarkt abzuhalten; 1567 kam eine eigene Gerichtsbarkeit hinzu, später führte der Markt ein eigenes Siegel. Die Pfarrkirche ist dem heiligen Nikolaus geweiht, dem Schutzpatron der Schiffer. Sie war zunächst ein Vikariat des Stifts und wurde 1356 zur Pfarre erhoben. Ihr Standort nahe der Donau erinnert an die Bedeutung der Schifffahrt für die Siedlung. Ardagger Markt besitzt außerdem einen Hafen und eine Anlegestelle für Donauschiffe; die Uferlage verbindet den Ortskern mit den Auen.

Vier Gemeinden werden eine

Die heutige Gemeinde umfasst Ardagger Markt, Ardagger Stift, Kollmitzberg und Stephanshart. Diese vier Orte waren bis zur Gemeindereform eigenständige politische Gemeinden. Die Gemeinden Ardagger Markt und Ardagger Stift wurden 1970 verbunden; mit 1. Jänner 1971 kamen Kollmitzberg und Stephanshart hinzu. 1972 erhielt die Gesamtgemeinde ihren heutigen Namen. In Kollmitzberg steht eine Pfarr- und Wallfahrtskirche zu Ehren der heiligen Ottilia. Ihr Westturm geht auf eine Bauphase um 1300 zurück und besitzt bis zu zwei Meter dicke Mauern. Nach einer Wallfahrtsblüte im 18. Jahrhundert erhielt die Kirche ihre heutige Grundform. In Stephanshart ist die Pfarrkirche dem heiligen Stephan geweiht. Die Bewohner von Moos errichteten 2004 gemeinschaftlich eine Pflanzenkläranlage.

Donauübergang und Hochwasserschutz

Die flachen Donauauen bei Ardagger stehen in starkem Kontrast zum Hügelland des Mostviertels. Überflutungen gehörten lange zu den Risiken der Uferorte; für Ardagger Markt wurde deshalb ein befahrbarer Hochwasserschutzdamm gebaut, der 1979 fertiggestellt war. Bei Tiefenbach überspannt die Ing.-Leopold-Helbich-Brücke die Donau und führt von der Katastralgemeinde Kollmitzberg nach Grein in Oberösterreich. Das Gemeindegebiet liegt damit am Eingang zum Strudengau, wo der Fluss zwischen bewaldeten Hängen enger wird. Der Name „Tor zum Strudengau“ beschreibt diese Lage am Übergang von den weiten Auen in die schluchtartige Flusslandschaft.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Ardagger auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung3 368
31.10.2021 · Registerzählung3 573
01.01.2026 · Bevölkerungsstand3 563

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 055
NUTS-3-Region
Mostviertel-Eisenwurzen (AT121)

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