EICHGRABEN KENNENLERNEN
Eichgraben: Wienerwaldgemeinde an der Westbahn
Eichgraben ist eine Marktgemeinde im Bezirk Sankt Pölten-Land in Niederösterreich. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 4.794 Menschen; die Fläche beträgt 8,88 Quadratkilometer. Das Gemeindegebiet liegt an den nördlichen Ausläufern des Wienerwaldes und an der Westbahn. Anders als bei Gemeinden mit vielen Ortschaften umfasst Eichgraben nur eine Katastralgemeinde. Die Siedlung verteilt sich auf mehrere Ortsteile und Täler, die von Bächen durchzogen werden. Kleinere Täler und Zubringer prägen die Landschaft.
Wasser formt die Täler
Rund 18 Kilometer Fließgewässer durchziehen das Gemeindegebiet. Der Anzbach entsteht am Fuß des Rekawinkler Berges aus Quellbach und Bierbach und fließt im Norden etwa drei Kilometer nach Westen. Der Nagelbach entspringt am namensgebenden Nagelberg. Der Schattaubach ist 3,15 Kilometer lang und nimmt kleinere Zuflüsse auf. Kleine, oft nur zeitweise wasserführende Gerinne speisen über Gräben die Flyschbäche. Nach Niederschlägen fließt das Wasser überwiegend oberirdisch ab; die Pegel steigen rasch. 17 bewaldete Einzelflächen mit zusammen 6,40 Hektar haben den Charakter eines Grabenwaldes, teilweise mit hohem Totholzanteil.
Kirchen und Museum
Die römisch-katholische Pfarre Eichgraben verfügt über zwei Gotteshäuser: den Wienerwalddom und die kleine Kirche. Die Herz-Jesu-Friedenskirche wurde 1948 bis 1951 nach Plänen von Josef Friedl erbaut. Der Beiname Wienerwalddom verweist auf ihre Größe und Erscheinung. Daneben gibt es die evangelische Michaelskapelle beim Bahnhof, die laut Gemeinde auch als Ort der Begegnung dient. Das Wienerwaldmuseum ergänzt das kirchliche und bauliche Erbe um Themen aus Geologie, Archäologie, Ur- und Frühgeschichte sowie Kelten- und Römerzeit. Zwei Museumsräume behandeln die Geschichte des Wienerwaldes und Eichgrabens im Mittelalter und in der Neuzeit. Diese Einrichtungen erzählen von verschiedenen Epochen und Konfessionen, ohne sie in eine einzige Ortsgeschichte zu verkürzen.
Eisenbahn und Ortsentwicklung
Die Haltestelle Eichgraben-Altlengbach bindet die Gemeinde an die Westbahn an. Die Eisenbahnverbindung seit 1881 wird in der historischen Ortsdarstellung als wichtiger Faktor für die Entwicklung Eichgrabens angeführt. Der Bahnanschluss machte den Ort für Pendler und Sommerfrischler erreichbar und begünstigte die Ausbreitung der Siedlung. Heute bildet sie einen zentralen Orientierungspunkt, ebenso wie das Gemeindezentrum und der Wienerwalddom. Die Lage im Wienerwald und die Erreichbarkeit per Bahn prägen die Verbindung zwischen Wohnort und Umland.
Kultur und Grundversorgung
Die Marktgemeinde fördert Kulturprojekte; die entsprechenden Richtlinien wurden 2022 vom Gemeinderat beschlossen. Der Chor Eichgraben Vokal besteht vorwiegend aus Sängerinnen und Sängern aus der Gemeinde, zieht aber auch Mitwirkende aus dem Wienerwald und Wien an. Sein Repertoire reicht durch alle Jahrhunderte und Nationen und umfasst weltliche wie geistliche Chorstücke. An der Galerie am Bahnhof bemühen sich die Organisatoren jedes Jahr, ungewöhnliche Künstler nach Eichgraben zu holen. Die Gemeinde betreibt ein rund 66 Kilometer langes Trinkwassernetz mit etwa 2.100 Anschlüssen. Das Wasser kommt von der EVN Wasser; ein externes Labor prüft seine Qualität zweimal jährlich. Rund 8 Kilometer der Leitungen sind Hausanschlüsse. Die Gemeinde ist für Wartung, Instandhaltung, Sanierung und Neubau des Versorgungsnetzes sowie der Wasserzähler zuständig.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Eichgraben – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Kultur & Kirche – Marktgemeinde Eichgraben
- Volkskundliche Sammlung – Wienerwaldmuseum Eichgraben
- Eichgraben – Gedächtnis des Landes
- Infrastruktur (Wasser, Kanal, Ortsbeleuchtung)
Stand der Angaben: 09.10.2026
