UNTERSIEBENBRUNN KENNENLERNEN
Untersiebenbrunn: Quellen, St. Veit und ein berühmter Grabfund
Untersiebenbrunn liegt im Marchfeld im Bezirk Gänserndorf und hat am 1. Jänner 2026 1.761 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Gemeinde umfasst 30,49 Quadratkilometer. Der Ortsname wird mit den zahlreichen Quellen des Stempfelbaches in Verbindung gebracht; urkundlich erscheint Untersiebenbrunn erstmals 1115.
Am Stempfelbach
Zum Gemeindegebiet gehören der Hauptort und die Katastralgemeinde Neuhof; Neuhof zählt zugleich als Ortsteil zur Ortschaft Untersiebenbrunn. Der Ortskern liegt rund 20 Kilometer östlich von Wien an der Marchegger Ostbahn. Der Hauptort befindet sich auf 158 Metern Seehöhe. Wald bedeckt 8,95 Prozent des Gemeindegebiets, während die Marchfeldebene von offenen Ackerflächen geprägt ist. Zur Landschaft gehört die Weikendorfer Remise. Die Landesstatistik weist für den Hauptort 1.300 Einwohner im Jahr 1991 und 1.416 im Jahr 2011 aus.
Kirche des heiligen Veit
Die Pfarrkirche im Norden der Ortschaft ist dem heiligen Veit geweiht und liegt erhöht auf einer Terrasse. Der Friedhof umgibt das Gotteshaus; die Pfarre wurde 1784 eigenständig und dem Stift Melk inkorporiert. Der mittelalterliche Kirchenstandort blieb damit auch nach dem späteren barocken Umbau religiöser Mittelpunkt. Zur Pfarre gehören außerdem zwei kleinere Andachtsorte: ein Tabernakelbildstock östlich der Ortschaft und die außerhalb des Ortskerns gelegene Cholerakapelle. Die Pfarrgemeinde gehört heute zum Pfarrverband Melker Pfarren im Marchfeld.
Ein Grabfund mit weiter Wirkung
Bei Bauarbeiten kamen 1910 Gräber aus der Völkerwanderungszeit zutage. Im Kunsthistorischen Museum wird eine Prunkfibel aus dem Fundkomplex gezeigt: Sie stammt aus dem frühen 5. Jahrhundert und besteht aus Silber mit Goldblechauflage, Steineinlagen, Glas und Email. Das Museum beschreibt paarweise getragene Bügelfibeln als Verschlüsse, die Frauenkleidung an den Schultern hielten. Auch die Landessammlungen Niederösterreich dokumentieren einen Glasbecher vom Fundort Untersiebenbrunn. Er ist gelblichgrün, mit vier blauen Nuppen verziert und misst 8,2 mal 6,2 Zentimeter. Das Grab der etwa 20- bis 24-jährigen Frau wurde zufällig entdeckt und bereits bei der Auffindung geplündert. Eine der Prunkfibeln wiegt 147 Gramm. Die Stücke liegen heute in öffentlichen Sammlungen.
Kultur und Vereine
Der Musikverein besteht seit 1930; die Theatergruppe Felicita und der Dorfchor treten ebenfalls regelmäßig auf. Die Pfarrbücherei ergänzt das kulturelle Angebot. Sportlich aktiv sind der Tennisclub, ein Wurftaubenklub und Fortuna Untersiebenbrunn. An der Bahnstraße liegt eine internationale Windhundrennbahn. Im örtlichen Vereinsverzeichnis findet sich außerdem der Verein der Freunde der Kellergasse am Mühlberg.
Federgras in der Remise
Die Weikendorfer Remise umfasst 183 Hektar und ist das älteste Naturschutzgebiet Österreichs. Sie wurde 1927 wegen ihrer landschaftlichen Schönheit und der Steppenpflanzen unter Schutz gestellt. Das Land Niederösterreich nennt Federgras, Steinröserl, Felsennelke und Kuhschellen als charakteristische Pflanzen. Im westlichen Offenland wird gemäht; im Osten wurde die Beweidung mit Schafen wieder aufgenommen. Der Name Siebenbrunner Heide ist ebenfalls gebräuchlich.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Untersiebenbrunn – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Pfarre Untersiebenbrunn - Erzdiözese Wien
- Untersiebenbrunn - Niederösterreich Tourismus
- Unsere Gemeinde - Untersiebenbrunn
- Untersiebenbrunn - Land Niederösterreich
- Naturschutzgebiet Weikendorfer Remise – Land Niederösterreich
- Prunkfibel – Kunsthistorisches Museum Wien
- Becher, Fundort Untersiebenbrunn – Landessammlungen Niederösterreich
- Pflegekonzept Trockenrasen in der Marchregion – Land Niederösterreich
Stand der Angaben: 08.10.2026
