WIESING KENNENLERNEN
Wiesing liegt an zwei Talzugängen
Wiesing liegt östlich von Jenbach und nördlich des Inns am Eingang zum Zillertal und an der Straße hinauf zum Achensee. Die Gemeinde im Bezirk Schwaz zählt 2.219 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 10,36 Quadratkilometern. Zu ihr gehören neben dem Hauptort die Ortsteile Astenberg, Bradl, Dikat, Ehrenstall, Erlach, Rofansiedlung und Tiergarten.
Vom Inntal an den Fuß des Rofan
Wiesing steigt vom Inn auf etwas über 500 Meter bis zum Ebner Joch auf 1.957 Meter an. Der Hauptort liegt im breiten Talraum, während kleinere Ortsteile an den Hängen und auf dem Übergang Richtung Achensee liegen. Der Buchberg steht als Inselberg nahe dem Inn; nördlich steigt das Gelände in den Ausläufern des Rofangebirges an. Die Lage an zwei wichtigen Talzugängen macht Wiesing zu einem Durchgangsort, zugleich führen Rad- und Wanderwege vom Dorf in die Landschaft. Die Kanzelkehre an der Achenseestraße öffnet den Blick über das Inntal und zum Eingang des Zillertals.
Gewerbe entlang der Verkehrsachsen
2024 zählte Statistik Austria 210 Arbeitsstätten und 793 Beschäftigte am Arbeitsort in Wiesing; 28 Prozent der Beschäftigten arbeiteten im sekundären Sektor. Im Ortsteil Bradl zeigt sich eine Mischung aus Handwerk und technischem Vertrieb. Astner Holzschindeln fertigt und verlegt Schindeln für Dächer und Fassaden. Kaeser unterhält in Bradl eine Niederlassung mit Kompressoren für Industrie und Handwerk, darunter Baukompressoren. Dazu kommen Handel, Fahrtraining und weitere Dienstleistungen. Die Anbindung an Inntalautobahn, Zillertalstraße und Achenseestraße ist für Kunden und Lieferungen wichtig. So entsteht vor Ort eine Wirtschaftsstruktur aus spezialisierten Betrieben und Verkehrsdiensten, nicht aus einem einzigen Großwerk.
Frühe Siedlung am Talboden
Funde einer durch Brand zerstörten Siedlung weisen auf Besiedlung um 1700 vor Christus hin. Schriftlich erscheint Wiesing 930/31 als „Vuisinga“ in einer Schenkungsurkunde zugunsten des Erzstifts Salzburg. Die Pfarrkirche ist Martin und Nikolaus geweiht. Der heutige Bau entstand 1777 bis 1781; sein Turm stammt noch von der mittelalterlichen Vorgängerkirche. Am Buchberg wurden Reste einer befestigten Anlage aus der Eisenzeit untersucht, doch ist das Areal inzwischen durch den Steinbruch zerstört. Diese archäologische Geschichte ist damit vor allem im Wissen um den Ort präsent. Das sichtbare Wiesing heute wird stärker durch die Pfarrkirche, die Ortsteile und die Verkehrsverbindungen geprägt.
Alltag und Ausflüge
Für den Alltag bietet die Gemeinde Betreuungseinrichtungen und einen Seniorenfahrdienst. Daneben verbindet ein leicht zugänglicher Weg den Aussichtspunkt Kanzelkehre mit dem Dorf: Vom Parkplatz an der Achenseestraße führt er über einen Waldweg und Erlach hinunter zur Pfarrkirche Wiesing. Der Tourismusverband gibt die gesamte Route mit 6,6 Kilometern und 2 Stunden 45 Minuten an. Auch der Achensee-Radweg führt durch die Gegend. Bewohner und Besucher erleben Wiesing damit nicht nur als Verkehrsknoten, sondern auch als Ausgangspunkt für kurze Wege zwischen Talboden und Hang. Am Ortskern lässt sich die historische Siedlung mit der heutigen Durchgangslage ablesen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Wiesing – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Wirtschaft – Gemeinde Wiesing
- Örtliches Raumordnungskonzept Wiesing 2022
- Panorama-Restaurant Kanzelkehre – Achensee
- Wiesing – Achensee Tourismus
- Wiesing – feste Wikipedia-Version
- Arbeitsstättenzählung 2024 – Gemeindeergebnisse
- Astner Holzschindeln – Produkt und Betrieb
- Kaeser Kompressoren – Standort Wiesing
- Astner Holzschindeln – Leitbild
- Kirchengeschichte – Gemeinde Wiesing
Stand der Angaben: 15.10.2026
