HACKERBERG KENNENLERNEN
Hackerberg: Rodungserinnerung und Sonnenstrom
Hackerberg liegt südlich von Wörterberg im Südburgenland. Die kleine Gemeinde im Bezirk Güssing zählte am 1. Jänner 2026 insgesamt 383 Einwohner auf rund 3,87 Quadratkilometern. Neben dem eigentlichen Hackerberg gehören die Csarhäuser und die Stinatzer Berghäuser zum Siedlungsbild. Waldreiche Umgebung und die Nähe zur Lafnitzregion bestimmen die landschaftliche Einordnung. Die Gemeinde verwendet für sich den Beinamen Sonnendorf. Er passt inzwischen auch zu einem konkreten örtlichen Thema: der Nutzung von Photovoltaik an öffentlichen Gebäuden.
Zwei Erklärungen für den Namen
Für den Namen Hackerberg sind zwei unterschiedliche Erklärungen überliefert. Die eine führt ihn auf Menschen zurück, die Waldungen und Weingärten der Herrschaften Batthyány und Kottulinsky aushackten. Die andere bezieht sich auf eine Hackenmühle an der Lafnitz, in der Werkzeuge wie Hacken und Sicheln hergestellt worden sein sollen. Beide Deutungen verbinden den Namen mit Arbeit und Landschaft. Eine gesicherte Entscheidung zwischen ihnen lässt sich daraus nicht ableiten. Auch die frühen Gemeindegrenzen sind nur vorsichtig beschrieben: Vor 1870 könnten Teile des heutigen Gebiets noch zu Stinatz, Wörterberg oder Neudauberg gehört haben.
Die Stinatzer Berghäuser als eigene Spur
Die Bezeichnung Stinjački Vrh bedeutet sinngemäß Stinatzer Berg. Sie bezieht sich auf jenen Ortsteil, der vor allem von kroatischer Bevölkerung aus Stinatz besiedelt wurde. Damit beschreibt der Name eine konkrete Siedlungsverbindung zur Nachbargemeinde. Ihn pauschal auf ganz Hackerberg zu übertragen, würde diese Unterscheidung verwischen. Die Stinatzer Berghäuser verweisen somit auf eine Geschichte, die über heutige Gemeindegrenzen hinausreicht. Nach der Zugehörigkeit zu Ungarn wurde Hackerberg 1921 Teil des Burgenlandes. Die eigenständige Gemeindeform der jüngeren Zeit besteht seit 1991, als die Trennung von der Großgemeinde Ollersdorf erfolgte.
Kreuzerhöhung und eine Glocke aus Verbundenheit
Die Hackerberger Kirche ist dem Fest Kreuzerhöhung geweiht und gehört als Filialkirche zur Pfarre Stinatz. Der 1971 eingeweihte Bau wurde fünfzig Jahre später umfassend saniert. Beim Dorffest im September 2021 wurde außerdem eine zweite Glocke eingeweiht, ein Geschenk des aus Hackerberg stammenden Bischofs Ägidius Zsifkovics. Die Feier verband kirchliche und kommunale Jubiläen: Auch drei Jahrzehnte Eigenständigkeit und das siebzigjährige Bestehen des Feuerwehrhauses wurden gewürdigt. Kirche und Friedhof stehen im Eigentum der Gemeinde. Das Gotteshaus ist damit sowohl religiöser Ort als auch ein Gebäude, für dessen Erhalt die örtliche Gemeinschaft Verantwortung übernimmt.
Öffentliche Dächer als Teil der Energieversorgung
Schon 2022 wirkte Hackerberg in der Klima- und Energie-Modellregion Stegersbach mit. Damals trugen Photovoltaikanlagen zur Stromversorgung von Gemeindeamt, Volksschule, Feuerwehrhaus und Kulturhaus bei. Damit verbindet sich die Energiefrage unmittelbar mit Orten des täglichen Zusammenlebens. Auch im Wohnbau wurde ein gemeinschaftliches Modell umgesetzt: Der Projektbericht der Modellregion dokumentiert eine Photovoltaikanlage an einer Wohnhausanlage der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft in Hackerberg. Öffentliche Einrichtungen und gemeinschaftlich genutzte Wohngebäude bilden hier zwei unterschiedliche Ansatzpunkte. Die Entwicklung ergänzt die ältere Dorfgeschichte um eine praktische Gegenwartsaufgabe, bei der vorhandene Gebäude für die örtliche Stromerzeugung genutzt werden.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Hackerberg (Güssing) – Wikipedia, feste Artikelversion
- Gemeinde Hackerberg – Ortsgeschichte
- Naturerlebnis Lafnitztal – Hackerberg
- Diözese Eisenstadt – Pfarre Stinatz
- MeinBezirk – Hackerberg hat eine neue Glocke bekommen, 19. September 2021
- ORF Burgenland – Gemeindereport Hackerberg, 27. August 2022
- Klima- und Energie-Modellregion – Umsetzungsbericht B971302
Stand der Angaben: 08.10.2026
