ZEDERHAUS KENNENLERNEN
Zederhaus: Mühlen, Prangstangen und das stille Riedingtal
Zederhaus liegt im westlichen Lungau, eingebettet zwischen Radstädter Tauern und Niederen Tauern. Die Gemeinde zählt 1.165 Einwohner (1. Jänner 2026) und umfasst 130,56 Quadratkilometer – viel Raum für verstreute Höfe, Almen und geschützte Gebirgslandschaft.
Ein Tal zwischen zwei Gebirgskämmen
Das Zederhaustal verläuft parallel zum Murtal und wird von den Kämmen des Weißecks und des Hochfeinds eingefasst. Der höchste Punkt der Gemeinde ist das 2.711 Meter hohe Weißeck. Straßenverbindungen führen talauswärts nach St. Michael; in nördlicher Richtung erreicht man über den Tauerntunnel das Pongauer Straßennetz. Die A10 bindet das Tal an die Nord-Süd-Route an. Im hinteren Gemeindegebiet liegt das Riedingtal, dessen Almen und Gipfel den Wechsel von bäuerlich genutzten Kulturlandschaften zu hochalpinen Lebensräumen sichtbar machen. Der Naturpark umfasst den Raum zwischen Radstädter Tauern und den Ausläufern der Ankogelgruppe. Der Schlierersee liegt am Zugang zum hinteren Tal; im Sommer fährt von dort ein Tälerbus weiter zur Königalm.
Mühlen und Prangstangen als gelebte Überlieferung
Am Dorfergraben führt ein Rundweg zu vier restaurierten Mühlen, in denen die Ausstellung „Mühlen-Leben“ eingerichtet ist. Der Weg startet im Ort und verbindet fünf Stationen; die Mühlen erzählen, wie Bauern früher Getreide für den Eigenbedarf mahlten. Früher standen Bauernmühlen oft dicht hintereinander an wasserführenden Gräben. Von einst rund siebzig Mühlen im Tal sind elf erhalten, zwei werden weiterhin zum Schroten verwendet. Eine zweite sichtbare Tradition prägt den Johannestag am 24. Juni: Bei der Prozession tragen die Teilnehmenden sechs bis acht Meter hohe Prangstangen. Die Stangen werden mit tausenden Blüten geschmückt und können je nach Ausführung bis zu 80 Kilogramm wiegen. Das Binden gehört zum Jahreslauf der Gemeinde.
Arbeiten zwischen Talbetrieb und Auspendeln
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist für Zederhaus 90 Arbeitsstätten und 174 Beschäftigte in diesen Arbeitsstätten aus; 55,7 Prozent der Beschäftigten entfallen auf den Dienstleistungssektor. Das sind Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort, keine Zahl der Erwerbstätigen mit Wohnsitz in der Gemeinde. 78,2 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. Neben Beherbergung und Gastronomie gehört die Energieversorgung zu den konkreten Tätigkeiten im Tal: Das Kraftwerk Zederhaus nutzt Wasser aus zehn Gebirgsbächen, das im Speicher bei der Schliereralm gesammelt wird. Besucher und Wanderer bringen zugleich Nachfrage zu Gasthöfen und Almhütten im Naturparkgebiet. Die Zahlen zeigen damit eine kleine lokale Arbeitsbasis, die Dienstleistungen und Energiegewinnung mit Pendelwegen in die umliegenden Gemeinden verbindet.
Ein historischer Hof als Fenster in den Alltag
Der Denkmalhof Maurergut ist ein Lungauer Einhof: Wohn- und Wirtschaftsbereiche liegen unter einem Dach. In den Räumen sind unter anderem Wohnstube, Rauchküche und Schlafkammern des Gesindes eingerichtet. Der Hof zeigt, wie eng Wohnen, Vorratshaltung und Arbeit auf einem Bergbauernhof zusammengehörten. Zusammen mit dem Mühlenweg zeigt der Hof zwei Seiten der früheren Selbstversorgung: das Leben im Haus und die Verarbeitung des Getreides am Bach. Die Mühlenausstellung ist laut Gemeinde im Sommer geöffnet; für den Weg ins Riedingtal gelten saisonale Verkehrsangebote.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Zederhaus – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Zederhaus – Wikipedia, feste Artikelversion
- Naturpark Riedingtal im Salzburger Land
- Sehenswürdigkeiten in Zederhaus
- Gastronomie Naturpark Riedingtal
- Mühlenweg, Gemeinde Zederhaus
- Arbeitsstättenzählung 2024, Statistik Austria
- Zederhaus – Wikipedia, feste Artikelversion
- Tälerbus Naturpark Riedingtal
- Wasserkraftwerk Zederhaus – Salzburg AG
Stand der Angaben: 14.10.2026
