HÖFLEIN KENNENLERNEN
Höflein: römische Spuren und alte Weinkeller
Höflein liegt im Bezirk Bruck an der Leitha und zählt 1.243 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Das Gemeindegebiet ist 22,39 Quadratkilometer groß. Archäologische Funde und die Weinlagen am Arbesthaler Hügelland erzählen von einer langen Nutzung des Ortes.
Höflein am Hügelland
Höflein besteht aus einer einzigen Ortschaft und Katastralgemeinde gleichen Namens. Der Weinort liegt im Arbesthaler Hügelland und gehört zum Weinbaugebiet Carnuntum. Ein kleines Plateau trennt Höflein von Göttlesbrunn. Von diesem Höhenzug zweigt die Kellergasse ab, die den Ort überblickt. Der Weinerlebnisweg führt an historischen Stätten und Kellerensembles vorbei; von seinen Wegen reicht der Blick über die Donau bis ins Marchfeld. Die Weinlagen des Hügellands gehören neben denen des Leithagebirges und der Hainburger Berge zu den drei Landschaften des Weinbaugebiets.
Ein Kastell über dem Ort
Höfleins archäologische Geschichte ist eng mit dem nahen Carnuntum verbunden. Auf dem Hügel des Kirchenbergs lag ein römisches Kastell. Die heutige Friedhofsmauer folgt dem Verlauf seiner Umfassungsmauer; in ihr ist römisches Steinmaterial verbaut. Später entstand an dieser Stelle die Wehrkirche St. Ulrich. Ihre Bauteile stammen aus verschiedenen Zeiten: Das Kirchenschiff ist romanisch, der Turm frühgotisch, die Innenausstattung barock. Seit 1990 führt die Gemeinde ein Archäologieprojekt, das Altfunde aufarbeitet und neue wissenschaftliche Grabungen durchführt. In Aubüheln wurde eine römische Villa, also ein Gutshof, entdeckt. Ihre Heizanlage ist gut erhalten; die Anlage wird wahrscheinlich ins 4. Jahrhundert nach Christus datiert. Grabplatten mit einem in Sandstein dargestellten Weinstock belegen zudem frühen Weinbau.
Wein aus fünf Kellergassen
Der quarzreiche Terrassenschotter des früheren Donautalbodens prägt die Höfleiner Böden. Am unteren Hang liegt mehr Lösslehm als in höheren Lagen; die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht werden durch den Maria Ellender Wald und die Donau verstärkt und bringen Frische in die Weine. Im 11. Jahrhundert wurde Wein aus Höflein an das neu gegründete Stift Göttweig geliefert. 1673 erhielt der Ort im „Unterösterreichischen Land Compass“ von Stephanus Sixey das Prädikat „von den besten“. Heute werden klassische Weine, Sekt und Brände aus Trauben erzeugt. Fünf Kellergassen liegen in den Weingärten; ihre Keller sind tief in den Hang gebaut und halten gleichmäßig etwa acht bis zehn Grad. Diese Temperatur begünstigt die Reifung.
Dorfleben im frühen 19. Jahrhundert
Eine Beschreibung aus dem Jahr 1822 nennt Höflein ein Dorf mit 163 Häusern, eigener Pfarre und Schule. Die damalige Ortsobrigkeit war auf mehrere Herrschaften verteilt: Petronell, das Wiener Domkapitel und Wilfleinsdorf werden dafür angeführt; die Landgerichtsbarkeit lag bei der Herrschaft Hainburg. Die Herrschaft Petronell war für die Konskription zuständig. 1841 berichtete eine Gedenkschrift über die Bauweise der Häuser: Viele waren aus Lehm oder Ziegeln errichtet und mit Rohr oder Stroh gedeckt. Wohlhabendere Einwohner verwendeten zunehmend Mauersteine, die aus dem Steinbruch im ungarischen Kaisersteinbruch kamen.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
