PREMSTÄTTEN KENNENLERNEN
Zwischen Kaiserwald, See und Gewerbestandort
In Premstätten wechseln sich das offene Grazer Becken und der bewaldete Rücken des Kaiserwaldes ab. Die Marktgemeinde im Bezirk Graz-Umgebung zählt 7.191 Einwohnerinnen und Einwohner (1. Jänner 2026) auf 29,08 Quadratkilometern. Seit 2016 trägt die aus Unterpremstätten und Zettling gebildete Gemeinde den Namen Premstätten.
Becken und Waldkante
Im Osten liegt das flachere Grazer Becken; im Westen steigt der Kaiserwald als bewaldeter Höhenzug an. Bäche wie Gepringbach, Poniglbach und Laabach entwässern das Gelände. Die Ortschaften Bierbaum, Hautzendorf, Laa, Oberpremstätten, Unterpremstätten und Zettling bilden eine Gemeinde mit sechs gleichnamigen Katastralgemeinden. Der Schwarzlsee und der Samitzteich liegen im Becken, der Kaiserwald bietet Wege und Waldflächen. Die fusionierten Ortsteile liegen dadurch zwischen Waldkante, Siedlungsflächen und den großen Verkehrsräumen im Süden von Graz.
Produktion, Verkehr und Dienste
In Premstätten gab es 2024 insgesamt 668 Arbeitsstätten und 5.969 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. 80,7 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort in der Gemeinde pendelten aus. Zugleich weist die Beschäftigung am Arbeitsort einen starken sekundären Bereich auf: 39,1 Prozent der Beschäftigten arbeiteten in Industrie und Gewerbe, 58,7 Prozent im Dienstleistungssektor. ams OSRAM hat hier einen seiner beiden Hauptsitze und betreibt neben dem Schloss Premstätten eine Fertigung für Halbleiter auf 200-Millimeter-Scheiben. Damit ist eine industrielle Tätigkeit vor Ort greifbar. Die Statistik beschreibt die gesamte Gemeinde und erlaubt keine Aussage darüber, wie viele der erfassten Arbeitsplätze auf dieses einzelne Werk entfallen.
Von Fuhrleuten und Dorfgründungen
Die Ortsgeschichte reicht deutlich weiter zurück als die heutige Gemeinde. Zettling ist 1156, Premstätten 1179 urkundlich belegt. Im 16. und 17. Jahrhundert prägten die Premstätter Fuhrleute den Verkehr: Bauern übernahmen Transportaufgaben, als die großen Kaufmannskarawanen seltener wurden, und nutzten dafür ihre Pferde. Schloss Premstätten war bis 1848 Mittelpunkt einer Herrschaft; seine Baugeschichte ist eng mit den Grafen von Saurau verbunden. Die Dörfer Zettling, Bierbaum und Laa wurden 1834 durch einen Großbrand schwer getroffen und rasch wieder aufgebaut. Heute liegen historische Kirche und Schloss neben neueren Arbeits- und Freizeitstandorten, ohne dass die Ortsteile ihre Namen verloren hätten.
Kunst im Freien, Wege am Wasser
Der Österreichische Skulpturenpark liegt in Premstätten an der Thalerhofstraße. Die sieben Hektar große Anlage zeigt mehr als 80 Werke zeitgenössischer Bildhauerei; der Eintritt ist frei. Das Freizeitzentrum Schwarzlsee bietet Badestrand, Wassersport, Camping und ein Wegenetz rund um den See, das zu Fuß, mit dem Rad oder auf Inline-Skates genutzt werden kann. Am Ufer verläuft eine Runde von mehr als drei Kilometern. Der See ist aus einer früheren Schottergewinnung hervorgegangen und wurde als Freizeitgewässer weiterentwickelt. Die beiden Ziele setzen unterschiedliche Akzente: Im Skulpturenpark begegnen Besucherinnen und Besucher Kunst im gestalteten Garten, am Schwarzlsee stehen Bewegung und Aufenthalt am Wasser im Vordergrund. Mehrere Buslinien verknüpfen das Gebiet mit dem Bahnhof Premstätten-Tobelbad und Graz.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Premstätten – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Geschichte & Gemeindefusion – Premstätten
- Österreichischer Skulpturenpark – Marktgemeinde Premstätten
- Schwarzl Freizeitzentrum – Marktgemeinde Premstätten
- Verkehr & Wirtschaft – Premstätten
- Arbeitsstättenzählung 2024 – Gemeindeergebnisse
- Firmenhauptsitz Premstätten – ams OSRAM
Stand der Angaben: 14.10.2026
