SCHIEFLING AM WÖRTHERSEE KENNENLERNEN
Schiefling zwischen Wörthersee und Kathreinkogel
Schiefling am Wörthersee umfasst 2.726 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und 28,64 Quadratkilometer im Bezirk Klagenfurt-Land. Die Marktgemeinde liegt am Südufer des Wörthersees und reicht vom Seeufer in hügeliges Vorland. Der Kathreinkogel und der historische Ortskern erzählen von sehr unterschiedlichen Zeitschichten.
Der Kathreinkogel als Fundort
Der 772 Meter hohe Kathreinkogel liegt zwischen Drau und Westbucht des Wörthersees. Oberflächenfunde weisen auf mesolithische Jäger und Sammler im 7. und 6. Jahrtausend vor Christus sowie neolithische Bauern im 3. Jahrtausend hin. Eine bronzezeitliche Wirtschaftsstelle auf einer westseitigen Hangterrasse lieferte einen prähistorischen Vertikalwebstuhl. Am Gipfel lag ein rund 10.000 Quadratmeter großes spätrömisches Kastell mit frühchristlicher Saalkirche. Südwestlich davon wurden 53 Gräber dokumentiert. Das 1986/87 errichtete Haus der Archäologie zeigt Keramik, Glas und Fibeln aus den Grabungen. Die archäologischen Befunde machen den Höhenrücken zu einem wichtigen Fundort am Wörthersee. Zu den spätantiken Bestattungen zählen Doppelgräber und Kindergräber; bei zwei Ehepaaren lagen die Toten umschlungen nebeneinander.
Ein Name mit mittelalterlicher Überlieferung
Schiefling ist in einer Schenkungsurkunde Herzog Ulrichs III. von 1256 als „Schüflich“ belegt. Darin übertrug der Herzog sieben Bauernstellen an das Zisterzienserkloster Rein. 1263 schenkte er weitere Flächen bei Schiefling dem Kloster Viktring. Eine ältere Namensform, „Albenesdorf“, betrifft Albersdorf, heute einen Ortsteil der Gemeinde. Dort stand wohl schon im 11. Jahrhundert eine Kirche; romanische und vorromanische Bauteile stützen diese Datierung. Albersdorf war im 13. Jahrhundert Sitz eines herzoglichen Amtmannes. Der Ortsname wird mit dem slowenischen škof für Bischof in Verbindung gebracht; diese sprachgeschichtliche Deutung ist überliefert.
Kirche und Pfarrwerdung
Die Pfarrkirche im Hauptort ist dem Erzengel Michael geweiht. Eine Glocke von 1629 trägt die Anrufung des heiligen Michael; eine zweite Glocke desselben Villacher Gießers stammt von 1640. Der Bau des barocken Hauptschiffs wird auf die Zeit zwischen 1700 und 1804 eingeordnet. 1788 wurde Schiefling aus der Mutterpfarre Maria Wörth ausgepfarrt; die neue Pfarre zählte damals 760 Seelen. In Albersdorf wurde 1905 bei Aufräumungsarbeiten ein Antifonar und ein Missale aus dem 14. Jahrhundert gefunden. Ein überlieferter Pferdesegen gehörte dort bis ins 18. Jahrhundert zum örtlichen Brauchtum. Ein spätgotischer Altaraufsatz mit der Jahreszahl 1727 wurde 1878 aus der Schieflinger Kirche nach Albersdorf übertragen.
Bergbau, Seeufer und Marktgemeinde
Im Turiawald wurde von 1814 bis 1899 Braunkohle abgebaut. 1948 beschlossen Velden, Augsdorf und Schiefling eine gemeinsame Wasserversorgungsanlage; für sie wurden Quellen in Penken, Roach und Auen erschlossen. Das Strandbad in Auen am Wörthersee öffnete 1981. 2006 erhielt Schiefling das Recht, sich Marktgemeinde zu nennen. Seit 2010 lautet der amtliche Name Schiefling am Wörthersee. Am 26. August 2000 besiegelte Schiefling eine Gemeindepartnerschaft mit Romans d’Isonzo in Friaul-Julisch Venetien.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
