GRESTEN-LAND KENNENLERNEN
Gresten-Land: Meridianstein und Streusiedlungen
Gresten-Land ist eine Gemeinde im Bezirk Scheibbs in Niederösterreich. Am 1. Jänner 2026 zählte sie 1.488 Einwohnerinnen und Einwohner; ihre Fläche beträgt 55,49 Quadratkilometer. Das Gemeindegebiet liegt im Mostviertel und erstreckt sich westlich und östlich der Marktgemeinde Gresten, die es beinahe vollständig umschließt.
Wo sich zwei Koordinaten treffen
Auf dem Gemeindegebiet kreuzen sich der 15. östliche Längengrad und der 48. nördliche Breitengrad. Der 1988 angelegte Meridianstein kennzeichnet diesen Schnittpunkt. Der Platz dient Radfahrenden am Kleinen Erlauftalradweg und Wandernden am Proviantweg als Raststelle.
Die Burg Oberhausegg
Die Hausegger werden 1142 in einem Lehensbrief genannt; die Burg Oberhausegg ist 1181 erstmals belegt. Als Friedrich III. 1305 als letzter Hausegger starb, stritten seine Schwiegersöhne um die Besitzungen. Heinrich von Stein erhielt Oberhausegg; Otto von Zinzendorf durfte im heutigen Gresten eine zweite Burg, Niederhausegg, errichten. Oberhausegg verfiel, und Urkunden von 1588 und 1612 sprechen nur noch von Ruinen. 1854 entstand auf dem Burgareal aus Mauerresten die Oberhauskapelle. Sie wurde als Dank für das Ende der Cholera errichtet.
Eine Gemeinde aus drei Altgemeinden
Gresten-Land entstand 1968 durch die Vereinigung von Oberamt, Unteramt und Schadneramt. Heute umfasst die Gemeinde die Ortschaften Oberamt, Obergut, Schadneramt und Unteramt. Die drei Katastralgemeinden heißen Oberamt, Schadneramt und Unteramt.
Wald, Landwirtschaft und Höhenlage
Die Landesstatistik weist einen Waldanteil von 49,5 Prozent und eine Seehöhe des Hauptortes von 500 Metern aus. Rund 46 Prozent der Gemeindefläche dienen der Landwirtschaft. Bei der Erhebung 2010 wurden 146 landwirtschaftliche Betriebe gezählt: 89 im Haupterwerb, 53 im Nebenerwerb und vier von Personengemeinschaften geführt. 2011 lebten 840 Erwerbstätige in Gresten-Land; 231 von ihnen arbeiteten innerhalb der Gemeinde.
Der Apfel im Gemeindewappen
Das Gemeindewappen wurde 1982 im Zuge des 750-jährigen Pfarrjubiläums übergeben. Die Gemeinde hatte bei der Landesregierung zunächst zwei Äpfel für den unteren Schildteil vorgeschlagen. Der erste Entwurf sah stattdessen eine Egge als Zeichen der Landwirtschaft vor. Nach einem Einspruch wurde schließlich ein goldener Apfel mit zwei Blättern aufgenommen. Er soll auf den Tafelobstanbau seit 1880 und den Unteramter Obstbaupionier Wilhelm Albert Schleicher verweisen. Im oberen Schildteil steht ein roter Spieß mit goldener Parierstange auf Silber. Er wurde aus dem Familienwappen der Herren von Stiebar übernommen. Der Gemeinderat hatte seinen Antrag auf Wappenverleihung am 13. Februar 1982 beschlossen; die Landesregierung verlieh das Recht zur Führung des Wappens am 13. Juli desselben Jahres. Schleicher war auch Bürgermeister von Unteramt und Lehrer an einer landwirtschaftlichen Schule. 1878 veröffentlichte er das Buch „Der Rosenhof“. Er veranstaltete zudem Mostverkostungen auf Bezirksebene. Die Urkunde wurde am 1. August 1982 gesiegelt. Die Übergabe nahm Landeshauptmann Siegfried Ludwig an Bürgermeister Konrad Daurer vor. Der erste Entwurf kam am 2. Juni 1982 von der Landesregierung; am 21. Juni wurde der Apfel aufgenommen.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
