STANZ BEI LANDECK KENNENLERNEN
Stanz bei Landeck und die Stanzer Zwetschke
Stanz bei Landeck liegt auf einer Terrasse oberhalb der Stadt und blickt auf das Stanzer Tal. Die Gemeinde zählt 588 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 7,33 Quadratkilometern.
Auf der Terrasse über dem Tal
Der Ort liegt rund 200 Meter oberhalb von Landeck am Fuß der Lechtaler Alpen. Südlich reicht das Gemeindegebiet zur Sanna hinab, während es nach Norden in steile Berglagen ansteigt. Der geschützte, sonnige Hang begünstigt Obstgärten und prägt zugleich das kompakte Ortsbild. Stanz ist namensgebend für das Stanzer Tal, das von Landeck in Richtung Arlberg führt. Der größte Teil des Gemeindegebiets ist bewaldet; die bewohnten und landwirtschaftlich genutzten Flächen konzentrieren sich auf die Terrasse. So stehen Dorf, Obstkulturen und steile Berghänge auf engem Raum nebeneinander. Die Nähe zur Stadt Landeck erleichtert den Zugang zu regionalen Arbeits- und Versorgungsangeboten, während Stanz seine eigene landwirtschaftliche Prägung behalten hat.
Zwetschken, Brennereien und Pendelwege
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist für Stanz 44 Arbeitsstätten und 192 Beschäftigte an örtlichen Arbeitsstätten aus. 59,9 Prozent dieser Arbeitsplätze gehören zum sekundären Sektor, also zu Herstellung und Bau; das ist eine andere Bezugsgröße als die Zahl der hier wohnenden Erwerbstätigen. Ortsprägend ist außerdem die Verarbeitung der Stanzer Zwetschke: Obst von den sonnigen Hängen wird in Brennereien zu Edelbränden verarbeitet und als regionales Produkt vermarktet. Neben diesen Betrieben führt die Gemeinde mehrere Tischlereien an. Die Nähe zu Landeck öffnet weitere Arbeitsmöglichkeiten; 86,5 Prozent der aktiv erwerbstätigen Einwohner pendelten 2024 aus Stanz aus.
Ein Dorf am historischen Höhenweg
Archäologische Funde verweisen auf Besiedlung in Bronze- und Latènezeit; römische Münzen belegen Wegebeziehungen durch das Stanzer Tal. Der Ort selbst wird um 1150 als „stanuc“ erwähnt. Im 13. Jahrhundert war Burg Schrofenstein ein Gerichtssitz für ein Gebiet, das weit über das heutige Stanz hinausreichte. Die Burg auf einem Felsvorsprung über dem Inntal macht diese frühere regionale Bedeutung bis heute sichtbar. Auch kirchlich reichte der Einfluss einst über das Dorf hinaus: Die Pfarre Stanz versorgte den Gerichtsbezirk, bevor sie 1286 nach Zams verlegt wurde. Im Dorf steht das Geburtshaus des Barockbaumeisters Jakob Prandtauer, der 1660 hier geboren wurde. Die Verbindung von Burg, Pfarrkirche und bäuerlichem Dorfkern erzählt davon, dass Stanz an einem wichtigen Übergang zwischen Inntal und Arlberg lag.
Ein kompaktes Dorf mit regionalem Angebot
In Stanz liegen Volksschule, Vereine und kommunale Einrichtungen in einem überschaubaren Siedlungsraum. Arbeitswege führen häufig aus dem Dorf hinaus, während die Nahbeziehungen zu Landeck und den umliegenden Gemeinden den Alltag ergänzen. Im Dorf sind die Pfarrkirche sowie die Laurentiuskapelle am westlichen Ortsrand öffentlich von außen zugänglich. Die Kapelle wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichtet und 1713 geweiht. Die Ruine Schrofenstein bleibt ein markanter Blickpunkt über dem Inntal; sie ist in Privatbesitz. Der Ortskern selbst bewahrt die enge Verbindung zwischen Landwirtschaft und Wohnen, die den Charakter der Terrasse seit Jahrhunderten bestimmt.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Stanz bei Landeck – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Stanz – Ruine Schrofenstein
- Gemeinde Stanz – Sehenswürdigkeiten
- Gemeinde Stanz – Genussregion Stanzer Zwetschke
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Brennereidorf Stanz – Besucherangebot
- Gemeinde Stanz – Laurentiuskapelle
- Gemeinde Stanz – Pfarrkirche
Stand der Angaben: 15.10.2026
