GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Maria-Lanzendorf

Barocke Kunst und Geschichte in Maria Lanzendorf

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Pfarr- und Wallfahrtskirche in Maria-Lanzendorf
Pfarr- und Wallfahrtskirche in Maria-Lanzendorf · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Maria-Lanzendorf - Kirche“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
2 270
01.01.2026
Fläche
1,72 km²
Bevölkerungsdichte
1 323,2
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2326
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

MARIA-LANZENDORF KENNENLERNEN

Wallfahrtsort und Ortsgemeinde

Maria Lanzendorf ist eine Gemeinde im Bezirk Bruck an der Leitha. Zum Stichtag 1. Jänner 2026 hatte sie 2.270 Einwohnerinnen und Einwohner; die Fläche beträgt 1,72 Quadratkilometer. Der kleine Ort ist vor allem durch seine Wallfahrtskirche und den Kalvarienberg geprägt.

Ein Heiligtum auf der Heide

Eine Urkunde von 1145 erwähnt, dass eine ältere, von Feinden zerstörte Kirche wieder aufgebaut worden war. Als Wallfahrtsort ist Maria Lanzendorf 1418 erstmals bezeugt. Legenden über den Evangelisten Lukas und Kaiser Karl den Großen prägen die Überlieferung des Ortes. Nach Zerstörungen während der osmanischen Kriege 1529 und 1683 übernahmen 1696 Franziskaner das Kloster. Kaiser Leopold I. ließ ab 1699 die Kirche barock neu errichten. Das Heiligtum ist der Schmerzensmutter, der Pietà, geweiht. Votivbilder in der Votivkapelle dokumentieren die Anliegen der Pilgerinnen und Pilger und machen die Wallfahrt im Kirchenraum sichtbar.

Rottmayr und Steinl

Die Kirche bewahrt bedeutende Werke des Barock. Matthias Steinl schuf 1703 den Kreuzaltar und den Altar der Heiligen Sippe. Als die Kirche 1728 nach Osten um einen großen Chorraum erweitert wurde, erhielt Johann Michael Rottmayr den Auftrag für Kuppel und Altäre. Seine signierten Bilder von 1730 zeigen am Hochaltar Christus am Ölberg sowie an den Seitenaltären den heiligen Franziskus und den heiligen Antonius. Ein Kuppelfresko Rottmayrs wurde bei den Kämpfen am 4. April 1945 schwer beschädigt und ist bis auf Fragmente verloren. Das heutige Fresko „Geheimnis der Erlösung“ malte Wolfram Köberl; die Renovierung wurde 1956 abgeschlossen. Die Rottmayr-Seitenaltarbilder wurden 2011 restauriert und wieder an ihren Plätzen in der Apsis angebracht.

Der Kalvarienberg

Zum Wallfahrtsensemble gehört ein künstlich aufgeschütteter Hügel mit Nischen, Grotten und Figuren zum Leidensweg, zur Kreuzigung und zur Auferstehung Christi. Der Franziskanerbruder Felix Niering begann 1699 mit dem Bau und verwendete dafür Blöcke aus dem Laaer Steinbruch. Bereits 1701 wurde der noch unfertige Kalvarienberg seiner religiösen Bestimmung übergeben. 1709 wurde die Heilige Stiege vollendet, eine Nachbildung jener Treppe, über die Christus der Überlieferung nach zur Kreuzigung geführt wurde. Am Tag nach der Fertigstellung bestieg Kaiserinwitwe Eleonore Magdalena Theresia den Hügel mit ihren Töchtern und dem Hofstaat auf Knien. Die drei Altäre des Kalvarienbergs wurden 1726 konsekriert.

Pfarre und politische Gemeinde

Das heutige Pfarrgebiet umfasst neben Maria Lanzendorf auch Lanzendorf. 1990 übergaben die Franziskaner die Anlage der Erzdiözese Wien. Die franziskanische Gemeinschaft „Maria, Königin des Friedens“ betreut den Wallfahrtsort seit 2007. 1784 war das Heiligtum zur Pfarr-, Kloster- und Wallfahrtskirche geworden; zuvor war die Pfarre zeitweise mit Oberlaa vereinigt. 1783 verbot Kaiser Joseph II. Wallfahrtsprozessionen, worauf der Pilgerstrom zurückging. Zwischen 1803 und 1808 bedrohten Überflutungen das Heiligtum. 1809 plünderten französische Truppen die Kirche; das Gnadenbild kehrte am 2. Dezember desselben Jahres in einer Prozession zurück.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Maria-Lanzendorf auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 069
31.10.2021 · Registerzählung2 166
01.01.2026 · Bevölkerungsstand2 270

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
780
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Südteil (AT127)

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