HAINZENBERG KENNENLERNEN
Am Hang zwischen Goldstollen und Gerlosstein
Hainzenberg liegt am Übergang vom Zillertal ins Gerlostal. Das Gemeindegebiet steigt vom Talboden bis in hochalpine Lagen an und umfasst 21,49 Quadratkilometer. In der Gemeinde leben 749 Menschen (Stand 1. Jänner 2026).
Ein Hang mit mehreren Siedlungsebenen
Hainzenberg besteht überwiegend aus Streusiedlungen; zu den Ortsteilen gehören Bichl, Dörfl, Egge, Gerlosstein und Innerberg. Zwischen dem erschlossenen unteren Hang und den höher gelegenen Almflächen liegen Höfe und kleinere Siedlungsbereiche verstreut. Dörfl bündelt wichtige Alltagsorte: Gemeindeamt und Volksschule liegen nahe der Talstation der Gerlossteinbahn. Das Siedlungsgebiet reicht laut Gemeinde von 540 bis 1.100 Meter Seehöhe. Wald, Alm- und Landwirtschaftsflächen gehören zum Landschaftsbild. Die Gerlossteinbahn führt vom Siedlungsbereich auf den Berg; von ihrer Bergstation beginnen Wege in Richtung Brandberg, Ramsau und Gerlos. Die Lage am steilen Hang bestimmt damit nicht nur die Wege zwischen den Ortsteilen, sondern auch den Zugang zur Berglandschaft.
Gold im Berg und am Weg nach Salzburg
Die frühe Bedeutung des Hainzenbergs lag auch an seiner Lage auf einer Verbindung vom Zillertal ins Gerlostal und weiter in Richtung Salzburg. Der Goldbergbau ist 1506 erstmals belegt. Im frühen 18. Jahrhundert erhöhte ein verbessertes Verfahren die Ausbeute. Über die Schürfrechte stritten Salzburg und Tirol trotz einer früheren Vereinbarung zur gemeinsamen Nutzung. Der Abbau endete 1870, als der Ertrag zu gering geworden war. Ein Teil dieser Geschichte ist heute als Goldschaubergwerk erfahrbar: Besucherinnen und Besucher sehen bei einer Führung Stollen und erhalten Einblick in die Gewinnung. Die Wallfahrtskirche Maria Rast steht auf dem Hang oberhalb des Tals. Laut Gemeinde wurde sie 1739 erbaut; die Fresken schuf Josef Michael Schmutzer 1741. Bergbau und Wallfahrt markieren zwei sehr verschiedene Gründe, aus denen Menschen diesen Hang aufsuchten.
Kleine Arbeitsstätten, viele Wege zur Arbeit
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Hainzenberg 107 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort; 64,5 Prozent der Arbeitsstätten gehörten zum Dienstleistungssektor. 80,3 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. Die örtliche Arbeit zeigt sich unter anderem im Tourismus: Die Gerlossteinbahn bringt Gäste ins Wander- und Skigebiet und zur Naturrodelbahn. Die Hochzeller Käsealm verkauft Käse, Geräuchertes, Edelbrände und Honig aus eigener Produktion; eine Führung durch die Käserei gehört zum Besucherangebot. Die Gemeinde führt Hotels und Gasthöfe in Dörfl und am Gerlosstein. Daneben bewirtschaften Höfe die Hanglagen.
Ein Dorfzentrum am Bergbahnweg
Kindergarten, Kinderspielplatz und Feuerwehrhalle liegen im Ortsteil Dörfl beim Gemeindeamt und der Volksschule. Wer weiter oben wohnt, nutzt für Schule und Verwaltung somit den tiefer gelegenen Gemeindekern. Die Talstation ist zugleich Ausgangspunkt für Freizeit am Gerlosstein. Von der Bergstation führen Wanderwege in mehrere Richtungen; im Winter verläuft eine rund sieben Kilometer lange beleuchtete Naturrodelbahn zurück nach Dörfl. Die Gemeinde verbindet an diesem Punkt alltägliche Wege mit einem überörtlichen Freizeitangebot. Auch die Lage der verstreuten Höfe bleibt erfahrbar: Zwischen den bebauten Ortsteilen liegen Wald und bewirtschaftete Flächen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Hainzenberg – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Hainzenberg – Chronik
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetabelle
- Gemeinde Hainzenberg – Wirtschaftstreibende
- Zillertaler Goldschaubergwerk – Besucherinformation und Hochzeller Käsealm
Stand der Angaben: 15.10.2026
