INZERSDORF-GETZERSDORF KENNENLERNEN
Inzersdorf-Getzersdorf: Fünf Orte am Traisental
Inzersdorf-Getzersdorf liegt im Bezirk Sankt Pölten-Land in Niederösterreich. Die Gemeinde zählt 1.671 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 13,63 Quadratkilometer. Zum Gemeindegebiet gehören fünf Ortschaften. Der Name der Gemeinde erinnert an die wechselvolle Verbindung ihrer beiden namensgebenden Orte.
Land zwischen Fluss und Wein
Inzersdorf-Getzersdorf liegt am Ostrand des Dunkelsteinerwaldes im Traisental. Die Gemeindechronik beschreibt eine Höhenspanne von etwa 220 Metern an der Traisen bis 430 Meter im Nordwesten. Sankt Pölten liegt rund 15 Kilometer südlich, Krems etwa 15 Kilometer nördlich. Die Siedlungen Anzenberg, Getzersdorf, Inzersdorf, Walpersdorf und Wetzmannsthal bestanden laut Gemeinde bereits um das Jahr 1000. Getzersdorf grenzt unmittelbar an Herzogenburg. Die fünf Orte sind Teil derselben heutigen Marktgemeinde, haben aber eigene Ortsgeschichten.
Mehrfach neu geordnet
1850 wurden Inzersdorf und Getzersdorf als getrennte Gemeinden eingerichtet. Inzersdorf umfasste damals auch Anzenberg, Walpersdorf, Wetzmannsthal und Theyern. Getzersdorf wurde 1863 mit Inzersdorf vereinigt und 1919 wieder selbstständig. 1955 wechselte Theyern zur Gemeinde Nußdorf. 1970 beschlossen die Gemeinderäte erneut den Zusammenschluss unter dem Namen Inzersdorf-Getzersdorf. Die heutige Verwaltung vereint damit Siedlungen, die im 19. und 20. Jahrhundert mehrfach getrennt und verbunden waren. Archäologische Funde zeigen eine deutlich ältere Besiedlung. Bei Getzersdorf wurden zwischen 1899 und 1923 dreizehn latènezeitliche Körperbestattungen freigelegt, darunter ein Doppelgrab. Hals- und Armreifen gehörten zu den Beigaben. Auch aus Inzersdorf sind Körper- und Brandbestattungen sowie Keramik und Metallgegenstände bekannt. Diese Funde stammen aus der Frühlatènezeit und ergänzen die Ortsgeschichte um Siedlungsspuren lange vor den heutigen Gemeindegrenzen.
Ein prähistorischer Siedlungsplatz
Am linken Traisenufer lag bei Walpersdorf eine Siedlung von der späten Hallstatt- bis in die Latènezeit. Gebäude waren teils eingetieft, teils in Ständerbauweise errichtet. Keramik, ein goldverzierter Tiegel und Knochenfunde geben Hinweise auf die damalige Nutzung. Die Luftbildarchäologie machte außerdem ein Gräberfeld sichtbar. Eine 1987 freigelegte Gruppe umfasste elf Körper- und eine Brandbestattung; eine weitere bestand aus 34 Grabstellen. Das Schloss Walpersdorf wurde unter Helmhard Jörger zwischen 1572 und 1619 erweitert. Der Renaissancebau umfasst unter anderem ein Verwalterhaus und einen Gartenturm. Der frühere Graben diente der Verteidigung und der Fischzucht. Die Schlosskapelle entstand um 1590 als protestantischer Andachtsraum. Heute ist das Schlossensemble ein Veranstaltungs- und Kulturort.
Orte mit eigenen Bezugspunkten
Die Volksschule Inzersdorf-Getzersdorf befindet sich in Inzersdorf und wird als vierklassige Schule geführt. Kinder der ersten bis vierten Schulstufe besuchen den gemeinsamen Standort in der Dorfstraße 20. Auch die katholischen Pfarrkirchen liegen in verschiedenen Ortsteilen: Inzersdorf ob der Traisen ist dem heiligen Petrus, Getzersdorf dem heiligen Michael geweiht. Damit verteilen sich Schule, Pfarren und Schloss auf mehrere Orte der Gemeinde. Die Zusammenlegung der Verwaltung hat diese eigenständigen Bezugspunkte nicht aufgehoben.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
