ERNSTBRUNN KENNENLERNEN
Ernstbrunn und der Oberleiser Berg
Ernstbrunn liegt am Fuß der Leiser Berge im Bezirk Korneuburg. Die Marktgemeinde zählt 3.312 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 80,70 Quadratkilometer. Ihr Gebiet reicht vom Hauptort bis auf den Oberleiser Berg.
Gemeinde am Leiser Bergland
Die Marktgemeinde umfasst 14 Katastralgemeinden: Au, Dörfles, Ernstbrunn, Ernstbrunnerwald, Gebmanns, Klement, Lachsfeld, Maisbirbaum, Merkersdorf, Naglern, Oberleis, Simonsfeld, Steinbach und Thomasl. Auf dem Oberleiser Berg steht ein 23 Meter hoher Aussichtsturm, den die Gemeinde als Nachbildung eines römischen Wachturms beschreibt. Von der Plattform reicht der Blick bei klarer Sicht bis zu den Karpaten, Rax und Schneeberg. Die Gemeinde listet im Marktgebiet außerdem einen Bienenlehrpfad, eine Sternwarte und 43 Kilometer markierte Wanderwege.
Von Siedlung zu Marktgemeinde
Für das Gebiet des heutigen Ernstbrunn nennt die Gemeinde eine Siedlung um 2000 vor Christus. Ernstbrunn selbst erscheint 1045 als „Ernustisprunnin“ erstmals in einer Urkunde. Anders gelagert ist die Fundgeschichte am Oberleiser Berg: Dort siedelten um 500 vor Christus Kelten, und aus römischer Zeit stammen Hinweise auf einen Wachturm. Oberleis wird im 11. Jahrhundert als „Lizza in superiori monte“ bezeichnet. Die Kirche Maria Oberleis wurde um 1050 begonnen. Markgraf Leopold III. übergab den Ort 1135 dem Bischof von Passau; die Pfarre zählt zu den älteren Babenberger Eigenpfarren. Die Gemeinde verzeichnet 1531 erstmals einen Schulmeister in Ernstbrunn; 1533 erhielt der Ort von Ferdinand I. das Marktrecht. 1592 ging die Herrschaft an die Herren von Sinzendorf über, die Schloss und Gut bis 1822 besaßen.
Bründl, Epidemien und Bahnanschluss
Die Heilquelle am Bründl ist 1432 erstmals dokumentiert. 1710 entstand dort eine Kapelle. Bei einer Pestepidemie starben 1713 23 Menschen; im folgenden Jahr errichteten Bewohner am Hauptplatz eine Pestsäule. Eine Feuersbrunst verwüstete den Ort 1720. 1786 wurde die Kapelle im Zuge der josephinischen Reformen aufgelassen. Die erste Apotheke öffnete 1793, der heutige Friedhof wurde 1798 eingeweiht. 1828 übernahm das Fürstenhaus Reuß Schloss und Gut. Preußische Truppen besetzten Ernstbrunn 1866; im selben Jahr forderte eine Choleraepidemie 140 Todesopfer. Die Lokalbahn von Korneuburg erreichte den Ort 1904; zwei Jahre später wurde die Strecke nach Mistelbach eröffnet. 1908 folgten Kaiserjubiläumsschule und Rathausübersiedlung. Ein eigenes Stromwerk nahm die Gemeinde 1911 in Betrieb.
Wildpark und Wolf Science Center
Der Wildpark in Dörfles wurde 1975 eröffnet. Sein Betreiber beschreibt heute ein Gelände mit jahreszeitlich unterschiedlichen Öffnungszeiten mit Tiergehegen, Spielbereichen, Shop und Cafeteria; im Sommer 2026 ist er von Palmsonntag bis 3. November dienstags bis sonntags und an Feiertagen geöffnet. Das Wolf Science Center arbeitet ebenfalls im Wildpark. Die Forschungseinrichtung der Veterinärmedizinischen Universität Wien ermöglicht eigenständige Beobachtung der Wölfe und Hunde außerhalb ihrer Gehege. Für Begegnungs- oder Trainingsprogramme ist eine gesonderte Buchung erforderlich; dabei gelten besondere Sicherheitsregeln. Die Wallfahrtskirche Maria Oberleis befindet sich auf dem Oberleiser Berg. Hinter der Kirche führt ein Kreuzweg des Künstlers Hermann Bauch weiter über den Höhenrücken.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
